Von Felix Knoke
Die Türkei sperrt wieder Websites. Einem Bericht der "International Business Times" zufolge können türkische Surfer viele Google-Dienste nicht mehr benutzen, darunter die Nachrichten-Sammelstelle Feedburner, die Online-Office Docs und das Videoportal YouTube. Nicht betroffen ist Googles Suchmaschine - dafür das soziale Netzwerk Facebook, das in der Türkei besonders erfolgreich ist. Mit angeblich über 20 Millionen Mitgliedern ist die Türkei eines der Facebook-aktivsten Länder.
Wer eine der gesperrten Seiten ansurft, bekommt einen Hinweis des Internetanbieters: Aus rechtlichen Gründen gesperrt. Details und Hintergründe waren zunächst nicht bekannt.
Der türkische IT-Blog Webrazzi.com wollte in den vergangenen Stunden mithilfe seiner Leser Licht ins Dunkel bringen. Vorläufiger Erkenntnisstand: Um juristische Probleme zu verhindern, haben einige Internetanbieter mit der Filterung einiger YouTube-zugeordneten IP-Adressen begonnen, um die Videoseite aus dem türkischen Internet zu verbannen. Alle Internetdienste, die entsprechende YouTube-Videos einbanden, fielen automatisch auch unter den YouTube-Bann.
Laut Gazetreport.com habe das türkische Kommunikationsministerium verlauten lassen, "einige [ Google-]Angebote zu drosseln." Internetdienste, die Probleme mit der Filterung haben, sollen diese selber lösen.
Die Türkei hat in der Vergangenheit schon mehrfach YouTube-Sperren durchgesetzt, zuletzt 2008, nachdem offenbar ein Clip aufgetaucht war, in dem Staatsgründer Kemal Atatürk geschmäht wurde. Diese Sperren wurden immer wieder aufgehoben, nachdem die fraglichen Clips gelöscht wurden.
Interessant: Die Türkei soll als "ein attraktiver, aufstrebender Markt für Unternehmen aus der Hightech-Industrie" 2011 Partnerland des IT-Interessenverband Bitkom und der Cebit werden. Der Bitkom sprach sich immer wieder gegen Netzsperren in Deutschland aus. Befürchtet der Lobbyverein nicht, mit der Türkei-Partnerschaft den Anschein zu erwecken, ein Zensur-Regime zu unterstützen? Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder zu SPIEGEL ONLINE: "Der Bitkom spricht sich nach wie vor gegen Zugangssperren als Instrument der Netzregulierung aus - im Inland wie im Ausland, in Deutschland wie in der Türkei. Dass die Türkei im Jahr 2011 Partnerland des Bitkom ist, gibt uns Gelegenheit, unsere Argumente vor Ort vorzutragen."
In Jacke eingenäht: Mysteriöses Facebook-Diagramm
Was hat es mit dem Diagramm auf sich, das Facebook-Gründer Marc Zuckerberg auf der D8-Konferenz vergangene Woche nach einem hitzigen Frage-Antwort-Spiel um den Datenschutz bei Facebook preisgab, als er seine Jacke auszog? Ist es ein Sektensymbol, sind es die Insignien einer Verschwörung, ist es ein blöder Witz?
Viel schlimmer, hat SFWeekly.com herausgefunden: Es ist eine Art Mission Statement der Firma Facebook, ein Kalenderspruch im Diagramm-Format. Und er heißt: Daten gehen bei uns ein und aus, so machen wir die Welt offen und vernetzt. Gut, dass die SFWeekly-Bloggerin genau erklärt, wie sich das aus dem bunten Diagramm herauslesen lässt - und verschweigt, was sich damit in Zuckerberg hineinlesen lässt.
