Die Videoplattform YouTube bereitet die Umwandlung von besonders populären Kanälen zu kostenpflichtigen Angeboten vor. Bislang sind die Inhalte der Webseite für die Nutzer kostenlos.
Unter Berufung auf Insider berichtet "AdAge", mit dem Abo-Modell für bestimmte Kanäle sollten sowohl Produzenten als auch Werbekunden aus dem traditionellen TV-Bereich angelockt werden. Doch auch Streaming-Dienste wie Hulu oder Netflix könnten einen neuen Konkurrenten bekommen. So soll sich YouTube bereits an eine kleine Gruppe von Produzenten gewandt haben, damit diese Modelle für derartige Premium-Kanäle entwickeln, zu denen es nur gegen Gebühr einen Zugang geben wird. Dabei setzen die Verantwortlichen der Google-Tochter auf branchenerfahrene Anbieter.
Zu den angesprochenen Produzenten sollen Machinima, Maker Studios oder Fullscreen gehören. Der monatliche Beitrag wird derzeit irgendwo zwischen einem und fünf Dollar veranschlagt. Neben Serien und Filmen könnten auch Live-Events ins Netz gestreamt werden. Die Abrechnung würde jeweils einzeln im Pay-per-view-Verfahren erfolgen.
Die Einführung des Bezahlmodells kommt möglicherweise schon bald, die Rede ist vom zweiten Quartal 2013. Zunächst wird es sich um nicht viel mehr als einen begrenzten Testlauf handeln, es sollen höchstens 25 Bezahlkanäle eingeführt werden. Ähnlich wie im Fall von Einnahmen durch Werbespots werden sich YouTube und die Kanalanbieter die eingenommenen Gelder im Verhältnis 45 zu 55 teilen. Auch in den kostenpflichtigen Kanälen soll die Schaltung von Reklame möglich sein.
Mit großer Vorsicht an die Einführung der Bezahlschranke herangehen
Angeblich soll YouTube seinen Partnern dazu geraten haben, mit großer Vorsicht an die Einführung der Bezahlschranke heranzugehen. Man müsse bedenken, wie die derzeitige Nutzerschaft darauf reagieren werde. Für deren Aufbau habe es Jahre gedauert, und die angemeldeten User seien es gewohnt, ihre Inhalte zum Nulltarif zu bekommen.
Für YouTube liegt der Vorteil des neuen Modells auf der Hand. Die Plattform würde ihre Einnahmemöglichkeiten erweitern und so ihre Abhängigkeit von Werbegeldern verringern. Gegenüber der "Financial Times" erklärte ein YouTube-Sprecher: "Wir sind schon seit langem der Ansicht, dass unterschiedliche Inhalte unterschiedliche Bezahlmodelle erfordern. Und da eine Reihe von Inhalte-Produzenten der Meinung ist, sie würden von Abonnements profitieren, befassen wir uns damit."
meu
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