18-jähriger Programmierer: Von Hackern gefeiert, vom Chef gefeuert

Von Mathias Hamann

Peter Kleissner geht zwar noch zur Schule, spricht aber schon auf Hacker-Konferenzen wie der "Black Hat" in Las Vegas, wo der 18-Jährige prompt ein Angebot von Microsoft bekam. Zuhause hat er gerade seinen Job verloren - weil er ein Tarnkappenprogramm an Behörden verhökern möchte.

Hacker Peter Kleissner in Las Vegas: "Erstens Ruhm, zweitens Erfolg, drittens Geld!" Zur Großansicht
Andreas Greulich

Hacker Peter Kleissner in Las Vegas: "Erstens Ruhm, zweitens Erfolg, drittens Geld!"

"Erstens Ruhm, zweitens Erfolg, drittens Geld!" - diese drei Motive nennt Peter Kleissner als Antrieb, in dieser Reihenfolge. Ein Nerd, wie man ihn sich üblicherweise vorstellt, ist er nicht: Mit seinen verwuschelten Haaren und den blonden Spitzen sieht der 18-Jährige aus wie der coole, aber etwas schüchterne Junge in einer Foto-Lovestory der "Bravo". Der Schüler aus einem Wiener Vorort geht in Clubs, hört HipHop, schaut MTV und programmiert nebenher - zum Beispiel Software für unauffälligen Passwort-Klau.

Sein bislang wichtigstes Werk heißt "Stoned" und agiert wie eine Tarnkappe. Darunter kann Software laufen, die unbemerkt das Passwort einer Verschlüsselung mit "TrueCrypt" belauscht. Mit der Open-Source-Software "TrueCrypt" lassen sich Festplatten chiffrieren und somit zum Beispiel auch Kinderpornos verstecken; daher könnte Kleissners Programm Ermittler interessieren - Stichwort Bundestrojaner. Passwörter klauen ist aber auch äußerst unfein, gilt als feindselige, bösartige Form des Hackens. Seinem bisherigen Arbeitgeber gefiel Kleissners Tarnkappen-Software gar nicht - deshalb verlor der 18-Jährige vor kurzem seinen Job. Kleissner scheint das nicht übermäßig zu stören - spätestens seit er zu einer der wichtigsten Hacker-Tagungen der Welt eingeladen wurde, hofft er auf eine große Zukunft in der Code-Branche.

Seit seinem vierten Lebensjahr ist Kleissner fasziniert von Computern. Sein erster lief noch mit MS-DOS und Windows 3.11. Ein Jahr muss er jetzt noch zur Schule, er mag die Fächer Wirtschaft und Recht. Und Informatik? War langweilig, als er es noch hatte: "Am Anfang fanden es die Lehrer toll, wenn jemand mehr kann, aber später war es ihnen unangenehm." Mit 17 schon wollte er sein Talent vergolden und bewarb sich bei Ikarus Security Software, einer Firma für Computersicherheit in Wien. "Für sein Alter war der Bua ein guter Coder," erinnert sich Josef Pichlmayr. Der Ikarus-Chef gibt dem Schüler einen Nebenjob als Programmierer; Zugang zu Viren hatte Kleissner laut Firmenangaben nie.

40 Stunden Schule, 30 Stunden Job, 30 Stunden Freelance-Hacken

Trotzdem erwacht in dieser Zeit das Interesse des Strubbelkopfs an Schadsoftware - Programme, die Rechner lahmlegen, Daten ausspähen, Dateien vernichten oder PC fernsteuern.

Seiner Schule half er gegen Attacken auf das hauseigene Netzwerk, trotzdem "hat man mir mal den Schüleraccount zum Netzwerk gesperrt," sagt Kleissner. Schulleiter Peter Cernov kann das gerade nicht überprüfen, in Österreich sind noch Sommerferien, die Lehrer nicht da.

Im Mai 2009 beschloss Peter, sein Projekt "Stoned" für eine berühmte Hacker-Konferenz einzureichen. Neben 40 Stunden Schule und 20 bis 30 Stunden Nebenjob pro Woche werkelte er bis zu 30 an seinem Tarnkappen-Programm - den ganzen Juni lang.

