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03.03.2010
 

Netzwelt-Ticker

Franzosen führen beim Raubkopieren - trotz Aussperrgesetz

Von Richard Meusers

Raubkopierer in den Knast: Die Rechteindustrie wünscht sich drastische MaßnahmenZur Großansicht
dpa

Raubkopierer in den Knast: Die Rechteindustrie wünscht sich drastische Maßnahmen

Frankreich erobert angeblich einen europäischen Spitzenplatz in der Online-Piraterie, der Bundesgerichtshof beansprucht ein bisschen Weltgeltung, und jeder Vierte würde sich freiwillig einen Chip implantieren lassen. Das und mehr im Nachrichtenüberblick.

Sie haben nicht gezahlt: Die britische "Times" berichtet von Studien, denen zufolge nirgendwo so viel raubkopierte Software verwendet wird wie in Frankreich. Dort liege der Anteil gemopster Programme bei 42 Prozent. Im Südwesten des Landes soll die Piratenrate mit bis zu 49 Prozent sogar noch höher sein.

Der wirtschaftliche Schaden sei mit zwei Milliarden Euro beträchtlich. Dagegen nehmen sich die Zahlen anderer Länder bescheiden aus, in Großbritannien liege die Klaurate bei 26 Prozent, in Deutschland einen Punkt höher. Das französische IT-Unternehmen CeriseClub wird mit der Feststellung zitiert, Raubkopieren habe sich inzwischen zum Volkssport entwickelt - und es sei sehr schwierig, die Franzosen von einem anderen Verhalten zu überzeugen.

Das ist eine sehr phantasievolle Interpretation auf sehr dünner Faktenlage. Man könnte als Hintergrund für die Veröffentlichung der Zahlen auch diesen Hintergrund vermuten: womöglich lanciert zwecks Befeuerung der innerfranzösischen Debatte ums Urheberrecht. Denn womit lässt sich eine strenge Gesetzgebung besser begründen als mit einer beeindruckend hohen Verbrechensrate?

USA setzen bei Internetsicherheit auf Transparenz

Auf der RSA-Sicherheitskonferenz in San Francisco hat das Weiße Haus einige Einzelheiten über den nationalen Plan zur Internetsicherheit offengelegt. Präsident Obamas IT-Sicherheitsbeauftragter Howard Schmidt hob ein wenig den Vorhang von den noch zur Zeit der Bush-Administration eingeleiteten Maßnahmen. Immerhin fünf Seiten der bisher streng geheimen Regierungsdirektive wurden nun der Öffentlichkeit zugänglich. Zuletzt waren die Gerüchte über den Inhalt des Dokumentes NSPD54 arg ins Kraut geschossen, nicht weniger als ein neues "Manhattan Project" sei da auf Kiel gelegt worden, munkelten manche.

Die nun zugänglichen Seiten lassen zumindest einige Fragen in Bezug auf die Rolle des Inlandsgeheimdienstes NSA zu. Der spielt eine gewichtige Rolle im Rahmen der noch von der Bush-Regierung angestoßenen Überwachung ohne Anlass. Die Zeiten der Geheimniskrämerei sollen nun zu Ende sein. "Wir alle müssen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass unser Programm zur Internetsicherheit zuverlässig ist", so Schmidt während der Konferenz. "Ohne Transparenz können wir die Industrie nicht dazu auffordern, die Regierung zu unterstützen."

Deutsche Gerichte sind online weltweit zuständig

Wer hätte das gedacht, die deutsche Juristerei hat - manchmal - Weltgeltung und ist auch im fernsten Flecken zuständig. Das ist die Quintessenz eines Urteils des Bundesgerichtshofes. In der Sache ging es um einen deutschen Geschäftsmann, der sich über einen Artikel in der "New York Times" geärgert hatte und seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah. Pech gehabt, da müsse er schon in den USA klagen, hatten die deutschen Vorinstanzen erklärt, wie "Heise" berichtet. Das sah der BGH anders, der Artikel sei mit eindeutigem Bezug auf Deutschland ausgerichtet gewesen, der Kläger sogar namentlich genannt und als Russenmafioso bezeichnet worden. Nun ist es am Oberlandesgericht Düsseldorf, sich der Angelegenheit näher anzunehmen (Az.: VI ZR 23/09).

Google Street View Deutschland kommt noch dieses Jahr

Verbraucherschutzministerin Aigner ist dagegen, Kanzlerin Merkel dafür - Google Street View ist in Deutschland ein Streitthema. Zwar erklärt ein neues Gutachten das Foto-Verfahren für teilweise rechtswidrig, aber Google gab sich auf der CeBIT dennoch unbeirrt. Der Leiter der Unternehmenskommunikation Kay Oberbeck erklärte, sein Haus sei " der festen Überzeugung, dass Street View rechtmäßig ist". Eigene Gutachten würden das bestätigen. Das gelte auch ausdrücklich für die in knapp drei Metern Höhe montierten Kameras, die das aktuelle Gegengutachten moniert. Das diene sogar dem Datenschutz, niedrigere Kameras würden Fußgängern direkt ins Gesicht fotografieren. Außerdem seien viele Informationen wie Straßen- oder Ladenschilder in drei Metern Höhe anzutreffen.

Wer Street View partout ablehnt, kann sich schon jetzt bei Google melden oder später per Mausklick Bilder aus dem Angebot entfernen können - ein Zugeständnis an die deutschen Gesetze zum Datenschutz. Die Einspruchsmöglichkeit gegen Bilderdienst solle überdies nicht nur Hausbesitzern offenstehen, sondern auch Mietern. Bisher gebe es eine vierstellige Zahl von Einsprüchen, die man bearbeitet. Starten soll Street View für Deutschland noch in diesem Jahr.

Jeder vierte Deutsche bereit zu Chip-Implantat

Gerade noch wehren sich Bürgerrechtler und auch einige Politiker erfolgreich gegen den staatlichen Appetit auf private Daten. Doch gibt es einen erheblichen Teil der Bevölkerung, der mit dem Großen Bruder und seiner Technik offensichtlich keine Probleme hat. Manchen ist die eigene Privatsphäre sogar dermaßen schnuppe, dass sie sich einen Chip mit Funkverbindung (RFID) implantieren lassen würden. Hauptsache, es kämen dabei einige Vorteile herum, dann wären 23 Prozent der Deutschen dazu bereit.

Klingt gruselig, steht aber in einer Bitkom-Studie zur Verschmelzung des Internets mit dem Lebensalltag der Menschen. Dabei ginge es vor allem um "mehr Sicherheit" oder schnellere Rettung im Notfall. Fünf Prozent der Befragten würden sich einen Funkchip sogar zum bequemeren Einkaufen unter die Haut schieben lassen. In Kleidungsstücken sind die kleinen Chips zum Teil eh schon eingewebt. Womit der Hightech-Gag, mit dem einst einige Discotheken ihre Einlasskontrolle aufpeppten, in der Alltagskultur angekommen ist.

Außerdem:

  • Reich: Facebook vor Milliardengewinn
  • Zenit: Hat Firefox seinen Höhepunkt hinter sich?
  • Schnell: Opera und Chrome liegen im Speedtest vorn
  • Offen: Yahoo News lässt wieder Kommentare zu
  • Offenherzig: Live-Abtreibung online

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04.03.2010 von silenced: <->

Ich weiss ja nicht, aber wenn man solche DRM Sachen wie nun von Ubisoft vorgesetzt bekommt, dann wird man teilweise regelrecht gezwungen sich etwas zu suchen um ohne den 'Müll' spielen zu können. Dazu mal ein Zitat aus einem [...] mehr...

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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.






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