Die Ermittlungen zogen sich über Monate hin, waren am Ende aber offenbar außerordentlich erfolgreich. Wie das Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart am Donnerstag mitteilte, ist es Ermittlern der Behörde gelungen, eine Tauschbörse für kinderpornografische Filme im Internet offen zu legen. Weltweit müssten nun mehr als 9.000 Besitzer einschlägigen Materials mit Anzeigen rechnen, viele davon in Deutschland. Bundesweit stellten die Beamten etwa tausend Anschlüsse fest, über die kinderpornografische Darstellungen verbreitet worden sein sollen.
Ein Polizeibeamter sichtet kinderpornografisches Material: Nach monatelangen Ermittlungen konnten die Fahnder 9.000 Besitzer einschlägigen Materials identifizieren
Im Rahmen der Ermittlungen ließen die Beamten des "Arbeitsbereichs Internet Recherche" in Deutschland 500 Computer, mehr als 43.000 Datenträger und rund 800 Festplatten beschlagnahmen. Die größten Ermittlungserfolge gelangen in Nordrhein-Westfalen mit 283 Anschlüssen und in Niedersachsen mit hundert Teilnehmern. Durch ihre Ermittlungen haben die LKA-Fahnder außerdem rund 8.000 weitere Ermittlungsverfahren im Ausland angestoßen. Insgesamt wurden über das Bundeskriminalamt (BKA) Anzeigen an 91 Länder weitergeleitet, die dort zur Festnahme weiterer Tatverdächtiger führten.
Auf Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften stehen in Deutschland drei Monate bis fünf Jahre Freiheitsstrafe und in schweren Fällen bis zu zehn Jahre Haft. Gegen die Tatverdächtigen ermittelt nun die für den jeweiligen Wohnort zuständige Staatsanwaltschaft.
Ob Anklage erhoben wird und ob es zu Verurteilungen wegen Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischen Materials kommt, ist allerdings noch nicht klar. Gerichte müssen entscheiden, dass es bei dem von Ermittlern als kinderpornografisch eingestuften Material tatsächlich um solches handelt.
mak/dpa/AFP
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