Von Felix Knoke
Ein holländischer Programmierer ist bei den sozialen Netzwerken Facebook und MySpace zufällig über eine Sicherheitslücke gestolpert, die seiner Ansicht Millionen von Nutzerkonten in Gefahr gebracht hat. Jeder, der bei den Web-Diensten via "Auto-Login"/"Remember Me"-Feature die manuelle Eingabe von Nutzername und Passwort abkürzte, war gefährdet, erklärt Yvo Schaap, der Entdecker der Lücke, SPIEGEL ONLINE.
MySpace erklärte gegenüber Techcrunch, Nutzerdaten seien nie in Gefahr gewesen, die Lücke habe man gestopft. Ähnlich sieht man das bei Facebook: "Die Sicherheit unserer Nutzer ist oberste Priorität für Facebook, und wir haben mit Hilfe des Forschers, der das Problem identifiziert hat, eine Lösung entwickelt." Auch bei Facebook seien keine Daten abhanden gekommen.
Aber, so glaubt Schaap, ob Daten jemals auf diesem Weg geklaut wurden, ließe sich ohnehin nur schwer feststellen - wenn jemand die Lücke ausgenutzt hat, habe er wohl keine Spuren hinterlassen.
MySpace verliert Klicks
MySpace steckt tiefer in der Krise als bekannt. Weil zu wenige Leute das soziale Netzwerk besuchen, kann die MySpace-Mutter News Corp Werbevereinbarungen mit Google über 900 Millionen Dollar nicht einhalten. Laut "Financial Times" muss das Unternehmen auf 100 Millionen Dollar verzichten, weil nicht ausreichend Google-Anzeigen bei MySpace eingeblendet werden konnten. Chase Carey, Betriebsdirektor bei der MySpace-Mutter News Corp zur "FT": "Wir verlieren weiterhin Traffic," schuld daran sei das sich wandelnde Geschäftsfeld. Die "überraschende Enthüllung", so die "FT", sei die jüngste Enttäuschung von MySpace. Immerhin habe das Web-Angebot Pionierarbeit für andere soziale Netzwerke (etwa Facebook, StudiVZ, Wer-kennt-Wen) geleistet.
Hintergrund: Google sicherte 2006 der MySpace-Mutter News Corp 900 Millionen Dollar für die exklusiven Werberechte in der MySpace-Suche zu, solange das Angebot drei Jahre lang eine Mindestnutzerzahl vorweisen könnte. Ohne das Millionenangebot, hieß es damals, hätte Murdoch im Juli 2005 nicht 580 Millionen Dollar für MySpace hingelegt. Eine schon damals kritisierte Entscheidung, die angesichts der tristen Entwicklung des Angebots in den nachfolgenden Jahren zunehmend absurder erschien.
Erst im August überraschte MySpace mit der Ankündigung, den automatischen Songstart auf Künstlerprofilen zu deaktivieren, um damit 10 Millionen Dollar Serverkosten pro Monat einzusparen.
Popband No Doubt verklagt Activision wegen Guitar Hero
Weil sie sich als "virtueller Karaoke-Zirkus-Act" dargestellt fühlen, hat die Popband No Doubt Klage gegen Activision, den Verlag des Musikspiels Guitar Hero, eingereicht. Entgegen vertraglicher Abmachungen könne der Spieler, verkörpert durch Band-Spielfiguren, nicht nur drei No-Doubt-Lieder nachspielen, sondern alle 62 Titel des Spiels. Der Bandmanager sagte dem LA-Times-Blog: "[Die Band] war einverstanden, drei No-Doubt-Songs als Band zu spielen." Und nicht als nutzergesteuerte Figürchen auch den Kram anderer Leute.
Unerträglich für die Band, dass Activision "ohne zu fragen" auch die Band auftrennte, Spielern die Kontrolle über einzelne Bandmitglieder gab. "Die Band ist bitter enttäuscht, dass ihr Name und Abbild ohne ihr Einverständnis verwendet wurden."
Activision entgegnete in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen davon ausgehe, im legalen Rahmen gehandelt zu haben, dass die Klage der Band deswegen unbegründet sei.
Mit No Doubt beschwert sich nicht die erste Band gegen den Hersteller des äußerst erfolgreichen Spiels Guitar Hero. Als der 1994 verstorbene Nirvana-Sänger Kurt Cobain ein gruseliges Revival in Guitar Hero feierte, zeigte sich die Cobain-Witwe Courtney Love samt ehemaliger Nirvana-Bandmitglieder Dave Grohl und Krist Novoselic "entsetzt", sie kündigten Klagen an.
Kunden planen Datenschutz-Sammelklage gegen iPhone-Spieleentwickler
Nach zahlreichen Online-Protesten haben ehemalige Kunden des iPhone-Spieleentwicklers Storm8 nun Klage gegen die Firma eingereicht. Ihr Vorwurf: Das Unternehmen habe eine Hintertür in der iPhone-Software ausgenutzt, um illegal an Rufnummern der iPhone-Inhaber zu gelangen.
Der Hersteller räumte ein: Ja, die Spiele hätten Telefonnummern gesammelt - aber nur versehentlich. Es handelte sich dabei um einen Software-Fehler. Nach Bekanntwerden habe man diesen Bug in aktualisierten Versionen der Spiele behoben. Laut The Register nehmen die Anwälte des Klägers diese Entschuldigung nicht ernst: Storm8 könne die Telefonnummern nicht unabsichtlich abgeerntet haben - die Software sei speziell dafür entwickelt worden.
Iphone- und Storm8-Kunde Michael Turner aus Lynnwood, Washington, der die Beschwerde gegen das Software-Unternehmen einreichte, strebt nun eine Sammelklage an: Turner zufolge waren fünf Spiele des Anbietern in den Top-50-Apps in Apples App Store, sieben in den Top 100 - das bedeutet sehr hohe Verkaufszahlen. Zu den Titeln gehören World War, iMobster, Racing Live, Vampires Live, Kingdoms Live, Zombies Live, Rockstars Live. The Register erklärt, was es mit den Vorwürfen auf sich hat - und warum man sie ernst nehmen muss.
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