Abzocke per Anruf Netzagentur schaltet Nummern von Telefonbetrügern ab

Eine Firma informiert per Anruf über ein Datenleck? Und sie hat auch gleich das passende "Schutzpaket" im Angebot? Dann handelt es sich um eine Betrugsmasche, die die Bundesnetzagentur nun zu stoppen versucht.

Die Bundesnetzagentur in Bonn (Archivbild)
DPA

Die Bundesnetzagentur in Bonn (Archivbild)


Die Bundesnetzagentur hat die Abschaltung mehrerer Telefonnummern verfügt, über die Betrüger versucht haben, Verbraucher in die Irre zu führen. Anlass sind zahlreiche Beschwerden über Anrufe der Firma "DVI - Deutsche Verbraucher Initiative UG" aus Hamburg.

Die angeblichen Mitarbeiter hatten am Telefon etwa behauptet, persönliche Daten der Angerufenen seien gestohlen oder veröffentlicht worden. Sie boten aber passenderweise für 129 Euro ein "Schutzpaket" zur Löschung dieser Daten an, wie die Behörde mitteilt.

Zahl der Beschwerden ist stark gestiegen

Als zuständige Stelle nimmt die Bundesnetzagentur Beschwerden zu etlichen widerrechtlichen Anrufen entgegen. Dazu zählen etwa unverlangte Werbeanrufe, Anrufe mit Bandansage, ständige Anrufe ohne Meldung und sogenannte Ping-Anrufe, die zu teuren Rückrufen verleiten sollen.

Die Zahl der Beschwerden hatte sich im vergangenen Jahr stark erhöht. Möglicherweise liegt das aber nicht nur an einer Zunahme der Betrugsversuche, sondern auch an einer Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema sowie daran, dass das Beschwerdesystem im Vergleich zu früher vereinfacht wurde.

dpa/pbe

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insgesamt 6 Beiträge
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grabenkaempfer 07.03.2018
1.
Es ist schon traurig das über so etwas extra berichtet werden muss. Trotzalledem bleibt die Bundesnetzagentur ein zahnloser Tiger.
felix1961 07.03.2018
2. Na endlich!
Wurde auch Zeit. Ich erinnere mich an ein ziemlich frustrierend des Telefonat mit der Bundesnetzagentur. Der überforderte Beamte gab damals zu, ziemlich machtlos zu sein. Selbst den Betrug mit den falsch angezeigten Rufnummern wie zum Beispiel 110 bekäme man nicht in den Griff, weil die Netzbetreiber dies ermöglichten. Er verwies mich damals auf den Privatklageweg.
clkr 07.03.2018
3. Überzogene Erwartungshaltung
Wichtig sind: -Ein Justizminister-Netzkompetenzvortäuschungsgesetz -Eine schrankenlose Inlands-Schnüffelbefugnis für den BND (Weisung aus dem Dunstkreis der Bundeskanzlei genügt) -Endlich eine G10-Penetration zwecks Weitergabe der so erbeuteten Daten an alle andern "Dienste" -Eine durch Demonstrantenprovokation beim G20-Gipfel herbeigeführte Vorwandskaskade zur Aufrüstung der Polizeien zwecks Bürgerkriegsresilienz -Daß die Telefonbetrüger korrekt Steuern bezahlen -Daß die Justizindustrie durch den beamteten Verweis auf den spätestens seit dem Abgas-Schmu sattsam bekannt-effizienten Weg der deutschen Zivilklage advertized wird. Unwichtig ist: -Schutz des Inländers vor Betrug. Sowas ist schließlich keine schwere staatsgefährdende Straftat, sondern Begleitgeräusch von Optimierungsprozessen, die halt ein bißchen aus dem Ruder gelaufen sind. Caveat emptor wußten ja schon die alten Römer. Außerdem ist aus der SPON-Meldung nicht ersichtlich, daß Betrug vorlag. Die Beschwerden bezogen sich auf eine womöglich nicht korrekt geschaltete Rufnummernanzeige (*harmlospfeif*). Über die Dysfunktionalität des ausgelobten Produkts findet sich nichts.
flytogether 08.03.2018
4. Die Behörde versucht....
und das war es dann auch schon. Ich hatte mich in der Vergangenheit an die Behörde gewandt da ich über längeren Zeitraum immer wieder belästigt worden bin. Manchmal waren es zehn Anrufe an einem Tag. Schriftliche Antwort der Behörde: da könne man nichts machen. Nicht einmal der Inhaber der Nummer konnte mir benannt werden.
loki_loker 08.03.2018
5. Wem ...
gehört denn die Nummer? Warum ist derjenige nicht für die Schäden verantwortlich? Verstehe ich nicht ...
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