Von Felix Knoke
Die britische Polizei hat einen internationalen Betrügerring hochgehen lassen, der mit geklauten Handys und einer kuriosen Betrugsmasche einen Millionenschaden verursachte. Die Betrüger stahlen 1000 iPhones, entfernten die SIM-Karte und schickten diese an Komplizen im Ausland.
Die fütterten einen Anrufautomaten mit diesen SIM-Karten, riefen mit ihnen automatisiert teure Premium-Nummern an - für bis zu 10 Pfund die Minute, auf Kosten der nichtsahnenden Handy-Besitzer. Den Schaden freilich trugen letztlich die Mobilfunkanbieter - denen der Betrug schnell auffiel. Eine internationale polizeiliche Ermittlung später konnten Behörden mehrere Tatverdächtige festnehmen und erstaunt Einblick in ein reichlich komplexes Netzwerk krimineller Verstrickungen erhalten. Die ganze Geschichte dröselt der "Telegraph" auf.
Pentagon dementiert Zusammenarbeit mit WikiLeaks
Hilft das US-Verteidigungsministerium nun der Whistleblower-Organisation WikiLeaks bei der Überarbeitung von rund 15.000 bisher unveröffentlichten Unterlagen aus dem Afghanistankrieg? Ja, sagte WikiLeaks-Frontmann Julian Assange der AP in einem Telefoninterview, über seinen Anwalt habe er erfahren, dass das Pentagon zu Gesprächen bereit wäre.
Die Behörde brachte schnell ein Dementi: Man wolle definitiv nicht mit WikiLeaks zusammenarbeiten. Aber man habe tatsächlich versucht, mit einer Person Kontakt aufzunehmen, die sich als Rechtsanwalt für WikiLeaks ausgab. Diese habe jedoch, heißt es in einem späteren Brief des Pentagons, trotz Zusage nicht auf den Telefonanruf reagiert.
Die fragliche Person heißt Timothy Matusheski und arbeitet auf kostenloser Basis für die umstrittene Informantenseite. Matusheskis Version der Vorgänge hört sich ein wenig anders an: Er habe nie einen Telefontermin erbeten noch ein genaues Datum abgemacht. Er habe allerdings mit einem Kriminalisten der US-Armee eine Durchsicht der fraglichen Dokumente besprochen: "Ihr könntet uns sagen, welche Stellen brisant sind - was wir überarbeiten sollten."
Ein Pressesprecher des Pentagon bezeichnete das Geplänkel in der "New York Times" als irrelevant: WikiLeaks habe "sowohl den Grad unserer Engagements als auch unsere Position zu der Sache falsch dargestellt." Noch immer gelte der alte Grundsatz: "Wir besprechen gerne, wie sie die gestohlenen Dokumente zurückgegeben und sie aus ihren Aufzeichnungen löschen können."
Login-Seite von Facebook noch immer ein Datenleck
Phisher, Scammer, Kontakte-Jäger können noch immer die Login-Seite von Facebook für ihre Zwecke missbrauchen, schreibt The Register. Weil Facebook bei der Eingabe von E-Mail-Adresse und Passwort zwischen den drei Falsch-Varianten "Passwort falsch und E-Mail richtig", "E-Mail falsch und Passwort richtig" und "Beides unrichtig" unterscheidet und jeweils andere Fehlermeldungen ausgibt, können Internetbetrüger oder Hacker das Facebook-Login als Überprüfungsmöglichkeit für E-Mail-Adressen verwenden: Wie genau heißt die geheime Privatadresse?
Das sei "eine der ältesten Sicherheitslücken der Geschichte", zitiert The Register einen Leserbrief. Wer eine dem System unbekannte E-Mail-Adresse eingibt, erhält als Fehlermeldung: "Die von dir angegebene E-Mail gehört zu keinem Konto", wer eine richtige Adresse, aber das falsche Passwort eingibt, liest: "Bitte gib dein Passwort erneut ein". Damit könnten Betrüger lange Listen von irgendwann, irgendwo und von irgendwem zusammengeklaubten E-Mail-Adressen auf Gültigkeit überprüfen - immerhin nehmen über 500 Millionen Internetnutzer an Facebook teil.
Gerücht: Googles Tablet-PC im November
Nur ein Gerücht, aber was für eines: Angeblich bringt Google in Kooperation mit HTC und Verizon am 26. November einen eigenen Tablet-Computer auf den Markt, natürlich mit Googles eigenem Chrome-Betriebssystem. Das zumindest behauptet das Downloadsquad-Blog, anonyme Quellen hätten es über die Pläne unterrichtet. Computerworld wollte der Sache auf den Grund gehen, erhielt aber keine Statements - fütterte allerdings bei den Vermutungen und Behauptungen nach. Und war da nicht etwas mit einem Netzneutralitätsabkommen zwischen Verizon und Google, neulich …?
Massenanstellung: Foxconn heuert an
Iphones, iPads, Dell-Computer: Foxconn muss mehr Computer und Computerbauteile herstellen als je zuvor. Bis Ende des Jahres will das taiwanesische Unternehmen deswegen aufstocken: In China sollen 400.000 neue Fabrikarbeiter angeheuert werden und die Zahl der Arbeitskräfte auf sagenhafte 1,2 bis 1,3 Millionen Menschen anheben - ein Umsatzsprung von 50 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2010 verdeutlicht das Potential, das noch in Foxconn und Computern steckt. Darüber hinaus will Foxconn ein wenig umbauen, Mitarbeiter aus der Sonderwirtschaftszone in Shenzhen weiter landeinwärts, vermutlich näher an ihre Wohnorte bringen. Die Anlagen in Shenzhen sollen sich mehr auf Forschung und Entwicklung, Tests und neue Energiequellen konzentrieren.
Cameron Diaz und der Oktopus-Virus
Mit welchem Gesicht versuchen Internetkriminelle am liebsten ihre Opfer zum Fehlklick zu verleiten? Mit Cameron Diaz Gesicht - sagt zumindest ein Sicherheitsunternehmen, das Klickfallen im Netz unter die Lupe nahm. Unter den Promigesichtern kommen besonders häufig Cameron Diaz, Julia Roberts und Jessica Biel vor. Wer auf der Suche nach Bildern dieser Promis ist, sollte sich also lieber an wohlbekannte, seriöse Nachrichtenseiten halten.
Nicht, dass sich noch jemand mit dem kuriosen Ika-tako-Virus infiziert: Der befällt Festplatten, tauscht Bild- und Systemdateien durch Bildchen von Kraken, Tintenfischen und Seegurken aus. Der Ika-tako-Programmierer scheint auch eher seegurkisch veranlagt. Nach seiner Festnahme - das ging schnell! - gab er an, mit dem Virus nur ausprobiert zu haben, ob sich seine Programmierfähigkeiten verbessert haben seit seiner letzten Festnahme. Bei seiner letzten Festnahme verwendete er Manga-Bildchen statt Seetiere. Das ist Hackerevolution.
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Also an eine Zusammenarbeit von Wikileaks und dem Pentagon glaube ich nicht so recht. Eher habe ich ein Gefühl, daß es dem Pentagon, den US-Geheimdienste, dem US-Militär und bestimmten jetzigen und ehemaligen Politikern der USA, [...] mehr...
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