Von Richard Meusers
Gedacht ist es als Diebstahl- und Jailbreakschutz, doch Apples Patentantrag zur Überwachung von iPhone & Co. , der ein Gerät selbst entscheiden lässt, wann es als gestohlen gelten möchte, ruft viele Kritiker auf den Plan. Darunter auch die Electronic Frontier Foundation (EFF), die jetzt die neueste Idee der Apfelfirma als "Traitorware" (von "traitor", Verräter) abwatschte.
Unter der Überschrift "Steve Jobs is watching You" rechnet EFF-Anwältin Julie Samuels mit dem Apple-Patent in harschen Worten ab. "Dieses Patent ist wirklich gruselig und aufdringlich, sicher sehr viel mehr, als nötig wäre, um auf den Verlust eines Telefons zu reagieren", schreibt sie und fährt fort: "Diese Spyware und ihr neuer Vetter Traitorware wird sich gleichermaßen negativ auf Unternehmen wie Privatverbraucher auswirken."
Das Gerät könne Fotos vom Besitzer machen, ohne dass dieser davon etwas mitbekäme, genauso, wie es seine Stimme und sogar seinen Herzschlag aufzeichnen könne. "Mit anderen Worten, Apple wird wissen, wo du bist, was du gerade tust oder sagst, und sogar wie schnell dein Herz schlägt". Samuels' Fazit lautet denn auch unmissverständlich: "Apple sollte diese Idee zurückstellen, bevor sie auf das Unternehmen selbst und seine Kunden zurückschlägt."
E-Mail-System bei T-Online gestört
Seit Mittwochvormittag ist der E-Mail-Service bei T-Online gestört. Wie ein Sprecher der Telekom Heise Online bestätigte, hat ein Fehler im Backend zu dem Ausfall geführt. E-Mails lassen sich weder versenden noch empfangen.
Belgischer Staatsanwalt entdeckt Dutroux-Dossier auf Wikileaks
Die Internet-Veröffentlichung von sensiblen Ermittlungsakten aus dem Fall des verurteilten Kinderschänders Marc Dutroux sorgt in Belgien für Ärger. Der Generalstaatsanwalt von Lüttich, Cédric Visart de Bocarmé, sagte dem belgischen Rundfunksender RTBF am Mittwoch, er sei "unglücklich, weil die Dokumente aus Verhandlungsakten stammen, die immer noch der Geheimhaltung unterliegen". Veröffentlicht wurden sie im Internet- Portal Wikileaks, das erst im Juli mit Militärdokumenten aus Afghanistan Schlagzeilen machte.
Das Dossier ist laut den Angaben bei Wikileaks am 26. April 2009 veröffentlicht worden. Es enthält auf 1235 Seiten neben Aussagen Dutroux' auch vertrauliche Aufzeichnungen von Anhörungen von Zeugen, die sich zum Teil nichts zu Schulden kommen ließen, sagte der Jurist. Für sie bestehe jetzt die Gefahr, in der Öffentlichkeit bloßgestellt zu werden. Das Dossier enthält zum Teil auch Adressen und Telefonnummern.
dpa
Forscher
Da fragt sich der geneigte Beobachter, wieso eigentlich viele Computernutzer und Online-Surfer ohne Not so viele Informationen über sich preisgeben. Um die diesem Verhalten zugrundeliegenden Mechanismen auf die Spur zu kommen, wurde eine Studie durchgeführt. Wie "Ars Technica" berichtet, sollen deren Ergebnisse demnächst im "Journal of Consumer Research" veröffentlicht werden.
Die Resultate rücken das Bild vom grundsätzlich sicherheitsbewussten Anwender etwas gerade. Nach verschiedenen Testläufen kamen die Forscher zu dem beunruhigenden Ergebnis, dass die Bereitschaft zur Preisgabe vertraulicher Daten gerade dann steigt, wenn es deutliche Warnzeichen zu ihrer Gefährdung gibt: "Die Offenlegung persönlicher Informationen korrespondiert mit Umweltreizen, bei denen kaum ein Zusammenhang zu objektiven Risiken besteht oder die sogar umgekehrt proportional zu ihnen sind."
Ist also am Ende der User der Idiot, der trotz Warnungen sein Innerstes nach außen kehrt?
Um den Wert dieser Studie einschätzen zu können, wäre es interessant zu wissen gewesen, wer der Auftrageber gewesen ist, aber den verrät "Ars Technica leider nicht. Stecken Software-Hersteller dahinter, könnten Eigeninteressen im Spiel sein.
Orkut erlaubt zielgruppenorientierte Profile
Bisher gibt es das vor allem bei Handyklingeltönen, wenn die Oma eine andere Melodie zugewiesen bekommt als die Freundin oder der Arbeitskollege - je nachdem, wer durchklingelt, wird sich der Handybesitzer beeilen, dranzugehen. Googles soziales Netzwerk Orkut verfolgt einen ähnlichen Weg, wenn es um die Preisgabe persönlicher Informationen auf dem eigenen Profil geht.
