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16.04.2010
 

Spam-Studie

GMX-Mutterfirma zweifelt Fraunhofer-Studie an

Zum Beispiel GMX: Spam oder kein Spam?
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E-Mail-Werbemüll ist eine Last. Entsprechende Aufmerksamkeit erntete eine Studie des Fraunhofer-Instituts SIT über das Spam-Aufkommen bei Freemailern. Nun protestiert der Verlierer des Vergleichs: Die Studie sei von Microsoft finanziert. Stimmt, sagt Fraunhofer, aber das ändere nichts.

Yahoo vorn, Microsofts Hotmail auf dem zweiten Platz, abgeschlagen GMX und Web.de: Dass die Ergebnisse der am Montag vom renommierten Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) veröffentlichten Kurzstudie zur Werbemüll-Durchseuchung verschiedener kostenfreier Webmail-Angebote bei den populären deutschen Freemail-Diensten nicht gut ankommen würden, konnte man sich denken. Bei der GMX- und Web.de-Mutter 1&1 Internet herrscht aber nicht nur Verärgerung, dort empört man sich regelrecht: Die Studie sei von Microsoft finanziert worden, die Untersuchungskriterien mit Microsoft vereinbart, die Studie "nur eine Auftragsstudie".

Dass die Studie tatsächlich mit finanzieller Unterstützung von Microsoft entstand, bestreitet das SIT nicht: Es hatte diese Tatsache bei der Veröffentlichung nur unterverkauft. So findet sich in der Studie selbst nur im Copyright-Vermerk der Satz "Diese Studie wurde vom Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) mit finanzieller Unterstützung der Microsoft Deutschland GmbH erstellt". In der Pressemitteilung zur Veröffentlichung lässt sich das aus einem Zitat von Christian Weghofer, Produkt Marketing Manager für Hotmail bei Microsoft Deutschland erschließen: "Mit der Beauftragung des Fraunhofer Instituts für Sichere Informationstechnologie verfolgten wir das Ziel, unsere Aktivitäten in den letzten Jahren im Bereich Spam-Abwehr einer externen Prüfung zu unterziehen."

Verborgen hat Fraunhofer die Fremdfinanzierung also durchaus nicht. Die Beauftragung von Studien und Expertisen durch Fraunhofer-Institute ist dabei nichts ungewöhnliches, sondern üblich. Markus Schneider, Bereichsleiter Transaktions- und Dokumentensicherheit am SIT und einer der Autoren der Studie, wehrt sich gegen den Vorwurf, eine Auftragsstudie mit quasi bestelltem Ergebnis abgeliefert zu haben. Auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE antwortet Schneider: "Richtig ist, dass Microsoft die Studie finanziell unterstützt hat. Bei der Beauftragung haben wir aber sehr darauf bestanden, dass wir absolut unabhängig agieren können. Entsprechend unseres Vertrags hat Microsoft uns in der Wahl von Methoden und Testkriterien nicht beeinflusst. Es gab auch keine vorhergehenden Aktivitäten unsererseits, durch die wir die Ergebnisse hätten vorhersehen können."

1&1 verweist darauf, dass Fraunhofer die Studie, in der als Testsieger der Microsoft-Konkurrent Yahoo benannt wird, selbst als "nicht repräsentativ" bezeichne. Auch das ist richtig, allerdings im Kontext der ständigen Veränderungen in diesem Geschäftsfeld geschrieben: Fraunhofer verwies auf den Augenblickscharakter der Ergebnisse, da sich die Situation im Themenfeld Spam jederzeit drehen kann.

Ist an eigene Kunden verschickte Werbung Spam?

Gewichtiger scheinen dagegen Argumente, wonach eine direkte Vergleichbarkeit der Dienste deshalb nicht gegeben sei, weil internationale und deutsche Anbieter unter unterschiedlichen rechtlichen Voraussetzungen arbeiteten. So seien deutsche Freemail-Anbieter "gesetzlich verpflichtet (elektronische) Post zuzustellen; Mails, die also unser Rechenzentrum erreichen, müssen den Empfängern auch zugestellt werden, während amerikanische Anbieter an dieser Stelle Mails ungefragt löschen". Dabei blockierten GMX und Web.de bereits bis zu 90 Prozent der einlaufenden, klar als Spam erkenntlichen Mails.

Im Verlaufe des Tests seien darüber hinaus wie bei den untersuchten Konkurrenten auch bei GMX und Web.de keine "externen" Spam-Mails im Eingangsordner eingelaufen. An dieser Stelle wird es pikant, denn tatsächlich führten in der Studie bei GMX und Web.de sozusagen nicht externe Spams zur Abwertung: Gemeint ist die Flut der dienstinternen Werbe-Newsletter. "Derartige Newsletter", behauptet 1&1, zählten aber "per Definition nicht als Spam". Davon ab könnten "diese Informationen an unsere Nutzer gefiltert und meist auch abbestellt werden".

