Von Felix Knoke
Das sei der "nervigste Bug aller Zeiten", den Google da fabriziert habe, klagt das Lästerblog "Valleywag". Wer gestern mit Googles Chrome-Browser (ausgerechnet!) sein Google-Mail-Postfach öffnete, dem dröhnte Ragtime entgegen, ohne dass man das abstellen konnte. Nur wer auf einen Link zur neuen Google-Mail-Funktion "Priority Inbox" klickt, das dort angebotene Youtube-Video startet und wieder abbricht, macht der Spaßmusik ein Ende. Denn so war das eigentlich geplant - als Hintergrundmusik eines kleinen Werbespots für "Priority Inbox", den nur zu sehen bekommt, wer auch wirklich danach sucht (sprich: Den knallroten Link mit Ausrufezeichen anklickt).
Valleywag bittet deswegen um Nachsicht für Kollegen, aus deren Lautsprechern plötzlich das Gedudel schallt: "Nimm dir ein Kicherwasser und sag dem Störenfried, dass er ein echter Palooka ist" - eine Anspielung auf ein paar Jazz-Slang-Begriffe aus dem unterhaltsamen "Jazz Age Slang"-Wörterbuch.
Weniger Nachsicht erwartet Valleywag im Umgang mit Google: Wie kann es eigentlich sein, fragt sich das Blog, dass dieser so eklatante Bug mehr als zwölf Stunden online stehen kann? Wurde die "Priority Inbox" ähnlich wie kürzlich Google Buzz an der Qualitätssicherung vorbeigeschippert?
Indien will Zugriff auf Skype- und Google-Daten
Die Blackberry-Überwachung ist nur der Anfang: Der indische Innenminister G.K. Pillai sagte am Mittwoch in Neu-Delhi, dass Google und Skype demnächst auch ihre Systeme für indische Sicherheitsbehörden öffnen und ihre Server in Indien aufstellen müssen.
Die Überwachungswünsche begründen Politiker wie Pillai mit der Angst vor Extremisten. Blackberry-Konkurrent Nokia hat laut ORF Futurezone bereits angekündigt, bald schon eigene E-Mail-Server in Indien aufstellen zu wollen. Wann Pillai Skype und Google zur Offenlegung zwingen will, ließ er offen.
SIM-Betrug in den USA
Handy-Betrüger haben den amerikanischen Mobilfunkanbieter Sprint um 15 Millionen Dollar geprellt. Die amerikanischen Behörden haben nach monatelangen Ermittlungen zunächst neun Sprint-Mitarbeiter festgenommen. Die Ermittler werfen ihnen vor, den eigentlichen Betrügern zehntausende Handy-Daten von Sprint-Kunden zugespielt zu haben. Zwischen Januar und Juni 2010 sollen die Beschuldigten insgesamt 16.000 Mal auf die Sprint-Kundendatenbank zugegriffen und Namen, Mobilidentifikationsnummern und das US-Pendant zur EMAI-Nummer geklaut haben. Mit diesen Daten lassen sich SIM-Karten klonen und für teure Telefonate und Premium-Nummern-Betrugsmaschen missbrauchen.
Für ihre Dienste sollen die Mitarbeiter jeweils 1000 Dollar erhalten haben. Über die Hintermänner und -frauen ist nach Medieninformationen jedoch noch nichts bekannt. Die Komplizen müssen sich nun vor Gericht unter anderem wegen Identitätsdiebstahl verantworten, ihnen drohen bis zu 32 Jahre Haft und Geldstrafen.
Der Fall erinnert an einen britischen Betrügerring, der mit 1000 geklauten SIM-Karten und einer Anrufmaschine via Premium-Telefonnummern Handykunden viel Geld abluchste.
China will Ausweispflicht für Handy-Nutzer
Eine vermeintliche Gruselmeldung schreckt die internationale Presse auf: China, das wegen der Überwachung seiner Bevölkerung immer wieder in der Kritik steht, führe nun auch noch eine Ausweispflicht für Handy-Nutzer ein. Bei der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua heißt es, dies sei der nächste Schritt, die globale Spam-, Porno- und Betrugsflut auf Handys einzudämmen. Kritiker sehen darin eher den Ausbau einer Überwachungs- und Kontrollinfrastruktur.
Nur wer sich per Ausweis identifiziert, soll künftig mit einem Handy telefonieren können. Die AP weiß die Empörung schnell zu relativieren: Damit schließt sich China vielen asiatischen - und europäischen - Ländern an. Auch in Deutschland darf nur ein Handy besitzen, wer sich zuvor identifiziert hat. Eine Maßnahme, die als Kriminalitätsprävention völlig akzeptiert wird.
Dass das System auch Lücken hat, ist allerdings kein Geheimnis. So können etwa bei der Online-Aktivierung von Prepaid-Karten auch Nonsense-Daten angegeben werden.
Microsofts neue Klappmaus
Microsoft hat eine Computermaus vorgestellt, die - mal wieder - ein klein bisschen neu erfinden soll, was eine Computermaus ist. In diesem Fall: ein Hindernis.
Die neue "Arc Touch Mouse" lässt sich für den Transport flachlegen, ein Mini-Touchpad in Streichholzschachtel-Reibeflächenformat ersetzt das Scrollrad. Weil das alles so kompliziert ist, erklärt es Microsoft auf einer eigenen Anleitungsseite. Die bittere Wahrheit aber ist: An Microsofts alter, billiger Intellimouse Optical kommt in Sachen Ergonomie und Haltbarkeit keine andere Maus ran.
Praktische Software: Das große Updaten
Heise.de stellt eine ganz schön praktische Software vor, den Personal Software Inspector. Einmal installiert, durchsucht er die Festplatte nach Programmen, die dringend eine Aktualisierung nötig haben (veraltet, unsicher, verbuggt), aktualisiert, was sich einfach so aktualisieren lässt und bietet mit einem Klick eine manuelle Aktualisierung an. Schreckliche Ersterfahrung im Selbsttest: Es gibt unglaublich viele Programme auf der Festplatte, die zu aktualisieren man nie auf dem Radar hatte.
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