Von Felix Knoke
Eine russische Microsoft-Seite hat - versehentlich? - Details und Screenshots vom Internet Explorer 9 (MSIE9) veröffentlicht. Dabei hatte sich Microsoft so viel Mühe gegeben, die Bedienoberfläche des "Neuners" (Beta-Veröffentlichung: 15. September) geheim zu halten. Die bereits verfügbaren Testversionen waren reine Technik-Demonstrationen ohne das so wichtige Interface.
Aus den nun im Netz aufgetauchten Bildern und Infos geht, drei Wochen, bevor sich jeder selbst ein Bild machen kann, hervor: Mit dem MIE9 hat sich Microsoft geschickt an Mozillas Firefox und Googles Chrome bedient. Die superschlanke Oberfläche lässt viel Bildschirmplatz für Websites, die Steuerzentrale ist ein großes Adress- und Suchfeld samt großem Rück- und kleinem Vorwärts-Knopf. Am rechten Bildschirmrand, klein und versteckt, stehen drei Symbole für Einstellungen, Startseite und Favoriten. Die Tabs, also die Reiter der einzelnen innerhalb des Browsers geöffneten Websites, sortiert IE9 wie Chrome am oberen Bildschirmrand. Viel Website im Vorder-, viel Browser im Hintergrund.
Weiter lockt der vorab veröffentlichte MSIE9-Pressetext damit, einzelne Websites aus dem Browser heraus an die Windows-7-Taskbar heften und damit wie ein eigenes Programm starten zu können. Ein besonders schönes Feature nennt sich "quick release tabs": Einfach durch Verschieben eines Tab-Reiters an den Bildschirmrand zeigt MSIE9 mehrere Websites gleichzeitig an. In Zeiten von Breitbild-Monitoren eine tolle Idee, die andere Browser-Hersteller noch nicht hatten - wie üblich mit Ausnahme von Opera, wo zumindest Mehr-Fenster-Vorschauen von Webseiten seit langem Standard sind.
Zdnet hat sich die Screenshots und Infos genauer angeschaut - in den Artikelkommentaren wird darüber diskutiert, wie alt denn die nun aufgetauchten Bilder überhaupt sind. Einige glauben, die Bilder schon im Januar gesehen zu haben ...
Microsoft will sich zu dem Leak nicht äußern: "Wir freuen uns über den Enthusiasmus," sagte ein Microsoft-Sprecher ZDNet. Ob das unter "Lernen von Apple" fällt? Bei apfeligen Microsoft-Konkurrenten gehört es zur Standard-PR-Strategie, die Neugier auf ein neues Produkt durch Gerüchte und Leaks befeuern zu lassen.
Autorennspiel vs. Siena-Pferderennen
Den Entwicklern des Autorennspiels Gran Turismo 5 droht Ärger aus Italien: Weil sie für das Sony-Spiel ohne Erlaubnis Straßen von Siena und die von etwas absurden Palio-Pferderennen bekannte Piazza del Campo abfotografierten und nachbauten, bekamen sie eine schriftliche Beschwerde des Konsortiums zum Schutz des Palio: Wenn ihr die problematischen Inhalte nicht entfernt, werden wir juristische Schritte einleiten.
Einen rechtlichen Hebel haben die Sienesen auch schon gefunden: Im Computerspiel kommen Wappen vor, die urheberrechtlich geschützt sind. Kazunori Yamauchi, GT5-Entwickler, hat deswegen schon mitgeteilt, dass man den Siena-Kurs noch vor dem Veröffentlichungstermin aus dem Spiel nehmen könnte, was aber doch schade um die schöne Strecke wäre.
Im Nacktscanner durch die Straßen
Ein unscheinbarer Van fährt langsam durch die Straße, in ihm schauen Spezialisten auf den Monitor eines Nacktscanners, mit dem Autos im Vorbeifahren durchleuchtet werden können - samt ihren Insassen:
Das ist eine gruselige Geschichte, die Forbes.com da ausgegraben hat: Eine US-Firma habe bereits 500 dieser Nacktscanner auf Rädern an Behörden in den USA und anderen Ländern verkauft. Sie kämen etwa im Irak oder in Afghanistan bei der Suche nach Autobomben zum Einsatz, aber auch zum selben Zweck in amerikanischen Städten. Dass der Röntgen-Scanner auch durch Kleidung blickt, scheint für Hersteller und Behörden kein Problem zu sein.
