Von Matthias Kremp
Mit YouTube kann man reich werden. So lautet das Credo einer Analyse des Web-Dienstleisters Tubemogul. Das Unternehmen hat sich die Frage gestellt, wie viel Werbegelder jemand einnimmt, dessen Videos auf YouTube millionenfach abgerufen werden. Die ebenso einfache wie plakative Antwort der Firma: eine ganze Menge. Die Spezialisten des Unternehmens haben ausgerechnet, dass die zehn Top-Verdiener unter den YouTube-Amateuren im vergangenen Jahr (von Juli 2009 bis Juli 2010) jeweils mehr als 100.000 Dollar mit ihren Clips verdient haben - und zum Teil deutlich mehr.
Denn wer bei YouTube Videos einstellt, wird von der Google-Tochter an den Werbeeinnahmen beteiligt. Google nämlich platziert Werbung auf populären Videoseiten, schaltet vor manche Videos kurze Werbefilmchen, die man sich ansehen soll, bevor der eigentliche Film beginnt. Auf diese Weise finanziert sich YouTube - oder soll es zumindest. Bisher nämlich ist YouTube alles andere als profitabel. 2010 soll das erste Jahr werden, in dem das Videoportal Gewinn abwirft.
Trotzdem teilt YouTube seine Einnahmen mit seinen Inhalte-Lieferanten. Wer populäre Videos produziert, soll dafür auch entlohnt werden. Auf welche Weise und in welcher Höhe die Werbeeinnahmen zwischen YouTube und den Videobloggern aufgeteilt werden, hat Tubemogul in einer einfachen Rechnung zusammengefasst, die zugleich als Grundlage für die Einkommensschätzung des Unternehmens dient.
So haben die Analytiker die Einkommen geschätzt
Demnach verlangt YouTube für Bannerwerbung auf seinen Videoseiten einen Preis von 1,50 Dollar pro tausend Besuchern, die halbe-halbe mit den YouTube-Künstlern geteilt werden. Nun könnte man auf die Idee kommen, einfach die Abrufzahlen der Videos durch 1000 zu dividieren, mit 1,5 zu multiplizieren und das Ergebnis durch zwei zu teilen, um auf die Einnahmen der YouTube-Stars zu kommen - doch so einfach macht es sich Tubemogul nicht.
Man müsse noch berücksichtigen, dass ein bestimmter Teil der Websurfer nicht lange genug auf einer YouTube-Seite verweilt, um die Werbung zu sehen. Genau zwei Minuten, so Tubemogul, brauchen die sogenannten Banner-Ads, um in den Browser geladen zu werden. Die würde aber exakt 2,59 Prozent der Nutzer nicht abwarten, sehen deshalb keine Werbung und generieren kein Einkommen. Woher die genannten Zahlen stammen, erklärt das Unternehmen nicht.
Dafür legt es ausführlich dar, wer denn nun die Video-Großverdiener sind. Ob diese Top Ten der YouTube-Amateure aber tatsächlich so üppig gefüllt Bankkonten haben, wie es die von Tubemogul verbreiteten Zahlen andeuten, darf bezweifelt werden. Videoblogger Philip de Franco jedenfalls hat sich schon zu Wort gemeldet, per YouTube-Video natürlich. Darin erklärt er die von Tubemogul veröffentlichten Summen als "vollkommen abseitig", gibt allerdings auch nicht preis, wie hoch seine YouTube-Schecks ausfallen. Vollkommen unbedeutend können sie nicht sein, weist er doch ausdrücklich daraufhin, dass er nicht seines Geldes wegen beliebt sein will.
Andere Blogger weisen in Foren darauf hin, dass YouTube mitnichten einen Preis von 1,50 pro tausend Klicks von seinen Werbepartnern bekommt. Viel eher sei mit 40 bis 60 US-Cent zu rechnen, eine Zahl, die je nach Jahreszeit variiert, denn beispielsweise im Dezember geben die Unternehmen am meisten für Werbung aus.
Blogger trauen den Zahlen nicht
Dass man mit YouTube-Videos nicht reich werden kann, selbst wenn man Millionen Videoabrufe hat, versucht dagegen Blogger Mr. Chi City vergleichsweise offen per Video zu beweisen. In einem Clip, den er allerdings nicht bei YouTube eingestellt hat, zeigt der Blogger, dessen Gesicht man nicht zu sehen bekommt, seine YouTube-Abrechnung für den November 2009. Für mehr als 1,7 Millionen Besucher, die seine YouTube-Seite in jenem Monat besucht haben, wurden ihm von der Google-Tochter 582,11 Dollar überwiesen. Hochgerechnet müsste er also fast 300 Millionen Besucher pro Monat auf seine YouTube-Seite locken, um auf ein Einkommen von 100.000 Dollar zu kommen.
So ganz können die Schätzungen von Tubemogul also nicht stimmen, dass etliche Amateure durch ihre Wackelvideos zu Großverdienern geworden sind - außer, sie haben ihre Popularität genutzt, um nebenbei mit bedruckten T-Shirts Geld zu verdienen - oder sich von TV-Sendern Filme finanzieren zu lassen. Sehen Sie auf den folgenden Seiten, wer die - laut Tubemogul - am besten verdienenden YouTube-Blogger sind:
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ein bekannter von mir hat mit seinem video bereits die millionen-klick grenze geknackt. schön für ihn - einen scheck hat er von youtube allerding nie bekommen. mehr...
Alles gelogen. Früher galt: Papier ist geduldig. Heute gilt: Statistiken sind prinzipiell gefälscht. Wer diesen Zahlen glaubt, der sollte mal sein eigenes Nutzerverhalten analysieren. Gerade die Vielsurfer bei youtube sind [...] mehr...
Bin Ich der einzige der diese Aufstellung peinlich findet? hunderte von Millionen Zuschauer bringen ein Jahreseinkommen von wenigen 100.000 €. Dazu kommen die Kosten des Downloads. Kein Wunder dass die Internetwerbung die [...] mehr...
Es gibt Bannerwerbung auf Youtube? Das erinnert mich an frühere Zeiten. Zeiten vor Adblock Plus... mehr...
But you should check your German: "in 2010" means "2010" in German or "im Jahr 2010" if you prefer it longer. With "Videoabrufe in 2010" you sound like a banker or like wanna-be [...] mehr...
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