
Computerexperte Otto Schily
Berlin - Staudt sagte, Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine Kollegen würden demnächst unter seiner Leitung den Internet-Führerschein ablegen. Der Test sei fest mit Schröder vereinbart, nur der Termin noch nicht.
Regierungssprecher Bela Anda sagte, der Vorschlag von Staudt werde geprüft. Eine andere Sprecherin widersprach jedoch dem IBM-Chef entschieden. Der Vorschlag sei als "nicht nötig" eingestuft worden, da die Minister bereits sehr gut mit dem Internet umgehen könnten.
Eine Sprecherin des Innenministeriums erklärte, Schily arbeite täglich am PC und brauche keinen Computer-Kurs. Staudt trat indes dem Eindruck entgegen, er halte den Kurs für nötig, weil die Politiker nichts vom Internet verstünden. So sei Otto Schily auf der Cebit auf ihn zugekommen und habe ihn mit Fragen zu Linux beeindruckt. Auch Bundesumweltminister Jürgen Trittin ist nach Einschätzung des IBM-Chefs ein "echter Vollprofi".
Staudt erklärte, die Idee für die Schulung sei bei einem Treffen führender IT-Firmenchefs mit Schröder entstanden. Während die Minister die Schulbank drücken, sollen neben Staudt auch der Chef von Hewlett-Packard, Jörg Menno Harms, und Debis-Chef Klaus Mangold als Lehrer fungieren. An dem Vorbildcharakter einer solchen Aktion hat Staudt keinen Zweifel. "Wenn Finanzminister Eichel selbst seine Steuererklärung per Internet abgeben würde, werden es ihm viele Leute nachmachen".
Bei der Schulung sollen sich Schröder und seine Minister gegenseitig E-Mails schreiben, Dateien aus dem Internet herunterladen oder sich online eine Flasche Wein bestellen. Noten würden aber nicht verteilt. "Den Führerschein erhalten die Minister ehrenhalber", erklärte Staudt.
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