Gefährliche Sicherheitslücke Darum sollten Sie Ihren Flash-Player updaten

Über eine Lücke im Flash-Player schmuggeln Kriminelle Schadsoftware auf schlecht geschützte Computer, warnen Sicherheitsexperten. Wer die alte Multimedia-Software noch nutzt, sollte sie dringend aktualisieren.

Adobe Flash Player

Adobe Flash Player


Windows-Nutzer sollten ihren Flash-Player schnell auf den neuesten Stand bringen. Laut "heise online" kursiert online Schadsoftware, die sich über eine Schwachstelle im Flash-Player verbreiten kann. Schlimmstenfalls reiche schon ein Besuch auf einer entsprechend präparierten Webseite aus, um sich einen sogenannten Erpressungs-Trojaner einzufangen, warnen dazu die Experten des IT-Sicherheitsunternehmens FireEye.

Solche Software - auch Ransomware genannt - verschlüsselt Dateien auf dem Computer. Die Erpresser fordern dann ein Lösegeld von Betroffenen, die ihre Daten zurückerhalten wollen. Darauf aber, dass die Daten nach der Zahlung aber tatsächlich wieder zugänglich gemacht werden, kann man sich nicht verlassen.

Welche Version des Flash-Players für verschiedene Betriebssysteme gerade aktuell ist, erfährt man, indem man im Browser diese Seite aufruft. Die jeweils aktuelle Version des Flash Players können Sie von dieser Seite herunterladen.

Dabei sollten Sie allerdings aufpassen, ob Sie die zusätzlich angebotenen Angebote McAfee Security Scan Plus und McAfee Safe Connect wirklich auch noch installieren wollen. Im Zweifel klicken Sie einfach die Häkchen weg. Auch lohnt es sich, in den Einstellungen von Windows das Kontrollfeld "Update und Sicherheit" aufzurufen und umgehend eventuell anstehende Updates zu installieren.

Update-Seite für den Adobe Flash Player

Update-Seite für den Adobe Flash Player

Neben Windows-Usern sind potenziell auch Mac-Nutzer gefährdet. Es werde versucht, ihnen mithilfe der Lücke "Fake-Antiviren-Software" unterzujubeln, heißt es bei "heise online".

Das Ende naht - langsam

Flash war in den frühen Jahren des Web sehr weit verbreitet, wenn es um Videos, Spiele oder Grafiken und 3D-Ansichten ging. Doch die Software war vielen verhasst: Immer wieder wurde über kritische Sicherheitslücken im Flash-Player berichtet, manchmal sah und sieht sich Adobe sogar gezwungen, Notfall-Updates zu veröffentlichen. Experten empfehlen Nutzern mittlerweile, die Software abzuschalten.

Der Apple-Gründer Steve Jobs hatte bereits 2010 das Ende des Flash-Players prophezeit. In einem offenen Brief wetterte er damals gegen die Software. Der Flash-Player sei von iPhone und iPad ausgeschlossen worden, weil er zu fehlerhaft, PC-orientiert und ein Batteriefresser sei.

Sieben Jahre später, im Juni 2017, verkündete Adobe dann schließlich Flash ab Ende 2020 nicht weiterentwickeln und auch nicht mehr verbreiten zu wollen. Mit der langen Vorlaufzeit will Adobe Websites, die immer noch Flash einsetzen, genug Zeit geben, um auf andere Lösungen umzusteigen. Schließlich hätten sich etliche Branchen und Firmen um die Software herum entwickelt, etwa im Bereich Spiele und Video. Auch SPIEGEL ONLINE hat früher lange und ausgiebig Flash genutzt.

mak/dpa

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