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08.09.2010
 

Opfer von Internet-Kriminalität

Die meisten fühlen sich machtlos

Online-Kriminalität: Kaum ein Opfer glaubt, dass die Täter gefasst werden.Zur Großansicht
ddp

Online-Kriminalität: Kaum ein Opfer glaubt, dass die Täter gefasst werden.

Immer mehr Web-User werden zum Ziel von Online-Attacken. Die meisten davon reagieren emotional auf ihre Erlebnisse. Hoffnung, dass die Täter aufgespürt werden, hat kaum jemand.

Berlin/Mountain View - Die Daten sind erschreckend: Rund zwei Drittel (65 Prozent) aller Internetnutzer weltweit sind mindestens einmal Opfer von Internetkriminalität geworden. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie zu diesem Thema, die das IT-Sicherheitsunternehmen Symantec am Mittwoch veröffentlichte. Neben den blanken Zahlen liefert der sogenannte "Cybercrime Report" auch einen Einblick in die Reaktion der Opfer. Ein Großteil der Nutzer reagiere nach einer Internetattacke emotional, so die Forscher. Meist sei ein Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber den scheinbar gesichtslosen Angreifern die Folge.

Fast 80 Prozent der für die Studie befragten Nutzer gehen davon aus, dass die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden. In Deutschland ist der Anteil der Pessimisten sogar noch höher: 88 Prozent der Befragten glauben, dass Online-Kriminelle nicht dingfest gemacht werden können.

"Wir akzeptieren Cyber-Kriminalität mit antrainierter Hilflosigkeit", sagte Joseph LaBrie, Psychologie-Professor an der privaten Hochschule Loyola Marymount University in Los Angeles. Ähnlich reagierten Menschen in der Regel auch in einer Autowerkstatt, selbst wenn sie übers Ohr gehauen werden: Wenn sie nicht genug über Autos wissen, diskutierten sie nicht mit dem Mechaniker. "Die Leute akzeptieren einfach die Situation, selbst wenn sie sich schlecht dabei fühlen."

In Deutschland liegt die Rate der geschädigten Nutzer mit 62 Prozent leicht unter dem weltweiten Mittel. In den USA waren dagegen fast drei Viertel der Nutzer (73 Prozent) bereits Ziel von Computerviren, Kreditkartenmissbrauch im Netz oder Identitätsdiebstahl. Damit liegen die Vereinigten Staaten gemessen an der Rate von Online-Kriminalität nach China weltweit auf dem zweiten Platz. Für die Studie wurden über 7000 erwachsene Internetnutzer in 14 Ländern zwischen dem 2. und 22. Februar 2010 befragt.

mak/dpa

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