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08.03.2010
 

DVD-Filmbeileger

Wahlkampf im Dschungelcamp

Von Johannes Sträter

Winterfrust? Kein Problem! Mit einem ganzen Bündel frischer Beileger-DVDs sorgen die Publikumsmagazine für spannende Abwechslung vom endlosen Schmuddelwetter. SPIEGEL ONLINE zeigt, wo Sie die richtigen Filme für Ihren Geschmack finden.

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"Home of the Brave", USA 2006. Regie: Irwin Winkler. Darsteller: Jessica Biel, Samuel L. Jackson. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 102 Min. FSK: 16. Preis: 3,90 Euro.

Als die USA im Jahr 2006 noch tief in den Problemen nach dem zweiten Irakkrieg steckten, versuchte Produzent und Regisseur Irwin Winkler ("Good Fellas") sich als Erster an diesem heiklen Thema - vier Jahre, bevor Kathryn Bigelow mit "The Hurt Locker" sechs Oscars abräumte. Den Plot hat Winkler traditionell konstruiert: Vier Soldaten einer US-Einheit geraten während ihrer letzten Patrouille vor dem Heimflug in einen blutigen Hinterhalt. Zwar kommen alle äußerlich mehr oder minder unversehrt davon, tragen jedoch umso schwerer am Erlebten. Zuhause angekommen, klappt natürlich erst einmal gar nichts. Jeder von ihnen versucht, für sich einen Weg aus der Krise zu finden - der endet jedoch nicht immer gut.

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Wie schon für "Black Hawk Down" (2001) bot auch diesmal Marokko wieder eine prima Orientkulisse, ohne dass sich das Filmteam am Originalschauplatz womöglich in echte Gefahr begeben musste. Doch die Knallerei macht sowieso nur den kleinsten Teil des Dramas aus, das sich ansonsten in Washington abspielt. Die US-Filmkritik zerriss den Streifen in der Luft und nominierte nur Sheryl Crows eingängigen Titelsong für einen "Golden Globe". Hierzulande sah man das anders: Für das "gut besetzte, nobel motivierte Heimkehrerdrama" sprach Blickpunkt Film seine klare Empfehlung aus.

Bis 6. April im Handel

Computer Bild

"Lucky Number Slevin", D/USA 2006. Regie: Paul McGuigan. Darsteller: Josh Hartnett, Lucy Liu. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 106 Min. FSK: 16 Jahre. Preis: 3,70 Euro.

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Ebenso "vorzüglich besetzt" und "sorgfältig inszeniert" nennt das Lexikon des internationalen Films den fetzigen Gangsterthriller, mit dem die "Computer Bild" diesmal aufwartet. Dort stolpert der vom Schicksal arg gebeutelte Slevin Kelevra (Josh Hartnett) ungewollt in Teufels Küche, als er die Wohnung eines Freundes benutzt, hinter dem zwei verfeindete Gangsterbosse her sind. Die halten nun Slevin für den Gesuchten, der mächtig unter Druck gerät, aber zum Glück von der gewitzten Nachbarin Lindsey (Lucy Liu) Hilfe bekommt. Man ahnt, dass hier alles anders ist, als es scheint und am Ende eine dicke Überraschung ansteht.

Tolle Dialoge, gut gelaunte Darsteller und ein ausgefuchstes Drehbuch lassen keine Minute Langeweile aufkommen. Trotz ordentlicher Kinoeinnahmen andernorts erschien der Film in Deutschland leider nie auf der Leinwand, was angesichts seiner Starpower von Bruce Willis über Ben Kingsley bis hin zu Morgan Freeman verwundert. Wer an Verwicklungskrimis wie "Die üblichen Verdächtigen" (1995) seine Freude hat, sollte hier unbedingt zugreifen und sich diese fast zwei Stunden intelligente Unterhaltung gönnen.

Bis 14. März im Handel

PC Action

"Weirdsville", CDN/USA 2007. Regie: Allan Moyle. Darsteller: Wes Bentley, Scott Speedman. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 87 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 7,90 Euro.