Mit Erfolg: Die Organisatoren um Hacker-Legende Jeff Moss luden ihn nach Las Vegas ins Hotel "Caesars Palace" zur Konferenz "Black Hat". Ende Juli flog Kleissner in die Casino-Stadt. Dort erreichte ihn die E-Mail seines Chefs; der hat etwas spitzgekriegt: Der jüngste Angestellte weist im Code seines Programms darauf hin, dass er es verkaufen möchte. "Das war so, wie ein krimineller Schreiber von Schadsoftware das machen würde", erinnert sich Ikarus-Boss Pichlmayr. Also forderte er von seinem Mitarbeiter: "Er sollte den Verkauf stoppen und nach seiner Rückkehr umgehend in meinem Büro erscheinen."

Aber erstmal genoss Kleissner die Aufmerksamkeit auf der "Black Hat"; obwohl sein Englisch schlecht ist, macht sein Vortrag Eindruck. "Leute von Microsoft haben mir zu einem Praktikum in der Firmenzentrale geraten," sagt Kleissner stolz. "So etwas kommt vor, zu Details sagen wir nichts," erklärt Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner auf Nachfrage von SPIEGEL-ONLINE.

Auf der Rückreise knackt Kleissner nebenbei ein Flughafen-Terminal

Der Software-Gigant, Förderer der "Black Hat", lud Kleissner auch zur traditionellen Party auf der Hacker-Konferenz ein. Wovon der Schüler aber nichts hatte - er kann zwar digitale Sicherheitshürden umgehen, nicht aber die Alterskontrolle: Im Saal gab es Alkohol, der ist in den USA ab 21 und Kleissner gerade 18.

Auf der Rückreise tat er dann einmal mehr das, was ihm Erfolg aber auch noch viel Ärger einbringen könnte: Er verschaffte sich Zugang zu einem eigentlich abgesicherten Rechner. Kleissner musste am Flughafen Zürich sechs Stunden warten, aus Langeweile kaperte er flugs einen Internet-PC im Wartebereich und ließ ihn hundert Seiten ausdrucken. Auf seiner Website zeigt er ein paar verwackelte Fotos und erklärt detailliert seine Tricks. Ein Kommentator mahnt: "Fünf Ausdrucke hätten auch gereicht."

Zurück in Wien ging es ins Büro des Chefs, dort heißt es: Entweder Vermarktung stoppen oder er fliegt. Peter Kleissner möchte sein Werk an Behörden oder Ermittler verkaufen; er glaubt, die Verbreitung kontrollieren zu können. Doch will sein Boss ihm glauben? Nein. "Das ist absolut nicht mit dem Kodex der Sicherheitsindustrie und natürlich auch unseres Hauses vereinbar", stellt Pichlmayr klar. Er kündigt dem Schüler fristlos.

Wie schützt sich der Hacker vor Viren? Gar nicht

Kleissner sagt, bei ihm habe sich schon ein Interessent vom Landeskriminalamt Niedersachsen gemeldet; dort heißt es lapidar: "Selbst wenn es so wäre, sagen wir nichts." Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Club ist skeptisch, was die Erfolgsaussichten des Schülers angeht: "Ich warne vor zu viel Optimismus." Die Dozentin für Informatik der Humboldt-Universität Berlin weiß: Behörden und Polizei haben ihre Firmen, "das sind langjährige Partner, da hat man als Freelancer kaum Chancen." Außerdem findet sie es ethisch bedenklich, ein Programm zu verhökern, das anderen schadet.

