Was der FDP-Medienexperte Hans-Joachim Otto da in der Freitagsausgabe der Berliner Tageszeitung "B.Z." fordert, dürfte einigen Staub aufwirbeln: Eine Abschaffung der GEZ.
GEZ-Kampagne gegen "Schwarzseher": Auch wer nicht zuschaut, muss zahlen
Die aggressiven Methoden der GEZ, vermeintlichen Zahlungssündern auf die Schliche zu kommen, tun ihr Übriges, die Gebührensammler in Misskredit zu bringen.
Weil zudem der Satellitenbetreiber Astra sehr laut über ein Pay-Modell nachdenkt, die RTL-Gruppe gerade angekündigt hat, ihre Privatsender auch nur noch gegen Monatsgebühr freizuschalten und selbst die Diskussion darüber schon läuft, ob man so etwas schickes wie DVB-T wirklich weiter kostenlos anbieten dürfe, liegt Otto hier im Trend: Ob man Abgaben für den Medienkonsum tatsächlich weiter an Geräte statt an erbrachte Dienste koppeln kann, ist eine Diskussion wert.
Otto jedenfalls hat da schon eine klare Meinung: "Die GEZ-Gebühr für jedes einzelne Gerät ist veraltet und muss abgeschafft werden!"
Stattdessen schlägt er in einem Gespräch mit der "B.Z." eine "Medienabgabe" von höchstens 10 Euro monatlich je Person oder Haushalt vor. Die "Behörde GEZ" könne dann abgeschafft werden. Die Mediengebühr könnte statt dessen das Finanzamt einziehen.
pat
© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH