Von Konrad Lischka
Musik ist viel mehr als ein Geschäft, aber sie ist eben auch eines. Darüber, wie sich dieses Geschäft entwickelt, gibt es viele Meinungen. Besonders laut und oft wird dieser "common senf" vorgetragen: Das Internet macht die Musikindustrie kaputt! Oder das Gegenstück: Die Musikindustrie hat das Internet nicht verstanden!
Stimmt das? Im Vergleich zur Verlags- und Filmindustrie versorgt die Musikbranche die Kunden inzwischen mit sehr vielen Digitalangeboten. Aus Konsumentensicht gibt es eine wirklich neue und fundamentale Entwicklung: Wer Musik liebt, wollte sie früher nicht nur hören, sondern horten.
Inzwischen verliert bei jungen Vielhörern der Musikbesitz an Bedeutung. Ein bestimmtes Album mit Booklet oder eine besondere Single sind längst nicht mehr für alle Musikfans das Objekt der Begierde.
Deshalb stehen bei Streaming-Plattformen nicht mehr einzelne Titel im Mittelpunkt, die man für immer besitzen kann. Stattdessen erhält man gegen einen Pauschalbetrag Zugriff auf den gesamten Musikbestand.
Was diese Entwicklung für den Musikmarkt bedeutet, ist noch unklar. Die Umsatzzahlen zeigen erst einmal in eine Richtung - nach unten. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Zahlen (detaillierte Verlaufsdiagramme in der Fotostrecke unten):
Die Statistik zeigt: Der Markt schrumpft, die deutsche Musikindustrie kommt aber vergleichsweise gut davon. Wie sehr die großen Musiklabels über die Krise und Raubkopien klagen, liest man überall. Wie sich der Musikkonsum geändert hat, weiß jeder Nutzer aus eigener Erfahrung. Aber wie erleben Musiker, Labelgründer und Booker den Wandel? Jene Mehrheit im Musikgeschäft, die keine Millionen verdient und unabhängig von Casting-Shows, Marketing-Budgets und Fernseh-Kooperationen Musik macht?
SPIEGEL ONLINE hat die Kleinen und Mittelgroßen der Branche gefragt, was sie aus der Krise machen und protokolliert, wie man heute von Musik lebt.
Auf anderen Social Networks posten:
...die Musikindustrie soviel Geld hat, um einer Mariah Carey im Jahre 2002 50 Millionen!!! Dollar zu bezahlen, damit sie NICHT!! singt, hält sich mein Mitleid in Grenzen. Die Produktionskosten sind in den letzten 20 jahren kaum [...] mehr...
Wie jede andere Branche auch, muss sich auch die Musikbranche immer wieder neu erfinden. Der Untergang wurde ja schon vor Jahren prophezeit und hat bis heute nicht stattgefunden mehr...
Ohne "hauptberufliche" Musiker wäre unsere Kultur um vieles ärmer. Diese Berufsgruppe hat es in nahezu jeder Zivilisation gegeben und sie wurde geachtet, manchmal regelrecht verehrt. Es wäre mehr als schade, wenn wir [...] mehr...
Diese Ansicht vertreten, meiner Meinung nach, nur Leute die nicht wirklich Musik hören. Und wenn, dann nur im Radio zur Betüttelung, auf keinen Fall aber privat. Gut, soll es auch geben. Aber alle gerne Musik hören, werden mir [...] mehr...
Ich zahle nichts für Musik. Musizieren ist ein Hobby, das man in seiner Freizeit ausübt, weil man Freude daran hat. Wer es mag kann dann seine Künste im Internet mit anderen teilen und Inspirationen austauschen. Den Austausch von [...] mehr...
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