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Abgesurft: Große Länder, große Ideen, große Augen

China hat ein Cybercrime-Problem. Wie es das lösen will, ist ein Rätsel - wie auch "not pron". Die Online-Rätselei könnte Sie ihren Job kosten und macht süchtig. Für heimische Konflikte dürfte dagegen der Kauf einer 39-Megapixel-Kamera sorgen. Der Tech-Traum kostet schlappe 30.000 Euro.

Chinas Internet muss sicherer werden

Chinas Internet-Nutzung nimmt rasant zu. Waren bis Ende 2004 bereits 94 Millionen Chinesen vernetzt, sollen es laut China Internet Network Information Center in 2008 bereits 200 Millionen sein. Dieses enorme Wachstum hat aber auch seine Schattenseiten. Offenbar hat Chinas junge Online-Ökonomie noch arge Schwierigkeiten, sich gegen Internet-Kriminalität zur Wehr zu setzen, berichtet die "Asia Times".

So hat jüngst eine Umfrage ergeben, dass bereits 79 Prozent der chinesischen Firmen von Viren heimgesucht und weitere 70 Prozent von Computer-Würmern attackiert wurden. Abhilfe soll das "APEC Privacy Framework" bringen, eine Organisation, mit deren Hilfe sich Asiens Staaten gegenseitig bei der Sicherung ihrer Internet-Infrastrukturen unter die Arme greifen wollen, schreibt das Blatt. Ohne Maßnahmen wie diese und massive Hilfe durch IT-Experten aus dem westlichen Ausland, so der Autor des Artikels, werde der Gigant im Osten die Vorzüge des Internet nie in vollem Umfang nutzen können.

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Netz-Fundstücke: Maus, ruf doch mal an!

Rätselhaft

Wer gerne Rätsel löst, ist mit seiner Leidenschaft bestens im Netz aufgehoben. Gleich zwei Websites konkurrieren um den Titel des schwersten Rätsels im Internet. Da ist zum einem not pron. Seit seinem Start im August 2004 hatte das dreisprachig aufgebaute Denkspiel mehr als sieben Millionen Besucher. Lediglich 83 davon hatten die nötige Ausdauer und Intelligenz, um sich durch alle 138 Level zu arbeiten. Dabei werden eine Vielzahl unterschiedlichster Kenntnisse und Fähigkeiten benötigt, um von einem Level zum nächsten zu gelangen.

So genügt es am Anfang schon, auf die richtige Stelle am Bildschirm zu klicken. Später jedoch muss man im Sourcecode der Seiten nach Hinweisen durchsuchen, Bilder manipulieren und Codes entschlüsseln. Dank der Komplexität und des Einfallsreichtums dürfte diese Suche einen echten Rätselfreak wochenlang fesseln. Zumindest, solange man sich nicht verführen lässt, in einem der not-prOn-Foren, die sich gebildet haben, nach Lösungswegen zu suchen.

Ganz nach dem großen Vorbild ist auch Frvade aufgebaut. Die ersten Level funktionieren sogar ähnlich wie bei not prOn. Danach jedoch, so verspricht der Entwickler, sollen jede Menge neue Aufgaben auf die Spieler warten. Eine komplette Lösung hat hier jedoch noch keiner der fast 500.000 Besucher gefunden. Zeit, das zu ändern!

...musst erst sagen wie alt Du bist!

Die Aufforderung "schätzt doch mal, wie alt ich bin", bringt mich bei neuen Bekanntschaften regelmäßig in die Bredouille. Ich kann das einfach nicht, liege in der Regel mindestens um fünf Jahre daneben. Je nachdem, in welcher Richtung auf dem Zeitstrahl ich mich vertan habe, hat das mal positive, mal fatale Auswirkungen. Zum Glück gibt es "How Old Am I?". Auf diese Website laden User Fotos von sich hoch und hinterlegen in einer Datenbank ihr Alter. So kann man mit zufällig ausgewählten Fotos wildfremder Menschen trainieren und liegt vielleicht eines Tages nicht mehr ganz so weit daneben, wenn die Alters-Frage kommt.

Ein Tipp allerdings noch. Damit man sich die tatsächlichen Altersangaben anzeigen lassen kann, muss man sich mit einer E-Mail-Adresse bei "How Old Am I?" registrieren. Hierzu sollte man eine ansonsten ungenutzte Adresse eines kostenlosen Anbieters wie Yahoo! oder Hotmail benutzen. Die Betreiber der Site weisen nämlich im Kleingedruckten ausdrücklich darauf hin, dass sie die Nutzerdaten zu Werbezwecken an Dritte weitergeben. Und so etwas deutet unmissverständlich auf Fluten von Werbemails hin.

Mehr Megapixel

Da sich sogar Schnappschuss-Digicams mittlerweile mit einer Auflösung von sieben Millionen Pixeln brüsten, wurde es für die Profi-Fraktion offenbar Zeit nachzurüsten und den Abstand auszubauen. Vorreiter ist dieses Mal der schwedische Edel-Kamera-Hersteller Hasselblad. Satte 39 Megapixel produzieren dessen neueste Modelle pro Bild. Die zusätzlich gesammelten Bildinformationen sollen dafür genutzt werden, dass Profi-Fotografen weniger Zeit mit der Nachbearbeitung ihrer Digital-Fotos verbringen müssen. Das möchte man sich auch wünschen, denn der Einstandspreis der neuen Modelle liegt bei 26.000 Euro. Zuzüglich Mehrwertsteuer, versteht sich.

Die VoIP-Maus

Internet-Telefonie, auch Voice over IP oder kurz VoIP genannt, ist eindeutig In. Das haben sich auf jeden Fall Sony Ingenieure gedacht und überlegt, wie man sich dem Thema nähern kann, ohne ausgetretene Pfade zu beschreiten. Das Resultat trägt die Sony-typische Bezeichnung VN-CX1 und ist eine PC-Maus mit integriertem Telefon für den VoIP-Dienst Skype. Die Idee ist gleich doppelt gut. Zum einen natürlich, weil zwei Funktionen in einem Gerät untergebracht sind und auf diese Weise das Kabel-Wirrwarr auf dem Tisch minimiert wird. Zum anderen aber, und das ist viel wichtiger, weil man mit dieser Telefon-Maus keine Chance mehr hat, während eines Gesprächs auf dem Bildschirm herum zu klicken und seine Aufmerksamkeit stattdessen voll und ganz dem Gespräch widmet. Feine Sache.

Werbung erreicht Online-Gamer

Männer im Alter zwischen 18 und 34 Jahren gucken immer weniger Fernsehen, verbringen dafür aber immer mehr Zeit mit Videospielen. Das zumindest behauptet die US-amerikanische Werbeagentur "Engage In-Game Advertising". Wie schön, dass die Firma auch gleich die passende Lösung parat hat: Werbung in Videospielen.

Statt TV-Werbung zu schalten oder Plakate aufzuhängen plakatiert man einfach Videospiele - digital natürlich. Als ersten Kunden konnte Engage die Fast Food-Kette "Subway" von den Möglichkeiten des Mediums überzeugen und behängt seither die Landschaften des Ballerspiels "Counter Strike" mit virtuellen Hinweisen auf reale Speisen. Bis jetzt zeigt man sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden, zumindest seitens Agentur und Auftraggeber.

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