Für Europa nominierte das Komitee gleich fünf Kandidaten, darunter auch einen aus Deutschland.Winfried Schüller von der Deutschen Telekom ist damit Anwärter für den Icann-Verwaltungsrat. Schüller leitet den Bereich IP-Services bei der Deutschen Telekom und ist in dieser Funktion auch Projektleiter für die Internet-Aktivitäten der nächsten Generation. Schüller hat an der Uni Aachen Elektrotechnik studiert und bringt einen MBA-Abschluss an der Northwestern University, Chicago, sowie eine Corporate Management-Ausbildung an der Uni Koblenz mit.
Maria Livanos Cattaui ist Generalsekretärin der Internationalen Wirtschaftskammer mit Sitz in Paris. Die gebürtige Griechin mit Schweizer Pass hat in Harvard studiert und ist in einer Reihe internationaler Gremien vertreten. Sie ist zudem die einzige weibliche Kandidatin, die vom Komitee vorgeschlagen wurde.
Alf Hansen lehrt an der Universität Trondheim Informatik und betreut auch die norwegische Domain-Verwaltung NIC. Hansen ist sowohl im Forschungs- als auch Verwaltungsbereich des Technik-Instituts an der Universität Trondheim tätig.
Olivier Muron ist seit 1998 im Forschungs- und Entwicklungsbereich von France Telecom tätig, mit den Schwerpunkten Internet Protocol (IP) und E-Commerce. Muron organisierte zuvor unter anderem Internetprojekte für das französsiche Industrie- und Telekommunikationsministerium.
Oliver Popov unterrichtet Computerwissenschaften an der Universität von St. Cyril und Methodius. Er ist Präsident des Mazedonischen Forschungsnetzwerks (MARnet) und wird in der Kurzvorstellung zudem als Schlüsselfigur beim Aufbau des regionalen Internet bezeichnet. Popov ist stellvertretender Vorsitzender von CEENet, der Gesellschaft für Netzwerke in Osteuropa und Mitglied des Netzwerk-Beirats der NATO.
Problematisches Registrierungsprocedere
Bis zum 31. Juli haben sich nun exakt 158.593 Wähler registrieren lassen, eine weit größere Zahl als man bei Icann offenbar einkalkulierte. Die technische Kapazität sei auf 10.000 Anträge ausgelegt gewesen, hieß es in einer Stellungnahme. Gegen Ende der Registrierungsphase war der Icann-Server über weite Teile überhaupt nicht zu erreichen. Zahllose frustrierte und verunsicherte Leser deponierten in der vergangenen Woche auch in der SPIEGEL- ONLINE-Redaktion elektronische Post. Trotz dieser technischen Pannen, zeigte sich Icann nicht bereit, die Registrierungsfrist zu verlängern. Entschließe man sich nämlich zu diesem Schritt, so könne die Wahl, die definitiv zwischen dem 1. und 10. Oktober abgehalten werde, nicht planmäßig ausgerichtet werden. Die Wahlberechtigten bekommen auf dem Postweg eine PIN-Nummer zugesandt, mit der sie ihre Mitgliedschaft aktivieren und schließlich im Oktober wählen können. Bis zum 14. August nimmt das Komitee nun Bewerbungen von weiteren Kandidaten entgegen, und in der zweiten Augusthälfte können die registrierten Icann-Mitglieder ihre Stimme für einzelne Kandidaten ihrer Region abgeben. Am Ende werden diejenigen mit den meisten Unterstützungerklärungen für die Wahl aufgestellt.
Die Liste der Nominierten umfasst insgesamt 18 Kandidaten: (in Klammern jeweils die bis zum 31. Juli zur Wahl registrierten Icann-Mitglieder für die entsprechende Region)
Europa: (35.942)
Maria Livanos Cattaui
Alf Hansen
Olivier Muron
Oliver Popov
Winfried Schüller
Afrika: (787)
Alan Levin
Nii Quaynor
Asien/Pazifischer Raum: (93.782)
Johannes Chiang
Lulin Gao
Masanobu Katoh
Sureswaran Ramadass
Lateinamerika: (6.486)
Raul Echeberria
Ivan Moura Campos
Patricio Poblete
Nordamerika: (21.596)
Lyman Chapin
Donald Langenberg
Lawrence Lessig
Harris Miller
Sämtliche Kurzbiografien der außereuropäischen Kandidaten
Icann-Wählerstatistik
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