Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Hacking Team: Neue Sicherheitslücken in Adobe Flash Player aufgetaucht

Extrem löchrig: Adobes Flash-Probleme sorgen dafür, dass die Firma vor den eigenen Produkten warnen muss Zur Großansicht

Extrem löchrig: Adobes Flash-Probleme sorgen dafür, dass die Firma vor den eigenen Produkten warnen muss

In den geleakten Firmenunterlagen der italienischen Auftragshacker von Hacking Team wurden erneut bisher unbekannte Sicherheitslücken entdeckt. Zwei davon schaden Flash-Nutzern. Wir erklären, wie Sie Flash deinstallieren oder deaktivieren.

Der Hack der italienischen Auftragshacker von Hacking Team hat positive Auswirkungen auf die Computersicherheit. Die Anti-Virus-Unternehmen TrendMicro und FireEye haben in den veröffentlichten Firmenunterlagen zwei bislang unbekannte schwere Sicherheitslücken in Adobes Flash-Player-Software entdeckt.

Adobe warnt mittlerweile selbst vor den Lücken und stuft sie unter Windows, OS X und Linux als kritisch ein. Die Sicherheitslücken erlauben es einem Angreifer, aus der Ferne die Kontrolle über einen Computer zu erhalten.

Das Problem: Auch böswillige Hacker haben die Sicherheitslücken gefunden und sie bereits für Angriffe übers Internet missbraucht.

Adobe will die beiden Sicherheitslücken diese Woche stopfen, bis jetzt ist aber noch kein Update für den Flash-Player erschienen. Deswegen sollten Computernutzer das Flash-Plug-in deaktivieren. Wie das geht, lesen Sie hier:

  • Chrome-Nutzer können die Einstellungen zum Abschalten des Flash-Player-Plug-ins durch die Eingabe von chrome:plugins in die Adressleiste ansteuern. Hier erfahren Sie, wie Sie weiter vorgehen müssen.
  • Wie Firefox-Nutzer das Flash-Player-Plug-in abschalten, wird hier erklärt. Beim Internet Explorer lässt sich das Plug-in deaktivieren, indem man oben rechts das Zahnradsymbol anklickt und unter "Add-Ons verwalten" die Option "Shockwave Flash Object" ansteuert.
  • Will man den Flash-Player nicht gleich ganz deaktivieren, kann man auch verhindern, dass Plug-ins automatisch ausgeführt werden. Wie das funktioniert, wird hier erklärt.

