26. September 2003, 16:55 Uhr

Krebserregende Stoffe

Ehemalige Mitarbeiter verklagen IBM

Der IT-Riese IBM wird in den USA von rund 250 ehemaligen Mitarbeitern verklagt. Das könnte teuer werden – und Auswirkungen auf die ganze Branche haben.

AP

Für IBM wird es ernst: Der erste Prozess vierer ehemaliger Mitarbeiter gegen den IT-Riesen steht zur Verhandlung. Ihr Vorwurf: IBM habe massiv Krebs erregende Stoffe eingesetzt und seine Angestellten bewusst einem Erkrankungsrisiko ausgesetzt. Die Klagen sind seit längerem anhängig, insgesamt liegen Anzeigen von rund 250 ehemaligen Angestellten vor. Eine der Klägerinnen im aktuellen Prozess verstarb bereits 1991 im Alter von 36 Jahren an Krebs.

Die Beweise liefert IBM angeblich selbst: Der IT-Konzern habe Daten über den Tod von mehr als 30.000 Mitarbeitern gesammelt, die eine alarmierend hohe Zahl von Krebserkrankungen ergeben, heißt es. Doch das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück und beantragte die Abweisung der Klage. Ein Bezirksgericht in Santa Clara wollte am selben Tag über die Zulassung entscheiden. Der Ausgang könnte Auswirkungen auf die gesamte Chip- und IT-Industrie haben, vermuten Experten.

IT-Riese in schweren Wassern

Gebeutelt wird IBM derzeit auch an anderen Fronten. So will der Computerriese offenbar 400 Mitarbeiter im Software-Bereich entlassen. Das entspricht etwa einem Prozent der gesamten Stellen und wird damit begründet, dass der Konzern Kosten sparen müsse. Betroffen sei einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge die Software-Sparte Tivoli in Austin. Hier sollen Stellen im Marketing und in der Verwaltung wegfallen. Außerdem wirkten sich die Maßnahmen auf die Standorte Somers, Cupertino, Boulder und Raleigh aus.


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