China veröffentlicht Internet-Richtlinien
Die chinesische Regierung hat über die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua ein Weißbuch der Internet-Richtlinien veröffentlicht. Es garantiert chinesischen Bürgern ausdrücklich die Redefreiheit im Internet - und verspricht den volksrepublikweiten Ausbau des Internets. Doch um ein "gesundes Wachstum des chinesischen Internets zu fördern", müsse auch verstärkt gegen Onlinekriminalität vorgegangen werden. "Kriminelle Aktivitäten wie die Verbreitung von Obszönitäten, Pornographie und Glückspiel sind noch immer ein drängendes Problem," heißt es auf Seite 7 des Weißbuchs - doch Pornos und Glückspiel galten der chinesischen Regierung immer auch als Vorwand, eine Infrastruktur zur Internetzensur aufzurichten; den goldenen Schild, die chinesische Firewall.
Die ORF Futurezone hat sich das Weißbuch genauer angeschaut, darin einige weitere interessante Aspekte entdeckt, etwa die Seitenhiebe auf ausländische Einflussnahme und Chinas Nicht-Mitspracherecht in internationalen Internetbelangen.
Kartendaten per SMS: Neues aus den Skimmer-Labors
Geldkartenbetrüger dürfen sich zurücklehnen: Neue Skimming-Geräte, mit denen Betrüger EC-Kartendaten und PIN-Nummern direkt am Geldautomaten auslesen und abspeichern können, senden ihre geraubten Daten per SMS an den Datendieb - und haben sogar eine Alarmanlage eingebaut.
Das berichtet der IT-Journalist und Skimming-Faszinierte Brian Krebs in einem neuen Blog-Eintrag. Er hat im Skimmer-Shop Gerätefotos einer Fälscherwerkstatt gefunden. Das 8000 Dollar teure Gerät liest PIN-Nummern mit einer manipulierten Tastatur aus. Wird am Skimming-Gerät manipuliert, werden alle bis dato gespeicherten Daten automatisch per SMS an den Skimmer geschickt - damit von der verminderten Beute zumindest in neue Skimming-Hardware investiert werden kann.
Gesichter: NASAs Weltraumwerbung
Die amerikanische Raumfahrtagentur Nasa hat das Gesicht entdeckt: Mit gleich zwei netten Werbeideen will sie - ja, was will sie eigentlich: Werbung für sich machen, Weltraumbegeisterung auslösen, Menschen glücklich machen?
Zum einen setzt sie das gute alte Spiel fort, Nicht-Astronauten zumindest symbolisch ins Weltall zu schicken. Sie ruft Internetsurfer der Welt dazu auf, Bilder und Namen von sich über die "Face in Space"-Website hochzuladen - die Daten werden dann in einer der nächsten Missionen zur internationalen Raumstation ISS mitgenommen, bei der Rückkehr gibt's ein Onlinezertifikat. Weil bei der Nasa auch Witzbolde sitzen, wird "Face in Space" von der Werbeaktion "Space your Face" flankiert - bei denen gutmütige Surfer sich als Tanzstronaut lächerlich machen können. Tanz, Astronaut, tanz!
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heute hat unser Kanzler Erdogan es angekündigt, dass Google & Youtube Co. bisher in der Türkei kaum Steuer bezahlt hat, weil die Rechnungen aus Irland mit 0% MwSt kommen und damit die Steuer in Irland bezahlt wird, obwohl die [...] mehr...
Es ist egal was gesperrt ist. Der Punkt ist, dass gesperrt wird oder der Zugang zumindest erschwert wird. Wann kapieren es unser Multikulti-Clowns endlich. Die Türkei passt nicht in die EU. Privilegierte Partnerschaft und [...] mehr...
Ich tippe auf die Kombination von beidem. So mancher reagiert da ja schon total hysterisch, wenn die Leitung mal wieder hustet, waren die bösen Islamisten am Werk, die Zensur betreiben. Dass die Richter, die diese Sperren [...] mehr...
Da Google die IP-Ranges von youtube geändert hat, brauchen manche Seiten etwas länger - gesperrt ist jedoch nur youtube (und das ist nicht neu, sondern schon seit 2 Jahren). Facebook war die ganze Zeit über zugänglich und [...] mehr...
Facebook und alle services von google sind frei zugänglich, hab das extra noch von einem rein türkisch aufgesetzten Laptop probiert. Youtube ist schon so lange gesperrt, dass jeder weiss, wie die Sperre zu umgehen ist. Selbst [...] mehr...
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