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28.08.2010
 

Online-Ablagesysteme

Die Überall-Notizen im Netz

Überall-Notizbuch Evernote: Auf dem PC, Im Webbrowser und im Smartphone zuhauseZur Großansicht

Überall-Notizbuch Evernote: Auf dem PC, Im Webbrowser und im Smartphone zuhause

Eine Idee hier, eine Webseite dort, ein Text woanders: Wer mit vielen Dokumenten umgeht sollte überlegen, seine Datensammlung ins Netz zu verlagern. Online-Notizblöcke machen Aufzeichnungen weltweit und schnell verfügbar - Privates oder Geheimes sollte man aber für sich behalten.

Bremen - Wer kennt das nicht? Unterwegs eine gute Idee, hingekritzelt auf Papier, das dann mühevoll abgetippt werden muss - wenn es vorher nicht verloren geht. Abhilfe versprechen Notizdienste im Netz, die über verschiedene Wege angesprochen werden können und sogar Archivanforderungen entsprechen. Vorteil solcher Systeme ist ihre ständige Verfügbarkeit. Die Notizen werden zentral auf einem Server gespeichert, der regelmäßig gesichert wird und außerdem über jeden Browser aufgerufen werden kann.

Mit passender Software für den Desktop bietet das System aber auch die Möglichkeit, das Notiz-Archiv lokal abzulegen - was zum Beispiel für Studenten, Journalisten, Forscher und alle sinnvoll ist, die viele Daten zu einem Thema sammeln müssen. "Entscheidend ist, dass man die Daten strukturieren und durchsuchen kann", sagt die Bremer Archivarin Inga Bachmann. Denn nur so ließen sich die Informationen auch finden. Eine Volltextsuche und Verschlagwortung seien sehr wichtig.

Einer dieser Dienste ist Memonic. Der aus der Schweiz stammende Service, der sehr an das inzwischen nicht weiter entwickelte Google Notebook erinnert, bietet die Möglichkeit, Inhalte von Webseiten inklusive Bildern und Videos sowie E-Mails und Dokumente zu sichern. "Noch ist das System nicht ganz fertig", sagt Bachmann. Für den Privatgebrauch könne man es aber schon einsetzen. Dabei gruppiert der Nutzer seine Notizen in "Sets" genannten Themenpaketen, die virtuellen Aktenordnern gleichen.

Zugleich kann man Notizen von Hand anlegen. Memonic ist vollkommen webbasiert - ein eigener Client existiert nicht. Allerdings gibt es eine Erweiterung, die sich in das Office-Paket von Microsoft einklinkt. Damit lassen sich Office-Dateien direkt in Memonic hochladen und speichern. Außerdem bietet das im November 2009 gestartete Projekt die Möglichkeit, über eine sogenannte App direkt vom iPhone Notizen zu erstellen. Eine besondere Funktion ist dabei noch die Möglichkeit, Inhalte per Link, Twitter oder Facebook mit anderen zu teilen und die Notizen auch zu kommentieren. Kostenlos ist das allerdings nur für 100 Memos. Das ist genug für den Gelegenheitsnutzer, allerdings nichts für das Archiv. Mit unbegrenztem Speicherplatz kostet Memonic in der Einführungsphase 29 Euro jährlich, danach 34,99 Euro.

Online-Notizbuch aus dem Web-Baukasten

Einen anderen Weg geht Evernote, das im Monat 40 Megabyte Transfervolumen kostenlos zulässt. Darüber hinaus zahlt der Nutzer 4,95 US-Dollar im Monat oder 45 Dollar im Jahr. Dafür bekommt man bei Evernote aber auch ein entsprechendes Leistungspaket. "Für mich erfüllt Evernote eigentlich alle wichtigen Voraussetzungen", sagt Bachmann. So hält der amerikanische Hersteller einen Desktopclient für Windows und Mac OS X, Apps für iPhone und iPad, Android-Handys und Windows-Mobile-Telefone vor. Darüber hinaus installiert sich eine Erweiterung in Outlook, mit der E-Mails per Mausklick archiviert werden können. Ähnliche Erweiterungen gibt es außerdem für alle gängigen Browser und auch das E-Mail-Programm Thunderbird, wobei die in der aktuellen Programmversion nicht richtig funktioniert.

Evernote bietet die Möglichkeit, die Notizen in verschiedenen Dateiformaten direkt zu speichern, wobei Word-Dokumente der kostenpflichtigen Version vorbehalten bleiben. Dafür sind auch PDF-Dokumente in der Regel durchsuchbar, sofern es sich dabei nicht um Dateien handelt, die aus Bilder erzeugt worden sind. Die Dokumente lassen sich in sogenannten Notizbüchern nach Themen ablegen, zusätzlich können sie verschlagwortet werden. Die zugrundeliegende Datenbank lässt sich verschieben und so auch auf Netzlaufwerke verlegen - der Abgleich mit der Servervariante bleibt dabei unberührt.

Eines allerdings sollten Nutzer von allen webbasierten Systemen wissen, warnt Bachmann: "Die Daten liegen zwar auf der eigenen Festplatte. Aber eben auch auf einem fremden Webserver." Das bedeute, dass sie bei einem Ausfall zwar weiterhin zur Verfügung stehen. Wer aber noch Zugriff hat, ist nicht bekannt. Sensible Daten sollte man daher lieber nicht in diesen Notizsystemen ablegen.

Ein solches System kann man sich auch selbst einrichten, wenn man über einen Webspace - Speicherplatz im Netz - oder einen eigenen Webserver verfügt. Dann bieten sich zum Beispiel Wikisysteme wie das einfach zu verwaltende und ohne Datenbank auskommende DokuWiki an. Das setzt aber Grundkenntnisse im Schutz des Servers voraus, außerdem muss man auf Apps verzichten.

Frank Miener, ddp

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Schlagworte und Notizbücher

Zur Strukturierung nutzen die Dienste Schlagworte und Notizbücher. Notizbücher sind mit einem herkömmlichen Aktenordner oder Hängeregister in einem klassischen Archiv zu vergleichen. Die Verschlagwortung geschieht ordnerübegreifend. Dabei werden sämtliche Dokumente bestimmten Themen zugeordnet.

Der Vorteil liegt in der ordnerübergreifenden Nutzung dieser Systematik. Dadurch ist es egal, in welchem Ordner die gesuchten Dokumente liegen. Das wird vor allem wichtig, wenn die Datenmenge so groß geworden ist, dass eine Volltextsuche wenig effektiv ist, zu viele Ergebnisse liefert oder einfach zu lange dauert.

ddp






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