Von Felix Knoke
Wie bringt man eine Krisenregion ans Netz, wie errichtet man in Afghanistan ein flächendeckendes W-Lan-System? Die forschenden Aktivisten des Fab Labs, eines aus US-Forschungstöpfen geförderten Projektes des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zeigen: Mit einer soliden theoretischen Grundlage und handwerklich-mutiger Bastelei.
Aus Öldosen, einer Plastikwanne, Draht und anderem Schrott bastelten sie W-Lan-Funkverstärker für die afghanische Stadt Jalalabad, brachten ihr ehrgeiziges W-Lan-Projekt mit Schrottplatzhilfe weiter. Einige Bilder und technische Erklärungen dazu gibt es im Fab-fi-Blog - und dazu die Anregung, doch auf solche Weise Entwicklungshilfe-Gelder besser einsetzen zu können als gemeinhin üblich. Denn gehe ein Mensch ins Netz, habe er Teilhabe-Möglichkeiten und neue Kommunikationskanäle, dann gehe es auch mit seiner Umgebung bergauf. Über das Internet, über ein landesweites W-Lan könnten technisch schlecht entwickelte Gegenden sich dank solcher Bastelanleitungen mit geringem Aufwand erhebliche Vorteile verschaffen. Das Internet als umfassende Hilfe zur Selbsthilfe in fast allen Lebensaspekten.
Das Fab Lab ist eine Unterabteilung des Center for Bits and Atoms des MIT. Dort wird an Replikatoren und Universal-Makerbots gebastelt, an der Schnittstelle von Prinzip und Praxis. Einfach gesagt: Ganz praktisch wird dort gezeigt, dass Hightech ein theoretisches Prinzip ist, das auch mit miesen Mitteln erreicht werden kann.
Microsoft: Browserwahl soll Weltkarriere machen
Die Microsoft von der EU aufgezwungene Browser-Wahl im Windows-Betriebssystem könnte Weltkarriere machen. Zumindest wünscht sich das der Rechtsberater des Branchenverbandes European Commission for Interoperable Systems (ECIS) in einer Pressemeldung.
Thomas Vinje schreibt dort, dass europäische Verbraucher eine "unvoreingenommene Auswahl von Webbrowsern" bekommen, weil die Europäische Kommission Microsoft zu einer Änderung der Geschäftspraxis gezwungen habe. Dies sollen sich andere Staaten zum Vorbild nehmen: "ECIS ruft weltweit alle Wettbewerbsbehörden dazu auf, ihren Verbrauchern den Vorteil einer Browserwahl zu schenken." Das werde den Wettbewerb ankurbeln und die Webnutzung für alle verbessern. "Verbraucher verdienen die gleiche unvoreingenommene Browserwahl auf allen eine Milliarde PCs der Welt", so Vinje.
Der bislang größte Profiteur dürfte jedoch Browser-Entwickler, ECIS-Mitglied und Microsoft-Kläger Opera sein. Kurz vor dem Browserwahl-Stichtag prügelte Opera noch schnell eine finale Version von Opera 10.50 aus den Programmierlabors - der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben.
In einer Pressemeldung schreibt Opera, dass sich die Downloads des Alternativ-Browsers seit dem 1. März, an dem Microsofts Browserwahl begann, verdreifacht hätten - gemessen an den Downloadzahlen vergangener Versionen. Das hört sich besser an, als es ist: Exorbitant hohe Downloadzahlen gab es bei Opera auch bei vergangenen Produktveröffentlichungen, gute Kritiken ebenfalls. Zu einem nachhaltigen Erfolg hat das Opera in den vergangenen Jahren trotzdem nicht gereicht, der Marktanteil dümpelt seit Jahren irgendwo um drei Prozent. Und ob wirklich die Browserchoice-Aktion für den Download-Boom verantwortlich zu machen ist, bleibt ebenfalls abzuwarten: Es gab reichlich gute Presse über die kurze, heftige Betaphase von Opera 10.50, die viele neugierig gemacht haben dürfte.
