SPIEGEL ONLINE: Inwieweit handelt es sich bei StudiVZ um einen Facebook-Klon? Die Ähnlichkeiten zum Design der US-Seite sind auffallend, die Fehlermeldungen lassen überraschend freimütig von "fakebook" lesen.
Michael Brehm, Ehssan Dariani, Mitgründer Dennis Bemmann (v.l.): "Stolz auf die tolerante und international geprägte Firmenkultur"
SPIEGEL ONLINE: Ist Domain-Grabbing, das Übernehmen von Internet-Adressen der Konkurrenz in anderen Regionen, übliches Geschäftsgebaren bei StudiVZ?
Michael Brehm: Nein. Für diese Fälle haben wir uns bereits entschuldigt, und es sind entsprechende Handlungen veranlasst worden. Für die eine Domain, an der StudiVZ Rechte besessen hat, wurde bereits letzte Woche ein Löschungsantrag gestellt. Für andere Domains, an denen ein Gesellschafter Rechte gehalten hat, wurde ebenfalls letzte Woche ein Löschungsantrag aufgegeben. Damit betrachten wir die Vorgänge als erledigt.
SPIEGEL ONLINE: Könnte es nicht zu Irritationen führen, dass die Adressen der StudiVZ-Dependancen in Paris, Barcelona und Mailand mit denen der dortigen Filialen der Online-Partnerbörse Parship übereinstimmen? Manche Nutzer sind besorgt über die Sicherheit ihrer privaten Daten - ist da ein Austausch zu erwarten?
Ehssan Dariani: StudiVZ hat seinen Sitz in Berlin. Zu administrativen Zwecken brauchen wir für die internationalen Seiten vor Ort eine Anschrift. Parship hat uns als befreundetes Unternehmen, mit dem wir über unseren Gesellschafter Holtzbrinck verbunden sind, pragmatischerweise gestattet, ihre Anschriften für StudiVZ zu verwenden. Ansonsten bestehen keinerlei Geschäftsbeziehungen geschweige denn irgendein Austausch von Daten.
SPIEGEL ONLINE: Inwieweit spiegeln die privaten Aktivitäten von Ehssan Dariani, etwa seine Filmaufnahmen an ungewöhnlichen Orten oder sein Satireverständnis in Bezug auf nationalsozialistische Symbole, die Unternehmenskultur von StudiVZ wider?
Tilo Bonow: So wie einige Darstellungen verstanden werden, spiegeln sie nicht die Firmenkultur wider. StudiVZ ist stolz auf seine tolerante und international geprägte Firmenkultur. Mit Mitarbeitern aus mehr als zehn Ländern und verschiedenen Religionen begrüßen wir Meinungsvielfalt. Herrn Dariani tut es leid, dass einige seiner Handlungen missverstanden wurden. Es wird ihm nun bewusst, dass er durch das zunehmende öffentliche Interesse eine besondere Verantwortung trägt.
Die Fragen stellte Richard Meusers
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