Adblock Plus Umstrittener Werbeblocker übernimmt Bezahldienst Flattr

Die Firma hinter dem Werbeblocker Adblock Plus baut ihr Geschäftsmodell aus: Eyeo übernimmt den Mikro-Bezahldienst Flattr.

Flattr-MItgründer Peter Sunde (Archivbild)
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Flattr-MItgründer Peter Sunde (Archivbild)


Die Betreiber des umstrittenen Werbeblockers Adblock Plus kaufen den Mikro-Bezahldienst Flattr. Flattr gibt Webnutzern die Möglichkeit, Anbieter von Onlineinhalten finanziell zu unterstützen. Die Firmen arbeiten bereits seit dem vergangenen Jahr zusammen. Jetzt hat der Kölner Adblock-Plus-Betreiber Eyeo GmbH die schwedische Flattr AB komplett übernommen.

Ein neues Produkt der Kooperation ist eine Browser-Erweiterung, mit der Flattr-Zahlungen vereinfacht werden sollen - eine Kombination aus Werbeblocker, der Webseiten Einnahmen entzieht, und einem Bezahldienst, der Webseiten Einnahmen bescheren könnte.

Denn Adblock Plus kann Werbung auf Websites verhindern. Das brachte Eyeo Klagen von Medienunternehmen (darunter auch SPIEGEL ONLINE) ein, die darin einen Eingriff in ihr Geschäftsmodell sehen. Sie kritisieren auch, dass Eyeo zugleich Geld damit mache, Werbung durch den Eintrag in eine sogenannte Whitelist wieder zu ermöglichen. Manche Websiten wie Bild.de haben sogar Adblocker-Blocker eingesetzt. Wer die Seiten mit einem aktivierten Adblocker benutzt, bekommt statt der regulären Inhalte nur eine Hinweisseite angezeigt.

Der 2010 gestartete Dienst Flattr sollte das Bezahlen für Online-Inhalte revolutionieren. Nutzer konnten einen Betrag festlegen, der Monat für Monat unter Urhebern von Artikeln, die sie gelesen und für unterstützenswert befunden haben, aufgeteilt wird. Medienhäuser und Blogger experimentieren mit Flattr, der Dienst startete jedoch nicht richtig durch.

Hinter Flattr steht unter anderem Peter Sunde, der Mitgründer der Torrent-Suchmaschine The Pirate Bay, über die viele Raubkopien von Medieninhalten gefunden werden konnten. Er bleibt dem Projekt als Berater erhalten. Zusammen mit Eyeo wolle Flattr so etwas wie ein "Qualitäts-Schild" sein, schrieb Mitgründer Linus Olsson in einem Blogeintrag: Inhalte mit hoher Qualität, die Nutzer stärker ansprechen, würden ihren Autoren mehr Geld einbringen.

fab/dpa



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