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Nachdem sie die zum Verkauf erhaltene Ware ihres Dealers selbst genossen haben, erleben die beiden Kiffer-Kumpel Dexter (Scott Speedman) und Royce (Wes Bentley) ihren ganz eigenen Horrortrip. Erst stirbt ihre Freundin an einer Überdosis, dann wollen sie durch einen lukrativen Einbruch alles wieder gut machen. Doch im Dunkel der kalten, kanadische Nacht sind sie nicht alleine unterwegs: Satanisten, kleinwüchsige Schwertkämpfer und knochenbrechende Bodyguards lassen ihnen keine Ruhe.

Zwischen Klamauk, Drogendrama und Horrorkomödie pirscht Allan Moyle ("XChange") sich an das große Genrevorbild "Trainspotting" (1996) heran. Dabei flimmern einige richtig nette Ideen über den Schirm, denen manchmal nur ein wenig die Konsequenz fehlt. Aber die Optik und der Soundtrack stimmen, so dass der Film ähnlich gestrickte Konkurrenten durchaus in den Schatten stellt.

Erscheint am 10. März im Handel

PC Go

"Der vierte Engel", CDN/GB 2001. Regie: John Irvin. Darsteller: Jeremy Irons, Forest Whitaker. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 92 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 6,99 Euro.

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Es sollte ein schöner Indienurlaub mit Familie werden, doch das Flugzeug wird entführt und der britische Star-Journalist Jack Elgin (Jeremy Irons) verliert dabei seine Frau und zwei Töchter. Als die inhaftierten Entführer wenig später wieder entlassen werden und niemand sich dafür zu interessieren scheint, nimmt Jack die Sache selbst in Hand. Aus dem rechtschaffenen Journalisten wird ein eiskalter Racheengel.

Zusammen mit einem gewohnt dramatisch agierenden Hauptdarsteller Jeremy Irons ("Das Geisterhaus") zeigt besonders Forest Whitaker ("Ghost Dog") in der Rolle eines FBI-Agenten, dass er seinen 2007 gewonnen Oscar wert ist. Auch gut dosierte Pyrotechnik-Effekte und solides Filmhandwerk verdecken jedoch nicht, dass die Story vor Plattitüden und zweifelhafter Moral nur so strotzt. Da wundert es wenig, wenn die Produktionsfirma nach den Anschlägen vom 11. September 2001 den Film in den USA verschämt zurückhielt und erst 2003 versuchte, mit einer DVD noch ein paar Dollar zu verdienen.

Bis 8. April im Handel

PC Magazin

"Jet Li - The Swordmaster", HK 1993. Regie: Wong Jing. Darsteller: Jet Li, Chingmy Yau. Format: 1,78:1 (16:9). Länge: 102 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 6,99 Euro.

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Der kleine Chang Mo Kei muss erleben, wie seine Eltern vor seinen Augen ermordet werden. Jahre später ist er zu einem genialen Kämpfer (Jet Li) gereift und erhält den Auftrag, ein magisches Schwert vor dem Zugriff der verfeindeten Ming-Sekte zu retten. Erst nach viel Gekloppe und ebenso vielen Toten stellt sich heraus, wer hinter der Verschwörung steckt.

Luftige Kampfakrobatik, abgefahrene Spezial-Effekte und allerlei ansehnliche Mittelalterkulissen geben dem Fan des Hongkong-Films alles, wonach er sucht. Hinter der Story steckt eine komplexe Wuxia-Vorlage des Schriftstellers Louis Cha, die man aufgrund ihrer verworrenen Vielschichtigkeit kaum in einen einzigen Film pressen kann. Trotzdem versuchte man es seit 1978 immer wieder, hier bereits zum siebten Mal - und schuf dabei einen schicken Genre-Klassiker.

Bis 8. April im Handel

TV Direkt

"Swing Vote", USA 2008. Regie: Joshua Michael Stern. Darsteller: Kevin Costner, Madeleine Carroll. Format: 1,85:1 (16:9). Länge: 114 Min. Ton: Deutsch/Englisch OmU. FSK: 6 Jahre. Heftpreis: 3,30 Euro.

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In einem verschlafenen Wüstenkaff lebt der antriebsarme Bud (Kevin Costner) in den Tag hinein und wird nur von seiner smarten Tochter Molly (Madeleine Carroll) auf Trab gehalten. Trotz seines Versprechens lässt er sie mal wieder hängen und geht auch diesmal nicht zur Präsidentschaftswahl. Wütend versucht sie selbst zu wählen, doch durch eine technische Panne müsste die Stimmabgabe wiederholt werden. Währenddessen stellt sich heraus, dass die Wahlkandidaten exakt gleichauf liegen und Buds Wahl nun über den neuen Präsidenten entscheidet.

