3D-New-York in Google Earth Start frei für die Straßenschluchten-Show

So haben Sie New York noch nicht gesehen. In Google Earth kann man jetzt die Metropole in voller 3D-Pracht durchfliegen. Wolkenkratzer, Brücken, sogar die Freiheitsstatue: Alles hat plötzlich echte Fassaden - die Szenerie wirkt fast fotorealistisch.

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Bei digitalen Globen zählt nicht die Größe, sondern der Detailreichtum. Microsofts Virtual Earth und Google Earth kämpfen darum, sich regelmäßig mit weiteren Feinheiten zu übertrumpfen. Seit wenigen Tagen nun hat wieder Google die Nase vorn - dank einer Reproduktion von New York, die manchmal so realistisch wirkt, dass man ein Foto vor Augen zu haben glaubt.

Google hatte schon vor gut zwei Jahren das virtuelle New York mit 3D-Gebäuden bepflastert - was nett gedacht war, aber nicht schön anzusehen. Denn erstens waren bei weitem nicht alle Gebäude erfasst. Zweitens waren jene, die erfasst waren, einfach grau in grau. Strukturen und Fassaden? Fehlanzeige.

Microsoft stellte daraufhin im Mai 2007 seine 3D-Version von Manhattan in Virtual Earth online. Was man da zu sehen bekam, machte Appetit auf mehr: Endlich war die Metropole am Hudson auch als solche zu erkennen. Gebäude wie das berühmte Flat Iron, das Metlife Building und das Empire State waren samt Fassaden erkennbar. Leider gab es zwei fatale Mankos, die virtuelle Wanderungen durch die Häuserschluchten oft zur Tortur machten: Vielen Gebäuden fehlte es an Schärfe; die Fassaden wirkten oft blass und strukturlos. Außerdem mussten für die 3D-Ansicht stattliche Datenmengen übertragen werden. Die Landschaftsbilder bauten sich trotz DSL oft nur langsam auf, die Server brachen unter dem Ansturm der ersten Tage zusammen.

Google ist es nun gelungen, zumindest erstere Schwäche auszumerzen. Die Gebäude sind scharf gezeichnet, die Fassaden klar erkennbar. Ihre Farben wurden offenbar per Bildbearbeitung so aneinander angepasst, dass alles wie aus einem Guss wirkt.

Die Datenlast ist aber auch bei Google Earth gewaltig. Ohne DSL hat man komplett verloren, und selbst mit dem schnellen Internet-Zugang gibt es gelegentlich Wartezeiten. Viele Notebooks und alle Rechner mit schlaffer Grafikkarte strapazieren den Betrachter außerdem damit, dass sie die Gebäude nur schrittweise in ihrer vollen Pracht erstrahlen lassen. Ist das aber endlich gelungen, macht Manhattan in 3D richtig Spaß.

Dass sich die beiden Konzerne übrigens immer wieder New York für ihr Experiment aussuchen, hat einfache Gründe. Erstens ist der weltweit bekannteste Teil der Stadt - Manhattan mit Downtown, Central Park und Harlem - recht überschaubar. Auf kleinstem Platz kann man hier viel Leistungsfähigkeit demonstrieren. Zweitens dominieren auf der Insel meist quaderförmige Wolkenkratzer. Solche Formen in 3D nachzubilden, ist besonders einfach.



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