Sex-Kontaktbörse Millionen Nutzerdaten von AdultFriendFinder im Netz veröffentlicht

Eines der weltweit größten Portale für Sexkontakte wurde offenbar gehackt, Millionen Nutzerdaten sind im Netz gelandet. Die veröffentlichten Daten sollen bereits für Spam-Kampagnen genutzt worden sein.


Hacker sind offenbar an persönliche Daten von fast vier Millionen Mitgliedern der Sex-Kontaktbörse AdultFriendFinder (AFF) gelangt. Wie der britische TV-Sender Channel 4 am Donnerstag berichtete, umfassen die vor rund zwei Monaten erbeuteten Datensätze außer Informationen wie E-Mail-Adressen auch Angaben, die Mitglieder zu ihrer Sexualität machten. Bei AFF kann man zum Beispiel seine sexuelle Präferenz verraten, ob man hetero- oder homosexuell ist, und ob man einen Seitensprung sucht.

Besonders ärgerlich ist der Hack für ehemalige Nutzer des Portals: Allem Anschein nach sind auch Angaben zu Profilen abhanden gekommen, die eigentlich bereits gelöscht sein sollten. "Channel 4" zitiert den Betroffenen Shaun H.: "Ich habe mein Konto gelöscht und ich dachte, die Angaben wären weg. Diese Seiten sollten eigentlich sicher sein."

Laut Channel 4 haben Kriminelle schon Stunden nach dem Daten-Leak angekündigt, die Informationen für Spam-Kampagnen per E-Mail zu nutzen - ein Plan, der Shaun H. zufolge auch in die Tat umgesetzt wurde. IT-Sicherheitsexperten würden nun erwarten, dass die Hacker in einem nächsten Schritt die teilweise sehr sensiblen Daten nach geeigneten Zielen für Erpressungen durchsuchen.

Die Strafverfolgungsbehörden wurden eingeschaltet

In Großbritannien, wo sieben Millionen der weltweit angeblich 63 Millionen AFF-Mitglieder leben, seien auch Dutzende Mitarbeiter von Regierungsbehörden und Militärangehörige betroffen, heißt es.

Wie "PC World" berichtet, wurde das erbeutete Material in einem über das Tor-Netzwerk erreichbaren Forum veröffentlicht. Die Daten seien in insgesamt 15 Excel-Tabellen zusammengefasst, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels seien sie immer noch abrufbar gewesen.

Die kalifornische AFF-Muttergesellschaft FriendFinder-Networks schreibt in einer Erklärung, das Unternehmen sei erst seit Kurzem über den Vorfall informiert worden, die Verantwortlichen seien sich der Schwere des Problems vollkommen bewusst. Man arbeite eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen. Außerdem stelle AFF mit Hilfe des IT-Sicherheitsunternehmens Mandiant eigene Ermittlungen an.

Weiter heißt es in der Stellungnahme: "Bis diese Untersuchung beendet ist, kann über das volle Ausmaß des Vorfalls nichts Sicheres gesagt werden. … Wir stellen keine weiteren Spekulationen an, aber wir versichern, dass wir alle notwendigen Schritte unternehmen, um unsere Kunden zu schützen, sollten sie betroffen sein."

meu

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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
bartholomew_simpson 22.05.2015
1. Unsere amerikanischen Freunde
werden dabei noch manche Überrraschung erleben. Einige werden sicher erpresst werden. Andere werden öffentlich bloßgestellt werden, wie Politiker mit Fassadenfamilie, die von Moral faseln, dabei einen Seitensprung suchen.
Rollerfahrer 22.05.2015
2. @1 (bartholomew_simpson)
Zitat: Unsere amerikanischen Freunde werden dabei noch manche Überrraschung erleben. Einige werden sicher erpresst werden. Andere werden öffentlich bloßgestellt werden, wie Politiker mit Fassadenfamilie, die von Moral faseln, dabei einen Seitensprung suchen. Hoffentlich erwischt es viele viele hochrangige Politiker, denn so etwas kommt davon, wenn man als Staat statt Sicherheitslücken zu veröffentlichen diese Erkenntniss zu eigenen Zwecken misbraucht!
Oberleerer 22.05.2015
3.
Für die Täter ist es ein Schutzschild. Die interessanten Opfer stehen jetzt in der Zange zwischen Kriminellen und der NSA.
rudi.waurich 22.05.2015
4. Das ist ja
NOCH schlimmer als die Cyber - Attacke auf den Bundestag! :)))
querdenker1.0 22.05.2015
5. Millionen Nutzerdaten von AdultFriendFinder im Netz veröffentlicht
Leck im System von AdultFriendFinder? "Hurra!" werden viele Jobsucher rufen, denn in der nächsten Zeit werden in den Firmen garantiert viele Arbeitsplätzchen frei!
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