Nach den äußerst knappen US-Wahlen im Jahr 2000 musste Hollywood das Thema irgendwann aufgreifen und die Frage stellen, was eigentlich passiert, wenn das Ergebnis von einer einzigen Stimme abhängt. Mit einer musterschülerhaften Madeleine Carroll ("Resident Evil 3") als guter Seele bemüht sich Regisseur Michael Stern um moralische Korrektheit. Die wird aber so pathosarm und hoffnungsfroh verpackt, dass es schon wieder Spaß macht, die Läuterung des versoffenen Tunichtguts Bud bis zum leicht erratbaren Ende zu verfolgen. Wer mag, sollte es mit dem englischen Originalton oder sogar dem Audiokommentar des Regisseurs versuchen: Beide Optionen sind - abweichend vom Cover auch inklusive deutscher Untertitel - diesmal auf der Beileger-DVD enthalten.

Bis 18. März im Handel

TV Movie

"Turistas", USA 2006. Regie: John Stockwell. Darsteller: Josh Duhamel, Melissa George. Format: 1,85:1 (16:9). Länge: 87 Min. FSK: 16 Jahre (gekürzt). Heftpreis: 3,50 Euro.

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Nach einem blöden Busunfall an der brasilianischen Küste wird eine zufällige Schicksalsgemeinschaft abenteuerlustiger Rucksacktouristen bis aufs Hemd ausgeraubt. Das ist aber nur der erste Akt einer tödlichen Falle. Denn in der Hoffnung auf Hilfe lässt sich die Truppe anschließend in den Dschungel locken, wo ein skrupelloser Organhändler die wohlgenährten "Gringos" buchstäblich ausweiden will.

John Stockwell ("Into the Blue", "Blue Crush") drehte wieder einmal mit schönen Körpern in irgendeinem Naturparadies, das alsbald zur Kulisse einer zunehmend blutigen Menschenjagd verkommt. Fast drei Minuten davon fielen zwar dem Jugendschutz zum Opfer, es bleibt jedoch trotzdem genug Thrill übrig, um Wetten auf die potentiell Überlebenden abzuschließen. Leider wurde dieser durchaus gelungene Slasher-Ansatz mit reichlich xenophobem Moralquark kombiniert, der gehörig den Spaß verdirbt.

Bis 18. März im Handel

Widescreen Vision

"Takedown", USA 2000. Regie: Joe Chappelle. Darsteller: Skeet Ulrich, Russel Wong. Format: 1,78:1 (16:9). Länge: FSK: 16 Jahre. Preis 6,50 Euro

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Als Computer noch eine Geheimwissenschaft und Hacker deren mystische Helden waren, entstand so mancher mehr oder weniger reißerische Krimi darüber. "Takedown" war einer der Besseren, gleichzeitig aber umstrittensten darunter. Regisseur Joe Chappelle nahm sich den Fall des berühmten US-Hackers Kevin Mitnick vor, der bereits 1988 wegen Einbruchs in das Pentagon-Netzwerk inhaftiert wurde. 1995 landete er erneut für fünf Jahre im Gefängnis. Die Geschichte von Mitnicks zweiter Überführung ist bis heute eine Hacker-Legende.

Im Film soll sein Alter Ego Kevin Mitchnick (Skeet Ulrich) in eine Falle gelockt werden, entdeckt dabei aber zufällig ein brisantes Computervirus, das der obercoole Sicherheitsexperte Shimomura (Russel Wong) entwickelt hat, um für seine Firma weltweit Datennetze zu manipulieren. Analog zum wahren Fall Mitnick ist das Ende klar - er wird vom FBI gefasst - doch der unterhaltsam inszenierte, bis zum Showdown spannende Weg dorthin erschien der Hackergemeinde dermaßen hanebüchen, dass sie mit ihrer Dokumentation "Freedom Downtime" 2001 einen Kontrapunkt setzte. Mitnick erlangte dadurch nur noch mehr Prominenz und wird bis heute selbst immer öfter von seinen umtriebigen Hacker-Kollegen aufs Korn genommen.

Bis 6. April im Handel

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