PC im Rudolf-Steiner-Look: "Holzcase" von Michael Mürmann
Es ist äußerst praktisch, einen Handwerker zu kennen. Noch besser ist es natürlich, wenn man selbst schrauben, schreinern und fräsen kann - vor allem, wenn es ums "Case-Modding" geht, das Tunen von PC-Gehäusen. Unter den Teilnehmern der diesjährigen Casemod-Meisterschaft in Dortmund fanden sich erstaunlich viele Profi-Handwerker, wie Organisator Michael Wegner von der Bochumer Firma Planetlan berichtet. Einige seien sogar hauptberuflich Schreiner, sagte er SPIEGEL ONLINE, "das ist natürlich von Vorteil".
Perfekt gearbeitete Holzgehäuse standen bei der zehnköpfigen Jury und beim Publikum hoch im Kurs. Das "Holzcase" von Michael Mürmann aus Sprockhövel (NRW) wäre eine Zier für jede Waldorfschule und holte immerhin Platz zwei in der Kategorie Case Modification. Das sind PC-Gehäuse, die mit viel Aufwand umgebaut wurden.
In der Kategorie Case Construction, den komplett neu erschaffenen Gehäusen, gewann das "Alien" des Hamburgers Maico Bensien. Die Computerform hatte er aus Kunststoff gegossen. Bensien entthronte den Rheinland-Pfälzer Alexander Siener, der im Jahr 2004 noch den Konstrukteurs-Meistertitel mit einem wassergekühlten Edel-PC geholt hatte. Der Heizungsbauer aus Heuchelheim muss sich jedoch nicht grämen: Sieners diesjährige Kreation "motionX" landete immerhin auf Platz zwei.
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Das Interesse an Case-Modding scheint stetig zuzunehmen. Was in den neunziger Jahren als Gag auf Lan-Parties begann, hat sich mittlerweile zu einer eigenen Community mit eigenen Webseiten und Foren entwickelt. Die zehn Jury-Mitglieder wurden denn auch aus dem Kreis der Website-Redakteure angeheuert. "Alles ausgewiesene Experten auf diesem Gebiet", sagt Organisator Wegner.
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Der Aufwand, den die Modder treiben, ist enorm. "Unter den Siegern hat jeder mindestens hundert Stunden investiert, manche sogar mehr als tausend. Die Materialkosten hielten sich hingegen meist in Grenzen: "Ein Teilnehmer hat seine alte Duschkabine auseinandergefräst", erzählt Wegner, "ein anderer seine alte Gitarre, die schlecht klang, zum PC umgebaut."
Holger Dambeck
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