Die Zahl ist beeindruckend, aber dann doch wenig überraschend: 81 Prozent der Mitglieder eines amerikanischen Verbands für Scheidungsanwälte haben schon einmal Beweise gesichtet oder genutzt, die sie in sozialen Netzwerken gefunden haben. Am häufigsten wurde dabei auf Facebook zurückgegriffen: 66 Prozent der Anwälte fanden hier Hinweise, die die Gegenseite Ins Schwitzen brachte. Abgeschlagen auf Platz zwei und drei: MySpace mit 15 und Twitter mit 5 Prozent.
Dabei seien es gar nicht unbedingt entlarvende Kuss-Bilder, die die Facebook-Nutzer in Bedrängnis brächten. Aber auch ohne derart drastische Beweise für Fehltritte in der Ehe sei es oft erschreckend simpel, kompromittierende Informationen über Ehepartner zu finden. Linda Lea Viken, die Vorsitzende des Verbands, sagt: "Es ist verflixt einfach. Man denkt dann 'Wollt ihr mich auf den Arm nehmen?'" Einige Beispiele dafür, was sich in Sozialen Netzen an Hinweisen finden lässt, verriet der Verband - natürlich ohne die Identität der jeweiligen Klienten preiszugeben:
Solche Beweise spielen in immer mehr Scheidungsprozessen in den USA eine Rolle, bestätigt Anwältin Leslie Matthews aus Colorado. "Die Leute bemerken oft gar nicht, dass ihre Aussagen vor Gericht denen auf ihrer Facebook-Seite komplett widersprechen. Es scheint ihnen nicht einmal in den Sinn zu kommen, dass so etwas auch herauskommen kann."
jmö/AP
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