Eine Rubrik, in der Erotik-Dienstleistungen angeboten wurden, ist für US-Nutzer des Kleinanzeigen-Portals Craigslist.org nicht mehr zugänglich. Das Angebot hatte schon seit einiger Zeit für heftige Kritik durch Organisationen gesorgt, die sich gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution einsetzen.
Die Seitenbetreiber kündigten eine baldige Stellungnahme an, unklar ist laut US-Medienberichten, ob das Angebot dauerhaft gestrichen wird. Im August hatten die Generalstaatsanwälte von 17 Bundesstaaten einen gemeinsamen Brief an die Craigslist-Chefs geschrieben, in dem sie verlangten, die "Dienstleistungen für Erwachsene" von der populären Seite zu nehmen.
Die Kontroverse um Craigslist hatte eine Debatte über das Recht auf freie Meinungsäußerung im Internet ausgelöst. Die zentrale Frage lautete: Inwieweit ist eine Internetseite für Inhalte verantwortlich, die von ihren Nutzern eingegeben wird, oder für kriminelle Handlungen, die daraus resultieren?
Das Thema war im August wieder stark in den US-Medien präsent, nachdem ein ehemaliger Medizinstudent im Gefängnis Selbstmord beging. Der 24-Jährige wartete auf eine Gerichtsverhandlung, weil er eine Masseuse ermordet haben soll, die er über Craigslist kennengelernt hatte.
Die Macher von Craigslist hatten immer darauf hingewiesen, dass ihre Anzeigen nicht schlimmer seien als diejenigen, die in zahlreichen Zeitungen veröffentlicht würden. Craigslist ist mit mehr als drei Milliarden Seitenbesuchen im Monat das größte Kleinanzeigenportal der Welt.
sto/AP
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