Affiliate-Links Provisionszahlungen von Onlinehändlern mit Betrugssoftware umgelenkt

Sogenannte Affiliate-Programme sind für manche Blogger und Medienfirmen eine wichtige Einnahmequelle. Dem Magazin "c't" zufolge sind solche Programme manipuliert worden. Mit beträchtlichen Schäden.

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Partnerprogramme großer Onlinehändler und -Netzwerke sind nach Recherchen des Computermagazins "c't" in großem Stil über Monate hinweg manipuliert wurden. Bestimmte Erweiterungen für die Browser Firefox und Chrome, die eigentlich beim Surfen Rabattgutscheine von Händlern einblenden sollten, hätten die Partner-Links manipuliert. Damit seien Provisionszahlungen stets der Berliner Firma Wonderize zugeordnet worden, schreibt das Magazin.

Viele Medienseiten und Blogs veröffentlichen in ihren Artikeln bei Produkt-Rezensionen Partner-Links (sogenannte Affiliate-Links). Ruft ein Nutzer über einen solchen Link die Seite eines Onlinehändlers oder Service-Anbieters und kauft dort ein, wird der Affiliate-Partner in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt.

Mehrere deutschsprachige Browser-Erweiterungen des thailändischen Herstellers Saphire Max Media haben den Recherchen der "c't" zufolge dieses System ausgetrickst. "Sie luden Code nach, schrieben hinterrücks - ohne Wissen der Surfer - Cookies um oder luden unsichtbar Shop-Webseiten neu."

Über 100 Online-Shops betroffen

Diese Manipulationen hätten zur Folge gehabt, dass Partner-Provisionen für Online-Einkäufe der Firma Wonderize gutgeschrieben wurden, die über ihr Portal gutscheincodes.de Affiliate vieler Partnerprogramme ist. Betroffen könnten demnach über 100 Online-Shops sein, die mit solchen Affiliate-Systemen arbeiten.

Ein großer deutscher Onlinehändler habe nach einigen Tagen technischer Analyse die Beobachtungen der "c't" bestätigt. Ein Sprecher kündigte Konsequenzen an. Sollte sich der Verdacht bestätigen, läge ein gewerbsmäßiger Betrug vor. Geschädigt wären nicht nur die Partnerprogramm-Anbieter, sondern auch jene Medien und Blogger, denen die Provisionen vorenthalten wurden.

Den Nutzer der Browser-Erweiterungen, die unwissentlich zum Teil des Abzocke-Systems geworden seien, hätten aber keinen finanziellen Schaden getragen.

Auch SPIEGEL ONLINE nutzt Affiliate-Links von Amazon und Thalia.de. Über diese können beispielsweise rezensierte Bücher bestellt werden. Entsprechende Links sind in den jeweiligen Artikeln jeweils klar als Anzeige gekennzeichnet.

mak/dpa



insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
andysamak70 16.02.2018
1. Generell nichts mit Thailand tun
meine ueber 20 jaehrige Erfahrung dort sagt mr eindeutig nahezu alles was dort ablaeuft ist Luege Betrug Schwindel und miserable Qualitaet usw.
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