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20.05.2010
 

Browser

Ein App-Store für Chrome

Chrome-Symbol: Googles Browser ist auf dem VormarschZur Großansicht

Chrome-Symbol: Googles Browser ist auf dem Vormarsch

Der App Store wird zunehmend zum Standardgeschäftsmodell aller Hard- und Software, die man mit Modulen aufbohren kann. Jetzt folgt Google seinen Konkurrenten auf dem Browser-Markt mit einem entsprechenden Angebot. Im Chrome Store soll es kostenlose, aber auch kostenpflichtige Software geben.

San Francisco/Hamburg - Google hat nie einen Hehl daraus gemacht, mit seinen Internetprogrammen auch den Desktop erobern zu wollen. Seit langem schon gibt es Google-Programme, die Desktop-Suche anbieten oder an den E-Mail-Account geknüpft Office-Programmfunktionen zur Verfügung stellen. Mittelfristig soll Googles Browser-Software Chrome gar zum integralen Bestandteil eines eigenen Betriebssystems werden - dem Linux-basierten Chrome OS, für das der Browser dann so etwas wie die Oberfläche stellt.

Wer so etwas plant, muss sich breit aufstellen, braucht mehr als Suchfunktion, Schreibprogramm, Atlas, Satellitenbildalbum oder Mail-Account. Wie man aber in kürzester Zeit zu einer Unzahl von Programmen und Applikationen kommt, ohne dafür viel tun zu müssen, hat vor allem Apple in den letzten Jahren vorgeführt: Man eröffnet einen App-Store und erlaubt es Programmierern, dort eigene Software gegen Provision zu verkaufen. Der Shop-Betreiber bekommt von den Entwicklern Mehrwerte geliefert - und die bezahlen sogar noch dafür. Kein Wunder, dass das Grundkonzept inzwischen von allen möglichen Firmen nachgeahmt wird.

Und nun auch von Google: Der Internet-Konzern stellte am Mittwoch eine Plattform für Software vor, die mit dem Chrome-Browser und dem geplanten neuen Betriebssystem genutzt werden kann. Gemäß Googles Vision der Computer- Zukunft geht es um web-basierte Programme, die aus dem Internet laufen. Und anders als in den App-Stores der Browser-Konkurrenz von Opera oder Firefox, wo Fans für Fans kostenlose Widgets und Apps veröffentlichen, soll es im Chrome Web Store sowohl kostenpflichtige als auch Gratis-Software geben. Die Plattform werde im späteren Jahresverlauf eröffnet, kündigte Google bei einer Entwicklerkonferenz in San Francisco an.

Der Chrome-Browser, behauptet Google, habe inzwischen 70 Millionen Nutzer gewonnen. Für den zuletzt rasant wachsenden Erfolg gibt es tatsächlich einige Indizien: Das Marktforschungsunternehmen Net Applications sieht Chrome mittlerweile bei einem weltweiten Marktanteil von 6,7 Prozent. Chrome wäre damit neben Firefox der größte Nutznießer des langsamen Rückgangs von Microsofts Internet Explorer (MSIE), der Google-Browser konnte seine Marktanteile seit Dezember 2009 um rund 30 Prozent steigern.

Das gelingt Chrome nicht zuletzt dadurch, dass es huckepack mit den Installationen von Google Earth ausgeliefert wird: Wer einen entsprechenden Haken bei der Installation von Google Earth nicht entfernt, bekommt auch Chrome aufgespielt. Mit ähnlichen Strategien der Koppelung von Produkten hatte auch Microsoft einst dem MSIE zu Erfolg und zeitweiligen Monopol verholfen.

pat/dpa

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