kno

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Adobe sollte zumachen
jj2005 13.07.2015
Seit gefühlt zwanzig Jahren taucht bei fast jedem Reboot diese unsägliche Box auf, wo mir - grosses Indianerehrenwort! - versprochen wird, diesmal sei Flash aber ächt sicher und unglaublich schnell und benutzerfreundlich geworden. Die Rentnerband von Adobe sollte ihren Laden einfach zumachen, vielleicht sieht sich der Markt dann gezwungen, entweder einen brauchbaren Player zu entwickeln, oder die Altlasten zu entsorgen.
2. ...
angusmcm 13.07.2015
"... Auch böswillige Hacker haben die Sicherheitslücken gefunden ..." Wie bitte? Was unterscheidet das Hacking Team von böswilligen Hackern? Oder soll der Satz nicht implizieren, dass die die guten Hacker sind? Ein gutwilliger Hacker hätte zum einen eine gefundene Sicherheitlücke gemeldet - anstatt sie offen zu lassen für tatsächlich böswillige Hacker. Schon allein deswegen dürfte kein demokratischer Staat selbst hacken (lassen): Es geht nur über Sicherheitslücken, und ist eine solche den Behörden bekannt, dann begeht diese Behörde jedesmal Beihilfe wenn jemand von einem "echten" Hacker über dieses Exploit gehackt wird. Abgesehen davon, gehörten zu den Kunden Ägypten, Äthiopien, Saudi-Arabien, Kasachstan, u.a. Wo bleibt da der unterstellte gute Wille? Die Dokumente hat der Autor ganz gewiss nicht selbst gelesen. In den Präsentationen, das leichteste Material in den 400+Gb, werden Anwendungsbeispiele genannt, hier mal eins, frei übersetzt und aus dem Gedächtnis, kommt aber dem Original sehr nahe: "Herr X. benimmt sich verdächtig. Immer wieder tippt er in der Pause heimlich Dinge in seinen Laptop. Einer Durchsuchung seiner Dinge wurde nicht stattgegeben, wie also an die Daten kommen? In einer Mittagspause lässt Herr X. seinen Laptop an, er sperrt nur den Bildschirm und geht essen. Das Team kann nun die [Name der spezifischen USB Hacking App sollte hier stehn] anwenden um zu sehen, was Herr X. so treibt." So sind viele der Beispiele die die Features der Anwendung(en) darstellen. Meist so geschrieben, als wenn es legal wär (kommt ja auch noch an in welchem Land das Tool vertickt werden soll) - oft aber keinesfall legal in irgendeinem demokratischen Land. Wer es nicht verstanden hat: wenn man keinen Durchsuchungsbefehl hat, darf man auch nicht einfach an den Laptop ran und mal die Daten durchsuchen. Adobe war das Erste, was bei mir von der Platte geflogen ist. Monate, wenn nicht Jahre, zu spät! HTML5 Videos funktionieren doch schon (fast) überall. Und der Flash-Mist war doch sowieso immer nur am crashen. Nicht, dass all das einen Unterschied machen würde. Das HT hat zig Angriffsvektoren implementiert (Wege um ihren Trojaner auf die Platte des Ziels zu bekommen). Die Adobe Exploits sind nur 2 davon. Viel interessanter finde ich, dass das HT behauptet, so gut wie jedes WLAN Netz innerhalb weniger Minuten knacken zu können. Da spielt es überhaupt keine Rolle mehr, ob Adobe installiert ist oder nicht. Und wenn alles nichts mehr hilft, dann wird der Trojaner eben manuell injiziert, wenn man grad weg vom Rechner ist (siehe oben). Als letzter Hinweis: Reporter ohne Grenzen betiteln das HT als "Feinde des Internets". Was mich aber am allermeisten stört: es wird kritisiert, dass Diktatoren beliefert werden. Es stellt aber kaum jemand die Frage, ob und wie diese Art der Überwachung bei uns, oder der Türkei, oder den U.S.A. - also den anderen, "guten", Kunden des HT, legal sein dürfte ... aber was ist heutzutage schon illegal: nur das was die anderen machen.
3. Flash mal wieder…
NAWuppdich 13.07.2015
Und was macht SPON? Pennt seit Jahren und funktioniert immer noch nicht ohne… ?
4. Interessenkonflikte?
c218605 14.07.2015
Mich wundert es schon seit langer Zeit, dass Meldungen dieser Art, die nun aktuell sogar im Wochentakt an die User weitergereicht werden, vom zustaendigen Redakteur bisher weder kommentiert, noch erweiterte Recherche betrieben wird, was im Hause Adobe sowohl programmier- und sicherheitstechnisch eigentlich vorgeht. Ich muss germuten, dass sowohl diese Kritiklosigkeit, als auch das Beharren von SPON auf diesen anfaelligen Player sich aus den Abhaengigkeiten von Spiegel (Bertelsmann und dessen arvato Systems) gegenueber Adobe ergibt.
5. Spon
meine_güte 14.07.2015
Zitat von NAWuppdichUnd was macht SPON? Pennt seit Jahren und funktioniert immer noch nicht ohne… ?
SPON funktioniert mittlerweile seit einigen Wochen ohne den Flash Player, Spiegel.tv aber noch nicht...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

Schad- und Spähsoftware
Klicken Sie auf die Stichworte, um mehr zu erfahren
Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: