Hintergrund Chronologie des Prozesses
Microsoft steht seit Jahren unter Druck der US-
Kartellbehörden, die einen Missbrauch der monopolartigen Stellung des
weltgrößten Softwarekonzerns in Einzelmärkten vermuten.
Die wichtigsten Etappen des Streits im vergangenen Jahrzehnt:
- Juni 1990 - Das US-Kartellamt beginnt Ermittlungen nach Beschwerden,
Microsoft monopolisiere den Markt für PC-Betriebssysteme.
- 17. Juli 1994 - Microsoft verpflichtet sich in einer Erklärung
gegenüber dem Justizministerium, Computerherstellern mehr Freiheit
für die Installation konkurrierender Betriebssysteme zu geben.
- 12. September 1994 - Netscape liefert seinen ersten Internet-Browser
aus. Der "Navigator" wird schnell zum Standardinstrument für die
Navigation im weltweiten Netz.
- 26. Mai 1995 - Microsoft-Chef Bill Gates erklärt die Entwicklung von
Internet-Software zur Priorität für das Unternehmen.
- 21. Juni 1995 - Geheimtreffen der Vorstände von Microsoft und
Netscape. Angeblich schlägt Microsoft Marktabsprachen vor und bedroht
Netscape mit Sanktionen, falls es nicht zustimmt.
- November 1995 - Microsoft führt seinen ersten Internet-Browser
"Explorer" ein.
- Oktober 1997 - Das Justizministerium verklagt Microsoft wegen
Verletzung der Verpflichtung zur Marktöffnung von 1994.
- 11. Dezember 1997 - Richter Thomas Penfield Jackson weist Microsoft
in einer einstweiligen Anordnung an, PC-Hersteller nicht mehr zur
Installation des "Explorer" mit Windows zu verpflichten.
- 18. Mai 1998 - Das Justizministerium und 20 US-Staaten reichen Klage
gegen Microsoft wegen Verstoßes gegen Kartellgesetze ein. Der
Hauptvorwurf: Microsoft missbrauche seine monopolartige Stellung mit
dem Betriebssystem Windows, um Netscape vom Browser-Markt zu drängen.
- 23. Juni 1998 - Ein Berufungsgericht hebt die einstweilige Anordnung
auf.
- 19. Oktober 1998 - Der Prozess gegen Microsoft wird eröffnet.
- 24. November 1998 - Der weltgrößte Online-Dienst AOL kauft Netscape
für zehn Milliarden Dollar.
- 5. November 1999 - Schwere Schlappe für Microsoft: In seinen
Tatsachenfeststellungen folgt Richter Jackson in allen Punkten der
Klage. Microsoft habe seine Marktmacht missbraucht, Konkurrenten
rechtwidrig behindert und Verbraucher geschädigt. Jackson weist
Kläger und Microsoft an, nach einem Vergleich zu suchen.
- 28. März 2000 - Nach dem Scheitern der Vergleichsverhandlungen will
Jackson sein Urteil verkünden. Doch in letzter Minute gibt es neue
Vergleichsverhandlungen.
- 1. April 2000 - Die Bemühungen um einen Vergleich platzen. Damit hat nun das Gericht das Wort.
- 3. April 2000 - Richter Thomas Penfield Jackson spricht Microsoft schuldig. Der Konzern habe seine Marktmacht beim Betriebssystem Windows missbraucht, um Konkurrenten aus dem Internet-Geschäft zu drängen.
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