Dobrindt-Vorstoß Drohnenpiloten müssen Führerschein machen

In Deutschland häufen sich Unfälle mit Drohnen. Nach SPIEGEL-Informationen soll es nun strenge Regeln geben.

"Gemos"-Drohne
DPA

"Gemos"-Drohne


Rund 400.000 Drohnen sind in Deutschland nach Schätzungen von Experten bislang verkauft worden. Und im nahenden Weihnachtsgeschäft werden wohl noch einmal Zehntausende dazukommen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Doch es gibt auch immer mehr Zwischenfälle mit Drohnen. Allein in diesem Jahr kamen sie in rund 40 Fällen anderen Fliegern bedrohlich nahe. Auch deshalb will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Nutzung seit Längerem strenger regeln. Dazu hat er bereits im Frühjahr erste Vorschläge gemacht.

Nun soll die Regulierung nach Informationen des SPIEGEL sogar noch schärfer ausfallen als bislang geplant. Das geht aus der überarbeiteten "Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten" hervor.

Wer Drohnen mit einem Gewicht von mehr als fünf Kilogramm nutzen will, muss dann einen Führerschein dafür nachweisen - unabhängig davon, ob er das Gerät gewerblich oder privat nutzt. Ursprünglich sollten private Nutzer von einer Führerscheinpflicht befreit sein.

Plakette für alle Drohnen ab 250 Gramm

Außerdem müssen alle Drohnen ab 250 Gramm künftig mit einer Plakette gekennzeichnet sein, auf der Name und Adresse des Eigentümers stehen. Eigentlich sollte diese Pflicht erst ab 500 Gramm gelten, viele Modelle wären dann aber nicht erfasst worden.

Darüber hinaus sind private Drohnenflüge nur noch bis zu einer Höhe von hundert Metern zulässig. Auch dürfen sie an vielen Orten nicht mehr genutzt werden, etwa bei Veranstaltungen mit vielen Menschen oder über Gefängnissen.

"Je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen. Für die Nutzung sind deshalb klare Regeln nötig", sagt Dobrindt. "Neben der Sicherheit verbessern wir damit auch den Schutz der Privatsphäre."


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insgesamt 42 Beiträge
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Tharsonius 30.09.2016
1. Ach Herr Dobrindt
haben Sie jetzt erst eine potentielle Einnahmequelle entdeckt? :>
Thagdal 30.09.2016
2. Irgendwie typisch
Da halten sich ein paar Nasen nicht an die Regeln, da müssen gleich die Regeln für alle verschärft werden. Als ob die betreffenden Nasen das jucken würde. Die halten sich dann eben auch nicht an die verschärften Regeln. Das trifft wieder nur die, die sich eh ordentlich informieren und verhalten.
stauner 30.09.2016
3. Regeln gibt es jetzt schon...
Ich bin nicht sicher ob das was ändert. Regeln gibt es nämlich jetzt schon. Sind die gleichen Regeln, die auch schon fürs Drachen steigen lassen gelten. Nicht über 100m Höhe, immer in Sichtweite, immer unter Kontrolle per Mensch, nicht bei Flugplätzen, nicht unter Stromleitungen usw. Das Problem ist meiner Meinung nach, daß schlicht niemand so richtig in der Lage ist, den Drohnenbesitzer zu erkennen und zu finden. Peilungen und Gegenmaßnahmen gibt es irgendwie nicht so richtig. Die Notwendigkeit eines Papiers zum Kauf ändert am nicht vorhandenen Risiko erwischt zu werden leider nichts. Das ist reine Simulation von Handlung aus der Politik.
der_unbekannte 30.09.2016
4. Richtig so
Im Luftraum darf doch nicht jeder machen was er will, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten. Gerade die etwas professionerellen Drohnen im Hobbybereich können für Tier und Menschen sehr gefährlich werden.
fw115 30.09.2016
5. Handy weg vcon meinem Hobby !
Fakten Fakten Fakten ? hier: http://www.pro-modellflug.de/ Das was da abgesondert wurde ist WEIT weg von Fakten und wieder mal purer Lobbyismus.
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