Denn wer soll was zu sehen bekommen? Schließlich bewegt sich jeder in unterschiedlichen Rollen durch sein Leben, als Tochter oder Sohn, Liebhaber, Freizeitabenteurer oder seriöser Mitarbeiter. Das macht es nach einer Weile ziemlich schwer, zum Beispiel seinen Facebook-Account allen Kreisen, in denen man sich bewegt, gegenüber kompatibel zu halten.
Manchmal will einer mitteilen, wie toll er im Job ist und was er alles leistet. Und dann will er anderntags über den idiotischen Chef herziehen. Mit einem Orkut-Account ist derlei nun recht gefahrlos möglich, denn dort gibt es schon recht weit vorn Anpassungsmöglichkeiten, die es erlauben, bestimmte Infos nur spezifischen Gruppen zuzuweisen.
So können nur die dort zugeordneten Freunde auch wirklich lesen, was für sie festgelegt ist. Der Familie werden sicher andere Geschichten erzählt als den Arbeitskollegen oder Saufkumpanen nach Feierabend. "ReadWriteWeb" findet das ziemlich interessant: "Man kann jetzt die Privatsphäre-Einstellungen für jeden 'Schrott' oder kleine Notizen auswählen, die auf Orkut gepostet werden, für individuelle Freunde, eine Gruppe, mehrere Gruppen, sämtliche Freunde oder alle, die sich auf Orkut tummeln."
Philadelphia erhebt Blogger-Steuer
Meinungsfreiheit ist ein wertvolles Privileg. Und dieses Privileg wollen sich die Stadtväter im amerikanischen Philadelphia jetzt bezahlen lassen. Wer ein Blog sein eigen nennt und darauf versucht, zum Beispiel mit Adwords ein paar Cent zu verdienen, soll ab sofort eine Gewerbegenehmigung beantragen, die mit satten 300 Dollar zu Buche schlägt. Dabei ist es völlig egal, ob ein Blogger überhaupt nennenswerte Einnahmen gemacht hat. Und damit noch nicht genug.
Neben den 300 Dollar für die Lizenz zum Schreiben werden außerdem noch Lohnsteuer, Gewerbesteuer und Einkommsteuern auf sämtliche neuen Profite fällig - selbst wenn die in den beiden zurückliegenden Jahren nur bei elf Dollar lagen.
Diese Zahl gab eine Bloggerin beim Amt an und bat um Steuernachlass. Keine Chance, erklärten ihr die städtischen Finanzbeamten und rieten der Frau, sie solle halt einen Buchhalter einstellen, berichtet das "Philadelphia Citypaper".
US-Werber wegen Wiederherstellung gelöschter Cookies verklagt
Cookies sind kleine Datensätze, die Surfern einerseits die Internet-Nutzung erleichtern. Dank Cookies muss man sich nicht überall immer neu einloggen oder alle Individualisierungen einer Seite bei jedem Aufruf erneut einstellen. Andererseits können bestimmte Cookies über Surfgewohnheiten eines Computerbesitzers oft mehr verraten, als diesem lieb ist. Darum gibt es zahllose Möglichkeiten, ihre Lebensdauer zu beschränken oder ihren Zugriff ganz zu blocken.
Einmal gelöscht, sollte eigentlich Ruhe im Karton sein und der User auf der sicheren Seite. Doch dann kam Specificmedia, ein großer Anbieter von Onlinereklame und deren Auswertung, und setzte eine Technik zur Wiederherstellung eigentlich gelöschter Cookies ein. Das rief die Behörden in Kalifornien auf den Plan, die wegen Verletzung der Gesetze gegen Computereinbruch letzte Woche ein Gerichtsverfahren gegen Specificmedia anstrengten, wie "Wired" berichtet.
Es ist nicht der erste Prozess dieser Art, den Staatsanwalt Joseph Malley auf den Weg bringt. Allein im Verlauf des letzten Monats gerieten nacheinander Netzgiganten wie MTV, MySpace, Hulu, die TV-Sender ABC und NBC ins Visier der Behörde, genau wie der Mickymaus-Konzern Disney, weil alle auf die Technologie der Zombie-Cookies gesetzt hatten. Im aktuellen Verfahren gegen Specificmedia droht jetzt eine Geldbuße von bis zu fünf Millionen Dollar.
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Ich habe mein Blog-Gewerbe an dem Ort angemeldet an dem der Geschäftsbetrieb stattfindet, also dort wo der physikalische Server steht, die Eingaben selbst finden ja an hunderten Stellen statt. Der Hoster ist der Ort wo alle [...] mehr...
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