Hamburg - Die Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ksenija Bekeris hat die sofortige Einstellung des Internetspiels pennergame.de gefordert. Das von zwei 19-Jährigen aus der Hansestadt entwickelte Online-Computerspiel verletze die Würde obdachloser Menschen, erklärte sie. Ein Sprecher der Betreiberfirma Farbflut Entertainment kündigte an, Kontakt zu Bekeris aufzunehmen und für ein besseres Verständnis des Spiels zu werben. Man wisse, dass Obdachlosigkeit ein Problem und "ein heikles Thema" sei, sagte er. Das Spiel könne und wolle in keinem Fall die Realität darstellen.
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"Bettel-Monopolist"
Bekeris warf den Betreibern einen "herablassenden, beleidigenden und im besten Fall gedankenlosen Umgang" mit Odachlosen vor. "Die Betreiber von pennergame.de geben Klischees über obdachlose Menschen wieder, um mit ihrem Spiel Geld zu verdienen. Dabei interessieren die realen gesellschaftlichen Zusammenhänge von Reichtum, Armut und Obdachlosigkeit überhaupt nicht." Sie forderte die Betreiber auf, das Spiel vom Markt zu nehmen. Auch in einigen Presseberichten über pennergame.de war zuvor Kritik an einem angeblich zynischen Umgang mit Obdachlosen laut geworden.
Realsatire?
Firmen-Sprecher Steffen Peuckert betonte, ein Online-Spiel sei seiner Meinung nach prinzipiell ungeeignet, gesellschaftliche Probleme realistisch darzustellen. Pennergame.de überspitze bewusst. Das Thema Armut beschäftige die Entwickler gleichwohl, und dies sei auch ein Grund für die Erfindung des Spiels gewesen. Pennergame.de habe bereits zahlreiche Nutzer für das Problem sensibilisiert, sagte er. Zudem leite das Unternehmen einen "relevanten Teil der Einnahmen" an Hamburger Hilfseinrichtungen für Obdachlose weiter. "Wir entziehen uns keineswegs der gesellschaftlichen Realität", betonte Peuckert.
dsc/dpa
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