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07.09.2010
 

Geheimdokumente

Wie BP sich bei Google gute Plätze sicherte

BP-Firmenlogo an einer Tankstelle: Suchmaschinenwerbung als Krisen-PRZur Großansicht
REUTERS

BP-Firmenlogo an einer Tankstelle: Suchmaschinenwerbung als Krisen-PR

Wie funktioniert moderne Krisen-PR? Eine US-Zeitschrift will die Antwort gefunden haben, in internen Google-Dokumenten. Denen zufolge habe BP sich mit einer massiven Werbekampagne gute Plätze auf Google-Suchseiten gesichert.

Das US-Werberblatt "Advertising Age" will an Zahlen gelangt sein, die verraten, welche Firma wie viel Geld für Google-Werbung ausgibt. Interne Dokumente sollen es sein, die genau aufschlüsseln, welche Firmen Googles Top-Kunden sind. Diesen Aufzeichnungen sei vollkommen klar zu entnehmen, wie der Ölkonzern BP als Reaktion auf die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko Geld sein Budget für sogenannte Adwords gewaltig aufstockte. Berichte über eine solche Aktion hatte es bereits früher gegeben, doch erst jetzt sind konkrete Zahlen durchgesickert.

Adwords sind eine für Suchmaschinen spezifische Werbeform. Wer bei Google Adwords bucht, sorgt dafür, dass seine Werbung bei Eingabe der dazu passenden Suchanfragen neben den eigentlichen Suchergebnissen eingeblendet wird. Im Fall von BP sollten die gebuchten Adwords dafür sorgen, dass Web-Nutzern, die nach Informationen zur Ölkatastrophe suchten, als erstes die Werbung von BP ins Auge fällt und sie, idealerweise, auf den entsprechenden Link klicken, der sie zur BP-Webseite führt.

Die erstaunliche Erkenntnis, die "Advertising Age" aus den geheimen Firmenunterlagen entnommen hat: Während der Ölkonzern zuvor nur vergleichsweise bescheidene 57.000 Dollar pro Monat für Adwords ausgegeben hatte, stieg dieser Betrag während im Juni plötzlich auf 3,6 Millionen, genau zum Höhepunkt der Krise. Aus Sicht der PR-Experten ein substantieller Teil des insgesamt mit 94 Millionen Dollar bezifferten Werbebudgets des Konzerns.

Nebenbei aber veröffentlicht "Advertising Age" auch interessante Zahlen über die Adwords-Ausgaben anderer Branchengrößen. So geben Apple und Intel angeblich knapp eine Million Dollar pro Monat für Google-Anzeigen aus. Der größte Mitspieler im Werbespiel ist aber AT&T Mobility, die mehr als acht Millionen Dollar pro Monat dafür ausgeben, bei Suchanfragen hervorgehoben zu erscheinen, beispielsweise, um die Einführung des iPhone 4G zu begleiten.

Für "Advertising Age" ist das ein weiterer (vermutlich der millionste) Hinweis dafür, wie wichtig Google fürs Reputationsmanagement geworden ist: Wer eine Krise hat, muss bei Google versuchen gegenzusteuern. Negativ ausgedrückt: Wer Menschenmeinung manipulieren will, muss Google manipulieren. Positiv: Wenn Anzeigenschaltung bei Google alles ist, was ihnen einfällt, dann ...

fkn/mak

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insgesamt 23 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
10.09.2010 von Bornholmer: Der Artikel ist völlig in Ordnung!

Was soll eigentlich so ein Beitrag? Selbstverständlich hat BP das Recht, den Werbeetat zu erhöhen, aber darum geht es doch gar nicht! Wenn Spiegel-Leser schon angeblich mehr wissen, dann sollte man doch begreifen, dass eine [...] mehr...

09.09.2010 von herkurius: Blind?

Naja, wer so blind ist, dass er die bunt unterlegten und mit dem Wort "Anzeige" gekennzeichneten Annoncen obendran mit den hunderttausenden Suchergebnissen auf weissem Seitenhintergrund verwechselt, der ist auch zu [...] mehr...

09.09.2010 von Mirko Mandic: Manipulation?

Dieser Artikel bewegt sich journalistisch auf einem Niveau, das ich dem Spiegel niemals zugetraut hätte und das entsprechend enttäuschend ist. Jedes Unternehmen - leider auch BP - hat das Recht, in Krisenzeiten sein Werbebudget zu [...] mehr...

08.09.2010 von herkurius: Unsinn

Bei Google Adwords muss der Inserent bezahlen, wenn ein Surfer auf den Link mit der Werbeanzeige klickt. Wie ich weiter oben bereits geschrieben habe. Wie wär's mit erst sich informieren, dann schreiben? mehr...

08.09.2010 von blob123y: Im Prinzip haben sie recht jedoch es gibt Varianten.

Wenn jemand eine normale Adwords Anzeige neben ein Sucherergebniss setzt wird das in der Regel rechts vom Suchlisting gebracht und ist an sich klar als Anzeige zu erkennen. Wenn aber jemand "tiefe Taschen" hat wie BP [...] mehr...

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Googles Geschichte

1995 - When Larry met Sergey

Angeblich konnten Larry Page und Sergey Brin einander erst einmal nicht besonders gut leiden, als sie sich im Jahr 1995 zum ersten Mal trafen. Der 24-jährige Brin war übers Wochenende in Stanford zu Besuch, der 23-jährige Page gehörte angeblich zu einer Gruppe von Studenten, die Besucher herumführen mussten. Der Legende nach stritten Brin und Page ununterbrochen miteinander.

1996 - Es begann mit einer Rückenmassage

1998 - Finanzierung

1999 - Mehr Geld und ein neues Heim

2000 - AdWords

2001 - Profit und ein neuer Eric Schmidt

2002 - Corporate Search, Google News, Froogle

2003 - AdSense und Blogger

2004 - Picasa, Googlemail, Bücher und ein Börsengang

2005 - Google Maps und Google Earth

2006 - Google Video, Web-Applikationen , YouTube - und Kritik

2007 - Googlemail für alle, DoubleClick, Streetview und Android

2008 - Knol, Chrome und kein Ende


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