"State of Internet"-Report: In Asien ist das Netz am schnellsten

Weltweit wird der Ausbau der Netze vorangetrieben, am besten surft es sich allerdings in Südkorea und Hongkong. Hier gibt es laut dem neuesten "State of Internet"-Report das schnellste Web und die beste Abdeckung.

Hongkong (Symbolbild): Im Durchschnitt 49,3 Mbit/s Zur Großansicht
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Hongkong (Symbolbild): Im Durchschnitt 49,3 Mbit/s

Hamburg - Die meisten Internet-Traffic mögen China, die USA und Russland sorgen - den optimalen Zugang zum Web haben sie deshalb noch lange nicht. Laut dem gerade erschienenen "State of the Internet"-Report gibt es den durchschnittlich schnellsten Zugang zum Netz weiterhin in Südkorea: 53 Prozent der Nutzer können sich hier über eine Geschwindigkeit von zehn Mbit/s oder schneller freuen. Im Landesdurchschnitt fließen 15,7 Mbit/s durch die Leitung.

In Sachen Spitzengeschwindigkeit allerdings musste Südkorea den ersten Platz abgeben und liegt nun hinter Hongkong. Dort wurden zu Höchstzeiten im Durchschnitt 49,3 Mbit/s gemessen, in Südkorea durchschnittlich "nur" 47,8. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit laut Report bei 5,8 Mbit/s und die Spitzengeschwindigkeit durchschnittlich bei 23,4 Mbit/s.

Die Zahlen gehen aus Aufzeichnungen des US-Dienstleisters Akamai hervor, eines der weltgrößten Unternehmen zur Beschleunigung von Webanwendungen. Die Firma zieht vierteljährlich Schlussfolgerungen aus der Entwicklung des globalen Internet-Traffics. Grundlage des "State of the Internet"-Reports, der hier unter Angabe einiger Informationen heruntergeladen werden kann, sind Messungen aus 182 Ländern während der ersten drei Monate dieses Jahres.

Akamai unterscheidet dabei zwischen Breitband- (mehr als vier Mbit/s) und Hochgeschwindigkeitsverbindungen (mindestens zehn Mbit/s) und gibt an, diese Schwellen jeweils angehoben zu haben, um etwa Standards der USA oder der EU gerecht zu werden.

Im ersten Quartal hatten dem Report zufolge zehn Prozent der Weltbevölkerung die schnellere Variante, laut Akamai ein Anstieg um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei den Deutschen verfügen gerade einmal acht Prozent über Hochgeschwindigkeitsleitungen, für mehr als die Hälfte der deutschen Internetnutzer sind es weniger als zehn Mbit/s.

Zahlen stagnieren

Auch wenn viele Länder, gerade in unterentwickelten Regionen der Welt, vom Internet-Ausbau profitieren dürften, hat sich im Durchschnitt nicht wirklich viel getan. Die Schlussfolgerung, das Internet werde weltweit immer schneller, wird sich zwar langfristig bewahrheiten.

Laut dem Blog "The Verge" deuten die aktuellen Akamai-Zahlen jedoch eher auf eine Stagnation hin. Es wirke nur deshalb wie ein Anstieg der globalen Internetgeschwindigkeit, weil es Ende letzten Jahres einen ungewöhnlichen Abfall gegeben habe und sie im Vergleich dazu wieder erkennbar gestiegen sei. Tatsächlich sei die durchschnittliche globale Übertragungsgeschwindigkeit von 2,6 Mbit/s jedoch bereits im zweiten Quartal 2011 genauso hoch gewesen wie jetzt.

Neben der Abdeckung beschäftigt sich Akamai in seinen Aufzeichnungen auch mit den dadurch steigenden Risiken. Die meisten Attacken kamen demnach aus China, den USA und Russland, deren Anteil am weltweiten Vorkommen von Computer-Angriffen, Viren und Trojanern jeweils leicht gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahr. Deutschland landet auf dem zehnten Platz der Gefahrenländer mit knapp unter zwei Prozent des schädlichen Web-Traffics.

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Zur Autorin
  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.

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