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21.05.2010
 

Schwere Panne

Facebook hat Nutzerdaten an Werbekunden verraten

Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Immer Ärger mit der PrivatsphäreZur Großansicht
AP

Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Immer Ärger mit der Privatsphäre

Wer klickt denn da? Facebook hat seinen Werbekunden verraten, welche Nutzer auf Anzeigen klicken - obwohl den Mitgliedern der Schutz ihrer Daten versprochen wird. Die Panne betrifft laut "Wall Street Journal" auch die sozialen Netzwerke MySpace und Hi5.

New York/Hamburg - Facebook ermöglichte Werbekunden laut einem Zeitungsbericht teilweise die Identifizierung von Nutzern. Dies stehe im Widerspruch zu Facebooks Datenschutzbestimmungen, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag. Es geht laut Bericht um die Fälle, in denen Facebook-Nutzer Anzeigen auf ihren Profilseiten anklickten. Dabei seien den Werbekunden unter bestimmten Umständen auch Daten übermittelt worden, aus denen sie den Nutzer identifizieren konnten. Auch andere Anbieter wie MySpace oder Hi5 sollen solche Daten verraten haben.

Denn es ist es üblich, Zusatzinformationen bei Werbeklicks nur anonymisiert zu übermitteln - darauf hatte sich die Internetbranche verständigt, um einer staatlichen Regulierung zuvorzukommen. Doch statt der üblichen wirren Abfolge von Zahlen und Buchstaben haben Facebook, MySpace und Hi5 offenbar Informationen zur Verfügung gestellt, die Mitglieder identifizierbar machen können. Ein Facebook-Sprecher bestätigte den Bericht. Diese Lücke sei aber inzwischen geschlossen worden.

Kritik an Facebook reißt nicht ab

Die Enthüllung kommt für Facebook zur Unzeit: Das Unternehmen steht gerade in der Kritik, weil es aus Sicht von Datenschützern die Nutzer zu freizügigem Umgang mit persönlichen Informationen dränge und zugleich nicht transparent genug beim Datenschutz sei. Pikant an dem Bericht ist auch, dass MySpace ebenso wie das "Wall Street Journal" zum Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch gehört. MySpace, lange das weltgrößte Online-Netzwerk, ist zuletzt deutlich von Facebook abgehängt worden.

Empfänger der Daten waren unter anderem der zu Google gehörige Werbevermarkter DoubleClick und Yahoos Tochterfirma Right Media. Beide Unternehmen erklärten laut "Wall Street Journal", sie seien sich der Übertragung nicht bewusst gewesen und hätten die Daten nicht genutzt.

can/ore/dpa

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