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14.07.2010
 

Software

Gratis-Virenscanner schützen vor Schurken

Online-Schurken: Wie oft müssen die Signaturen der Schutzsoftware aktualisiert werden?Zur Großansicht
dsin.de

Online-Schurken: Wie oft müssen die Signaturen der Schutzsoftware aktualisiert werden?

Virenschutz muss nicht viel Geld kosten: In einem aktuellen Test schnitten auch diverse kostenfrei nutzbare Programme ordentlich ab, auch wenn man damit in einigen Punkten Abstriche machen muss.

Hannover/Bochum - Sie lauern da draußen im Internet: Viren, Würmer, Hacker und Phisher. Wer seinen Rechner nicht schützt, handelt fahrlässig - vor allem, weil die notwendigen Programme nicht unbedingt Geld kosten müssen. Allerdings gibt es nicht immer Gratislösungen aus einem Guss. Manchmal muss der Anwender mehrere kostenfreie Programme installieren, um auf der sicheren Seite zu sein.

"Man kann auch mit kostenlosen Programmen Sicherheit herbeiführen", sagt Matthias Gärtner, Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. Das bestätigt auch ein aktueller Test der in Hannover erscheinenden Computerfachzeitschrift "c't". Dabei lieferten vier von sechs Kostenlos-Programmen sehr gute Ergebnisse.

Viren, Trojaner oder Rootkits entfernten alle kostenlosen Scanner relativ mühelos. "Die beiden größten Mankos der kostenlosen Virenscanner sind künstlich verlängerte Signatur-Update-Intervalle. Die Aktualisierungen finden also nicht alle paar Stunden, sondern nur etwa einmal am Tag statt, und auch die Verhaltenserkennung lässt meist zu wünschen übrig", erklärt "c't"-Redakteurin Christiane Rütten.

Heuristik, statistische Analyse, Verhaltenserkennung

Der erste Nachteil, die verzögerten Aktualisierungen der Signaturen, ist nach Angaben der Expertin nicht so gravierend. Denn die Erkennung der Signaturen von Viren, eine Art Fingerabdruck der Schädlinge, sei nur eines von mehreren Verfahren, um Schadprogramme zu identifizieren. "Daneben gibt es noch die Heuristik, also die statistische Analyse, und die Verhaltenserkennung", erklärt Rütten.

Der zweite Nachteil, die bei einigen kostenlosen Virenscannern fehlende Verhaltenserkennung, ist dagegen ein größeres Problem. Denn die Erkennung schlägt Alarm, wenn ihr Aktionen eines Programms verdächtig vorkommen. Rütten empfiehlt deshalb, zusätzlich eine kostenlose Software für die Verhaltenserkennung wie Threatfire zu installieren, wenn der Gratis-Virenscanner diese Funktion nicht bietet.

Wichtig ist auch der Schutz vor sogenannten Drive-by-Infektionen. Dabei handelt es sich um das unbeabsichtigte Herunterladen von Schadprogrammen während des Surfens im Internet. Programme, die den Datenstrom in und aus dem Netz überwachen, sind zum Beispiel Avast Free Antivirus und AVG Anti-Virus.

Anti-Spyware und Firewall müssen trotzdem sein

Auch Avira AntiVir überzeugte im Test. Das Programm fiel durch seine Schnelligkeit auf und eignet sich damit neben Avast besonders für Netbooks, die meist leistungsschwächer sind. Microsofts Security Essentials und Pandas Cloud Antivirus überzeugen mit besonders guten Erkennungsraten. Beide Programme sind laut "c't"-Test außerdem besonders für unerfahrene Anwender geeignet, da nicht viel eingestellt werden muss.

Ein kleiner Wermutstropfen der kostenlosen Scanner sind Pops-Ups, die für den Kauf der Vollversion werben. Allerdings ist die Intensität der Werbeeinblendungen von Programm zu Programm unterschiedlich, hat Christiane Rütten festgestellt. Bei Avast sei die Werbung für die Vollversion zum Beispiel sehr dezent, Microsofts Security Essentials blende überhaupt keine Werbung ein.

Nutzer kostenloser Antivirus-Software sollten auch bedenken, dass Werkzeuge wie Anti-Spyware- oder Firewall-Programme nicht unbedingt enthalten sind. "Man muss sich darum kümmern", sagt BSI-Sprecher Gärtner - also entsprechende Software zusätzlich installieren.

Von Sebastian Knoppik, dpa

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