Ein wenig schlauer werden wir alle erst nach dem 17. März sein: Dann endet die Probephase der Browserchoice-Aktion, in der Windows-Nutzer nur stichprobenartig mit der Auswahl-Software beschickt werden - und der Rest aller europäischen Windows-Nutzer wird vor die Wahl gestellt. Wenn sich auf dem Browsermarkt signifikant etwas bewegt, dann wird das um den 17. März geschehen, nicht vorher.
Das "Tor des Jahres"
Ein kleiner Fußballskandal im Rems-Murr-Kreis macht bundesweit Schlagzeilen, ein Video des zugrundeliegenden Vorfalls findet via YouTube weltweit Fans: Bestaunt wird da das spektakuläre Abschlag-Tor des Abwehrspielers Oliver Wiedemann vom TSV Grunbach. Der Mann läuft an, schießt - und der Ball landet im Tor!
Und zwar im eigenen. Schuld hat daran Xynthia, denn die Kreisklassen-Kicker spielten, als der Wind gerade besonders heftig pfiff. Das Problem daran: Der Schiedsrichter gab das Tor, jetzt läuft die Debatte darüber, ob das überhaupt möglich sei: Im Reglement ist ein Abschlag-Treffer ins eigene Tor aus naheliegenden Gründen nicht vorgesehen - aus einer Distanz von knapp zwei Meter irrt man sich ja eher selten um 180 Grad in der Richtung. Egal, wie der Streit ausgeht (Tor? Oder nur eine Ecke? Ergebnis-Annulierung?), sehenswert ist der Klipp allemal:
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Microsofts erste App für Android
Microsoft hat erstmals eine App für Googles Handy-Betriebssystem Android veröffentlicht - ein Zeichen dafür, dass Redmond schon lange nicht mehr das verschlossene, stets auf die Durchsetzung eigener Standards drängende Softwareunternehmen ist, als das es noch immer gilt. "Microsoft Tag" ist nur ein Barcode-Leser, mit dem echtweltliche Barcodes fotografiert und analysiert werden können. Seit über einem Jahr gibt es Microsoft Tag schon auf dem iPhone - und seitdem auch auf Windows Mobile, J2ME, Blackberry und Symbian-S60-Handys. Flexibler, als man denkt, die Jungs aus Redmond.
Blinde Computerspieler: Per Navigationsgerät durch Hyrule
Mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung haben vier junge Männer aus Australien einem blinden Freund den Videospielklassiker "Legend of Zelda" eröffnet: Zwei Jahre lang protokollierten sie jeden Schritt, den sie im Spiel machten - eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die sich der blinde Freund per Sprachausgabe vorlesen lassen kann, quasi ein Navigationsgerät für das Fantasieland Hyrule.
Videospiele und Blinde sind keine ungewöhnliche Kombination - zum einen gibt eine relativ große Audiogames-Szene, Spiele, die speziell für Blinde und Sehbehinderte entwickelt wurden. Zum anderen gibt es viele Blinde und Sehbehinderte, die sich selbst konventionelle Videospiele erschließen: Prügel-, Baller-, Rennspiele.
GåågleBot: Google dein Haus
Es gibt Nerd-Projekte, die dulden kein: Warum? Etwa das schwedische Bastelprojekt GåågleBot. Der GåågleBot ist ein umgebauter Roomba-Roboterstaubsauger, der sich durchs Haus bewegt und per Kameraauge geschriebenen Text entdeckt, fotografiert und in durchsuchbare Form bringt. Wie das letztlich aussieht, zeigt diese Webdemo: Wer in die Suchmaske "Wii" eingibt, bekommt alle Bildfunde der GåågleBot-Demo-Exkursion vorgelegt. Ein Video sollte alle anderen Fragen klären.
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