So ist das, mehr oder weniger: Zwar beschickt beispielsweise GMX seine Nutzer jede Woche mit einer Auswahl an Mails, die mit Werbung vollgepackt sind, bietet aber an, diese "als Spam behandeln" zu lassen. Keiner der Newsletter bietet dagegen eine einfache, intuitiv auffindbare Möglichkeit der Abbestellung. Wer aber genug Zeit, Geduld und Findigkeit mitbringt, hat in Einzelfällen die Möglichkeit, den einen oder anderen abzubestellen. Spam im eigentlichen, rechtlichen Sinne sind die internen Werbemails zwar wirklich nicht: Man hat den Zusendungen durch Anlegen des Mailaccounts zugestimmt. Für viele Nutzer dürfte das allerdings kaum einen Unterschied machen.

So sah man das offenbar auch bei Fraunhofer. Markus Schneider: "In unserer Studie betrachten wir die Mails als Spam, die der Nutzer des E-Maildienstes als unerwünscht empfinden kann. Dazu haben wir auch die Mails gezählt, die der Nutzer nicht oder nur schwer abbestellen kann. Der Newsletter eines E-Mail-Anbieters, den man entweder ausdrücklich bestellt oder auch einfach abbestellen kann, haben wir nicht als Spam gewertet. Wenn sich aber wie teilweise bei Web.de oder GMX bestimmte Nachrichten gar nicht oder nur mit einem Postanschreiben die Zusendung abbestellen lassen, denken wir, dass der Nutzer solche Nachrichten als Spam auffassen kann."

Vorwurf: Studie erfasst nicht, was die deutschen Anbieter gut machen

Bleibt der Vorwurf der GMX- und Web.de-Mutter, die Studie versäume es, die eigentlich relevanten Aspekte überhaupt zu untersuchen. Dazu Michael d'Aguiar, Sprecher der Marken Web.de, GMX und 1&1: "Von Relevanz sind ausschließlich die so genannten False Positives. Das sind Mails, die der Nutzer erwartet und erhalten möchte, und die durch den Dienste-Anbieter versehentlich in den Spam-Ordner einsortiert wurden. Dieser Frage ging das SIT in seiner Untersuchung nicht nach. Tests renommierter Fachzeitschriften haben ergeben, dass GMX und Web.de gerade bei dieser Frage, nämlich nach der Qualität der Spam-Filter, die besten Ergebnisse verzeichnet."

Laut Markus Schneider ist diese Lücke in der Untersuchungsmethode angelegt: Untersucht wurden frisch angelegte Mailkonten, die keine Aktivität aufwiesen und so eigentlich weder reguläre Mails noch Spam, der eine Reaktion auf Aktivitäten des Konteninhabers hätte sein können, anziehen konnte. Im Klartext: Die Studie bezog sich nur auf die Frage des "Grundrauschens": Wie viel Werbemüll zieht so ein Konto schon durch seine bloße Existenz an, und wie geht der Dienstbetreiber damit um?

Markus Schneider: "In der Tat haben wir keine False-Positives untersucht , obwohl das sicher ein weiterer interessanter Betrachtungspunkt gewesen wäre. In der Studie ging es jedoch ausschließlich um die Betrachtung von False-Negatives, die für Benutzer unstrittig von großer Bedeutung sind. Die Behandlung von False-Negatives ermöglichte uns eine rein passive Vorgehensweise und damit größtmögliche Neutralität. Will man hingegen False-Positives untersuchen, muss man ein eigenes Mail-Aufkommen erzeugen und greift aktiv in die Systeme ein. Gerade dies hätte die Neutralität der Studie gefährdet, denn unsere selbsterstellen Nachrichten hätten Anbieter unverhältnismäßig begünstigen oder benachteiligen können."

pat

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insgesamt 25 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
17.04.2010 von diet06: .

Web.de filtert kostenpflichtig SPAM raus. Als Mitglied habe ich 3 Email-Adressen, die guten hab ich noch nicht aufgebraucht. Allerdings ist web.de als Startseite unbrauchbar, es gibt keinen redaktionellen Teil. Soviel Werbung auf [...] mehr...

17.04.2010 von agerschi: von GMX zu Google

Ich hatte bis vor ca. einem Jahr auch eine E-Mailadresse bei GMX. Aber die Spam-Nachrichten wurden immer mehr, obwohl ich die Adresse nicht für Foren-Anmeldungen etc. benutzt habe. Neben dieser Tatsache, der fehlenden [...] mehr...

17.04.2010 von heiden98: Daemlich

nach einigen kurzen Erfahrungen mit GMX "von der anderen Seite" aus haette ich sowieso kein Interesse an einem Account bei denen: vor ca 3 Jahren wurden ganz regulaere Emails von meinem Buero in China (hiesiger Provider [...] mehr...

17.04.2010 von Sydneydude: Hirnverbrannt

Das schlimme am gmx-Spam ist nicht einmal die Menge an sich, sondern die Tatsache, dass es sich um die allerunterste Schublade hirnverbrannten Werbemuells handelt- ganz schlimmes Zeugs! Natuerlich koennte ich einfach den [...] mehr...

17.04.2010 von ichbittesie: Thema

Ich bin auch seit 1998 zufrieden mit gmx früher konnte man selbst die gmxspam noch erfolgreich filtern übrigens alles www.united-internet.de United Internet Media, die Vermarktungsgesellschaft unserer Portale GMX, WEB.DE, [...] mehr...

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