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Abwahlwerbung: Kinderarbeit-Spot soll Bush ärgern

Amerikas Zukunft ist die Kinderarbeit - das jedenfalls ist die Message eines 30-sekündigen Anti-Bush-Werbespots, den eine regierungsfeindliche Jury zum besten Spot für ihren Abwahlkampf gegen den US-Präsidenten kürte. SPIEGEL ONLINE zeigt den Kurzfilm.

Filmemacher Moore: Volle Deckung, Mr. Bush
DDP

Filmemacher Moore: Volle Deckung, Mr. Bush

Getragene Musik unterlegt den filmischen Gewinnerbeitrag. Zu sehen sind darin nur Kinder. Mühselig und gelangweilt verrichten sie harte Arbeit: als Tellerwäscher im Restaurant, als Zimmermädchen im Hotel oder als Arbeiter am Fließband. Diese Szenen untermalen die rhetorische Frage des siegreichen Bush-Gegners und Werbeprofis Charlie Fisher: "Was glauben Sie, wer Präsident Bushs Billionen-Dollar-Defizit abbezahlen wird?"

Die USA als Hort der Kinderschwerstarbeit: Das ist die so genannte "alternative Botschaft", die die Organisatoren des ungewöhnlichen Wettbewerbs ausgerechnet im Umfeld von Präsident George W. Bushs Rede zur Lage der Nation am 20. Januar verbreiten will. Etwa 30 Mal will die Anti-Bush-Plattform MoveOn.org den halbminütigen Film zwischen dem 17. und 21. Januar auf CNN ausstrahlen lassen. Der Organisator des Wettbewerbs, Eli Pariser, kündigte sogar an, der Spot solle auch beim Super-Bowl-Finale gesendet werden. Kein anderes TV-Ereignis erzielt in den USA höhere Einschaltquoten.

1500 Amerikaner reichten Spots ein, um den Abwahlkampf gegen Bush zu beflügeln. Die öffentlichkeitswirksame Siegerehrung fand am Montag in New York statt. 2000 Anwesende applaudierten begeistert, als der prominente Bush-Gegner und Filmemacher Michael Moore den Sieger bekannt gab.

Der Gewinner Charlie Fisher ist Werbeprofi. Der 38-Jährige war einst selbst Mitglied der Republikaner, verließ die Partei aber bereits 1992 - als George Bush senior gerade von Bill Clinton aus dem Weißen Haus gedrängt wurde. Fishers Spot ist es gelungen, so die Meinung der Jury, das trockene Thema des Haushaltsdefizits auf emotionale Weise darzustellen.

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