Wie schützt Peter Kleissner eigentlich seinen eigenen PC? Nutzt er Linux als Betriebssystem? "Nein," sagt er und schmunzelt, "ich hab Windows Vista und nicht mal einen Virenschutz." Seinen Ex-Arbeitgeber will er wegen der fristlosen Kündigung vielleicht verklagen; nebenher macht er jetzt erstmal die Matura, das österreichische Äquivalent zum Abitur. Schon jetzt will er sich selbständig machen - und nach dem Schulabschluss an der TU Wien Informatik studieren.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 97 Beiträge
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1. Nunja...
Pacolito 08.09.2009
Aus dem Artikel: ---Zitat--- "Das ist absolut nicht mit dem Kodex der Sicherheitsindustrie und natürlich auch unseres Hauses vereinbar" ---Zitatende--- Mal ganz davon ab, ob das denn wirklich alles so koscher ist, was der Junge macht, aber da darf man doch getrost an der Weitsicht des Unternehmers zweifeln... Naja, der wird schon sehr, sehr schnell einen äußerst hochbezahlten Job annehmen. Höchstwahrscheinlich allerdings in den USA, schlielich hat er kein Universitätsdiplom und keine zehnjährige Berufserfahrung, da ist er deutschen Arbeitgebern ja nicht zuzumuten.
2. qegrqerf
Knut Olsen 08.09.2009
Mit der Open-Source-Software "TrueCrypt" lassen sich Festplatten chiffrieren und somit zum Beispiel auch Kinderpornos verstecken; daher könnte Kleissners Programm Ermittler interessieren Wenn ich sowas schon wieder lese, geht mir das Messer in der Tasche auf. Klar, wer seine Daten verschlüsselt, muss irgendwie krminell sein. Dabei ist es lediglich die Privatsphäre, die man vor mit uferlosen Befugnissen ausgestatteten Schnüfflern verstecken muss. Diese Kriecherei der Medien vor faschistoiden Politikern und deren Lügenpropaganda ist nicht mehr zum Aushalten.
3. er ist auch zu alt
wolfi55 08.09.2009
Deutsche Unternehmen verlangen: abgeschlossenes Hochschulstudium, 10 Jahre Berufserfahrung und Höchstalter 17 Jahre. Ich gehe davon aus, dass er auch genau den Ansatz zeigen kann, an dem der Bundestrojaner ansetzen will. Da sollte er sich drauf spezialisieren. Dass er nicht so ganz reif ist, das zeigen die 100 Seiten Ausdruck. Da hätten es wirklich die 5 Seiten auch getan. Und ob die Sicherheitsbehörden da wirklich so einen beschäftigen würden, da hege ich auch meine Zweifel. In diesem bereich ist alles geheim und deswegen blüht der, einträgliche, Filz auch sehr gut. Da geht vieles bis alles über Beziehungen und Firmen mit obskuren Eingetümern, hinter denen sich dann Familienangehörige der Auftraggeber verbergen. Gerne auch der Schwager der Ehefrau, weil dann fällt der Name nicht sogleich auf. Und natürlich fällt das beim OECD-Korruptionstest mit dem Kontenabgleich nicht auf (da fällt eh keiner in Deutschland auf, das ist ein typisches britisches Instrument). Wolfgang
4. Deutschland
tkadau 08.09.2009
Zitat von PacolitoAus dem Artikel: Mal ganz davon ab, ob das denn wirklich alles so koscher ist, was der Junge macht, aber da darf man doch getrost an der Weitsicht des Unternehmers zweifeln... Naja, der wird schon sehr, sehr schnell einen äußerst hochbezahlten Job annehmen. Höchstwahrscheinlich allerdings in den USA, schlielich hat er kein Universitätsdiplom und keine zehnjährige Berufserfahrung, da ist er deutschen Arbeitgebern ja nicht zuzumuten.
Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Guten Morgen Deutschland.
5. Mehr Sachverstand in die Redaktion
wolfi55 08.09.2009
---Zitat--- Mit der Open-Source-Software "TrueCrypt" lassen sich Festplatten chiffrieren und somit zum Beispiel auch Kinderpornos verstecken; daher könnte Kleissners Programm Ermittler interessieren ---Zitatende--- Mit dieser Software lässt sich auch der Kontoauszug verstecken oder das Telefonbuch mit dem man einem Journalisten etwas zukommen lässt oder auch bei den Journalisten die Informationen und deren Quellen. Dieser Kommentar in der Meldung sollte vom Redakteur noch einmal kritisch geprüft werden.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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