Warnmeldungen bei GMX und Web.de United Internet entschärft Kampagne gegen Adblocker

Mit Warnmeldungen bei GMX und Web.de will United Internet die Nutzer von Online-Werbeblockern von deren Gefahren überzeugen. Dafür gab es Kritik - jetzt hat der Konzern die Botschaft leicht angepasst. Doch er wehrt sich gegen die Behauptung, man betreibe eine Angstkampagne.

Browser-Add-on zum Blocken von Werbung: Kampagne gegen Adblocker
DPA

Browser-Add-on zum Blocken von Werbung: Kampagne gegen Adblocker


United Internet nimmt ein wenig Schärfe aus seiner Online-Aktion gegen Adblocker im Internet. Der Konzern hat entsprechende Warnmeldungen auf den Websites der E-Mail-Anbieter GMX und Web.de mittlerweile umformuliert. Während es im ursprünglichen Hinweis am Bildschirmrand hieß "die Sicherheit ihres Rechners" werde durch ein Browser-Add-On eingeschränkt, lautet die Botschaft mittlerweile "die Sicherheit der Seite" werde eingeschränkt. Auf eine Anfrage des "Wall Street Journal" hin hat der Konzern mittlerweile auch den Absender der Warnbotschaft deutlich gemacht. GMX und Web.de werden der Meldung mittlerweile vorangestellt, die nun nicht mehr aussieht wie ein allgemein gültiger Hinweis.

Die Kritik an der Aktion war am Donnerstag laut geworden, nachdem United Internet damit begonnen hatte, auf den hauseigenen Mail-Portalen GMX und Web.de am oberen Bildschirmrand ein Warnfenster einzublenden. Der Hinweis taucht auf, sobald man die Seite mit einem aktivierten Browser-Plugin wie dem Werbeblocker Adblock Plus ansteuert. Neben der Meldung erscheint ein Button mit der Bezeichnung "Sicherheit wieder herstellen". Wer auf den Link klickt, landet auf der Seite Browsersicherheit.info. Betrieben wird die Website von 1&1 Mail & Media, ebenfalls ein Tochterkonzern von United Internet.

Auf dem Portal informiert der Konzern über so genannte Bad-Ons, also von Kriminellen eingesetzte Browser-Erweiterungen. Ein Sicherheitsexperte spricht in einem Interview-Auszug über die Virengefahr bei Add-Ons und warnt vor Phishing-Angriffen über Browser-Programme. Die Seitenbetreiber beschreiben auf der Seite, wie sich die Plugins entfernen lassen und listen einige Browser-Plugins auf. In der Tabelle werden willkürlich Schadsoftware-Add-Ons mit gängigen Werbeblockern vermischt. Die Liste ist beschriftet mit "seitenmanipulierende Add-Ons".

Die 1&1 Internet AG wehrt sich gegen die Vorwürfe, mit den Hinweisen eine Angstkampagne gegen Adblocker gestartet zu haben. Ein Sprecher des Unternehmens sagte gegenüber "Heise": "Ich finde, die Unterstellung, wir würden täuschen, geht zu weit." Die Warnmeldungen verstehe man als Beitrag für mehr Sicherheit im Netz.

jbr

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insgesamt 96 Beiträge
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Seite 1
Andr.e 28.02.2014
1.
Zitat von sysopDPAMit Warnmeldungen bei GMX und Web.de will United Internet die Nutzer von Online-Werbeblockern von deren Gefahren überzeugen. Dafür gab es Kritik - jetzt hat der Konzern die Botschaft leicht angepasst. Doch er wehrt sich gegen die Behauptung, man betreibe eine Angstkampagne. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/adblocker-united-internet-entschaerft-kampagne-a-956278.html
Ach von denen kam das. Ich war doch leicht verwirrt, warum mein Adblocker mich warnt, dass werberelevante Inhalte geblockt werden. Ich hätte mich ja gern bedankt - AdBlock erspart sinnfreies Gedöns, dümmliche über den Bildschirm schießende Banner oder ähnlichen Unfug, den man auf so mancher Seite bewundern darf (k(l)eine Schleichwerbung: Hier übrigens nicht.)
dannyandy 28.02.2014
2. Mit Unverschämtheit in die Internet-Steinzeit!
Adblocker sind die besten Addons, die je erfunden worden sind! Wie gut sie sind und wie gut sie ihre Aufgabe erledigen, zeigt der jetzige Angriff auf GMX etc. Ich danke den Erfindern für ein angenehmes werbefreie Surfen!!!
sponnerd 28.02.2014
3. ...
Zitat von sysopDPAMit Warnmeldungen bei GMX und Web.de will United Internet die Nutzer von Online-Werbeblockern von deren Gefahren überzeugen. Dafür gab es Kritik - jetzt hat der Konzern die Botschaft leicht angepasst. Doch er wehrt sich gegen die Behauptung, man betreibe eine Angstkampagne. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/adblocker-united-internet-entschaerft-kampagne-a-956278.html
United Internet und seine Tochterfirmen sind der Abschaum des Internets! Was die an Spam in die Welt bringen, geht auf keine Kuhhaut. Ich nutze deren Dienste mittlerweile gar nicht mehr obwohl ich bis vor einigen Jahren sogar zahlender Kunde vom GMX-Email war. Momentan bekomme ich täglich Emails von denen, da ich für deren Server keine Emailverschlüsselung eingestellt habe. Das will ich auch gar nicht, weil ich den Dienst nicht mehr nutze. Es ist aber auch nicht möglich die Emails von denen abzustellen oder per einfachem Klick das Konto zu deaktivieren. Einmal Kunde, immer Kunde? Möglich, aber an mir verdienen die nichts mehr!
micha.w 28.02.2014
4. was denn nun?
wir wollen doch inzwischen alles gratis haben!! dann kann man wohl schlecht die einzige einnahmquelle nähmlich diese werbeeinblendungen blocken. ich lebe lieber damit, wenn es so dezent gemacht ist wie bei gmx. wems nicht passt der kann ja auf die gegen bezahlung 12? pro jahr(?) werbefreie version ausweichen. ich hatte einige tage adplus drauf und hatte das gefühl das alles erheblich langsamer wurde, also weg damit.
sunhaq 28.02.2014
5.
Zitat von Andr.eAch von denen kam das. Ich war doch leicht verwirrt, warum mein Adblocker mich warnt, dass werberelevante Inhalte geblockt werden. Ich hätte mich ja gern bedankt - AdBlock erspart sinnfreies Gedöns, dümmliche über den Bildschirm schießende Banner oder ähnlichen Unfug, den man auf so mancher Seite bewundern darf (k(l)eine Schleichwerbung: Hier übrigens nicht.)
Schleichwerbung ist einer der wenigen Wege, die Angebotsbetreibern noch bleiben und sie ist inzwischen erschreckend weit verbreitet. Da die unsozialen Adblockernutzer normale Werbung blocken und damit bewusst den Anbieter schädigen, gibt es inzwischen auf vielen Webseiten gekaufte Artikel, Affiliatelinks noch und nöcher - und auch andere Werbeformen, die nicht offensichtlich sind. Schleichwerbung und Co funktioniert halt noch, wenn alles als Werbung ausgewiesene schon weggeblockt ist.
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