Auf den von Forbes.com angestellten Vergleich der Geräte mit Nacktscannern antwortet Joe Reiss vom Scanner-Hersteller American Science & Engineering verdutzt: Man könne mit seinem Scanner kaum Geschlecht oder Alter einer Person feststellen, geschweige denn sie wiedererkennen: "Vom Datenschutzstandpunkt aus kann ich einfach nicht verstehen, was das Problem oder der Vorwurf sein soll." Die amerikanische Datenschutz-Initiative EPIC sieht diese Überwachungssysteme umso kritischer: "Kein Wunder, dass Regierung und Verkäufer so begeistert von den Vans sind," sagte EPIC-Chef Marc Rotenberg Forbes.com. "Aber von der Datenschutz-Warte aus ist das eine der aufdringlichsten Technologien, die man sich vorstellen kann."
Eine Antwort auf eine Anfrage, ob AS&E auch Scanner-Vans an deutsche Behörden verkauft hat, steht noch aus.
Vorwürfe: Sexistische Ausbeutung auf Microsofts Hausmesse?
Zu knappe Bekleidung, die weibliches Standpersonal zu Sexobjekten gemacht habe: So lauteten Vorwürfe, die einige der 2700 Mitarbeiter von Microsofts Hausmesse TechEd gegen den Software-Konzern erhoben. Der Versuch, Goldgräber-Stimmung durch möglichst wenig goldglänzende Bekleidung heraufzubeschwören, sei völlig daneben und daneben gegangen. So ein billiger Sexismus stehe Microsoft nicht - einer Firma, die sich eigentlich durch die Förderung von Mitarbeiterinnen hervorgetan habe.
Das sahen auch die beiden Microsoft-Evangelisten Nick Hodge und Catherine Eibner so. Bei Twitter schrieb er: "Luftig angezogene Stand-Hostessen zur Eröffnungsnacht: ja. Freut mich das: nein". Sie: "Ich hab's selbst nicht gesehen, aber ich glaube, das war der schlechte Versuch, lokalen Goldküsten-Kontext zu bieten". Auch Australiens MS-Managerin Tracey Fellows bezeichnete bei Twitter die Aktion als " nicht akzeptabel. PUNKT", "Keine Ahnung, ob das unsere Marketing-Leute waren. Aber jeder sollte verstehen, dass das VÖLLIG FALSCH war."
Das angegriffene Unternehmen zeigte sich betroffen, in einer Stellungnahme offerierte Microsoft eine "ehrliche Entschuldigung" für den Ärger, den die spärlich angezogenen Promo-Mitarbeiterinnen verursacht haben - merke: die Promo-Mitarbeiterinnen, nicht die Einkleider. Denn: "Wir wussten nichts über die exakte Kostümierung bis zum Veranstaltungstag, wo es zu spät war, das Problem anzugehen."
Alles Blödsinn, wehren sich die angegriffenen Promo-Mitarbeiterinnen. Deren Hauptverantwortliche wirft Microsoft Flunkerei vor: Microsoft wusste schon lange von den Kostümen, das Microsoft-Event-Team habe sie ja selbst ausgesucht. Vom "Sydney Morning Herald" um einen Kommentar gebeten, erklärt Microsoft: "Wir stehen hinter unserem ersten Statement, allerdings war das unsere Show, wir übernehmen die volle Verantwortung, es war eine falsche Entscheidung."
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Hmm... Gibt's neben den vielen Hyperlinks zu Meinungen von Microsoft-Mitarbeitern über die zu knappen Outfits der Microsoft-Mitarbeiterinnen zufällig auch einen Hyperlink zu Bildern, die diese Mitarbeiterinnen zeigen? Ich möchte [...] mehr...
von was er sonst keine Ahnung hat, darüber lässt sich spekulieren. Die Seite, auf die Herr Knoke verlinkt enthält EIN Bild, und nicht mehrere. Außerdem, wenn sich der IE schon wo bedient hat, dann an Chrome ... ich sehe da weit [...] mehr...
Wie kann man nur so blöd sein und die dinger als nacktscanner bezeichnen? Auch das die wohl gar nicht für den spazierfahrteneinsatz in den USA gedacht sind, dürfte auffallen wenn man etwas nachdenkt. mehr...
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