Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Partnerbörsen: Neuer Algorithmus soll Online-Singles besser verkuppeln

Homepage einer Partnervermittlung (Symbolbild): Besser zueinander finden mit reziproker Netzwerkanalyse Zur Großansicht
AP

Homepage einer Partnervermittlung (Symbolbild): Besser zueinander finden mit reziproker Netzwerkanalyse

Online-Dating boomt, viele Millionen Menschen suchen im Internet nach der großen Liebe oder dem kleinen Flirt. Forscher wollen nun einen Algorithmus entwickelt haben, der wirklich zusammenbringt, wer zusammengehört.

Wer im Internet nach dem richtigen Partner oder der richtigen Partnerin sucht, kennt das Problem: Das Angebot ist riesig. Den oder die richtige online zu finden, ist alles andere als leicht. Viele Singlebörsen setzen deswegen auf das sogenannte Matchmaking. Algorithmen sollen zueinander passende Pärchen anhand bestimmter Parameter identifizieren und zusammenführen.

Durch die Analyse von persönlichen Merkmalen, mit Hilfe von Quizfragen und durch die Auswertung des sozialen Umfelds sollen potentielle Partner identifiziert werden. Wer sich in dem jeweiligen System dann noch gegenseitig mit "Gefällt mir" markiert, wird ermuntert, Kontakt miteinander aufzunehmen.

Ein Team von Forschern aus den USA und China will dieses System nun deutlich verbessert haben, mit einem neuen Algorithmus als Partnervermittler.

Reziproke, zweiteilige soziale Netzwerke

Was Kang Zhao, Xi Wang, Mo Yu und Bo Gao vorschlagen, klingt allerdings erst einmal wie das Gegenteil von Romantik: "Mitglieder-Empfehlungen in reziproken, zweiteiligen sozialen Netzwerken - eine Fallstudie des Online-Datings". Sie wollen mit Hilfe einer neuartigen Filtertechnik die Qualität der Partnervorschläge in Singlebörsen drastisch verbessern.

Statt in der Datenbank nur danach zu suchen, wer zum jeweiligen Nutzer passen könnte, wollen Sie ihre Ergebnisse verfeinern, indem sie auch den umgekehrten Weg gehen und berechnen, zu welchen anderen Suchenden der jeweilige Nutzer passen könnte.

Oder einfacher: Nur wer sich potentiell auch gegenseitig gut findet, soll zueinander finden.

Eine dreidimensionale Geschmacksmatrix

Um das zu bewerkstelligen, wählten die Forscher einen Hybridansatz, der sowohl neue als auch bestehende Kontakte zur Berechnung der gegenseitigen Attraktivität heranzieht.

Dazu erstellen die Forscher zwei Listen: Eine von Männern mit einander ähnlichem Geschmack (sie schrieben die gleichen Frauen an) und eine andere von Frauen, die mit solchen Männern einen Kontakt herstellten. Gehört ein Mann zur ersten Liste und steht noch nicht in Kontakt zu einer Frau der zweiten Liste, werden ihm entsprechende Frauen vorgeschlagen. Für Frauen werden ebenfalls solche Listen erstellt. Außerdem betrachten die Forscher bestehende Kontakte, ganz egal, wer dabei wen zuerst angeschrieben hat.

Aus den Ergebnissen dieser Auswertungen konstruierten die Forscher eine dreidimensionale Geschmacksmatrix, aus der die optimalen Partner abgelesen werden könnten. Dieser Ansatz, schließen die Forscher, zeige "gute Leistungen" bei der Verkuppelung mit neuen und bereits bestehenden Kontakten - und könne auch in Business-Netzwerken, die ganz ähnlich funktionieren wie Flirtdienste, eingesetzt werden.

fko

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 36 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Was bringen die besten Partnerportale und Singlebörsen wenn...
doytom 02.12.2013
Zitat von sysopAPOnline-Dating boomt, viele Millionen Menschen suchen im Internet nach der großen Liebe oder dem kleinen Flirt. Forscher wollen nun einen Algorithmus entwickelt haben, der wirklich zusammenbringt, wer zusammen gehört. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/algorithmen-helfen-beim-online-dating-a-936722.html
Was bringen die besten Partnerportale und Singlebörsen wenn man händeringend versucht etwas miteinander zu zusammenzubringen was nicht Zusammenzubringbar ist. Das 'Pärchen' , die 'Partnerschaft' und die 'Ehe' sind Dinge der Vergangenheit die sich in der Schnelllebigkeit des Onlineporno und Singledasein überlebt haben. Wozu die Freiheit als Single aufgeben müssen um sich zum Sklaven eines 'Partners' degradieren zu lassen?
2. Single-Börsen...
Steve70 02.12.2013
Zitat von sysopAPOnline-Dating boomt, viele Millionen Menschen suchen im Internet nach der großen Liebe oder dem kleinen Flirt. Forscher wollen nun einen Algorithmus entwickelt haben, der wirklich zusammenbringt, wer zusammen gehört. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/algorithmen-helfen-beim-online-dating-a-936722.html
....wer das Internet braucht, um einen potentiellen Partner zu finden, der ist in meinen Augen nicht fähig, in der realen Welt soziale Kontakte zu knüpfen. Für die Partnersuche braucht es keine "Elektronik" oder irgendeinen "Algorithmus". Liebe und Zuneigung und was noch alles zu einer Partnerschaft gehört lassen sich nur zwischenmenschlich intuitiv entdecken. Da braucht's keinen Algorithmus und eine virtuelle Welt im Vorfeld. Hier geht es ums Menschsein.
3. Logisch
meinmein 02.12.2013
Zitat von sysopAPOnline-Dating boomt, viele Millionen Menschen suchen im Internet nach der großen Liebe oder dem kleinen Flirt. Forscher wollen nun einen Algorithmus entwickelt haben, der wirklich zusammenbringt, wer zusammen gehört. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/algorithmen-helfen-beim-online-dating-a-936722.html
Im Prinzip will sie einen gutaussehenden, sportlichen Kerl mit Geld und er ein flottes, hübsches Sexhäschen mit guter Oberweite. Danach geht es nur noch darum, wo man Abstriche machen will.
4.
funnyone2007 02.12.2013
solange die meisten Profile auf solch Single Seiten Fakes und scheinprofile sind wird sich auch durch den besten Algorithmus nichts ändern hat doch der Spiegel erst vor ein paar Wochen darüber berichtet: Partnerbörsen: Die Geschäfte mit der Liebe - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/partnerboersen-die-geschaefte-mit-der-liebe-a-932588.html) ---Zitat--- Hinter den Profilen stecken sogenannte "IKM-Schreiber/innen" und "Controller/innen", die wie wild im Netz gesucht werden. In den Stellenangeboten heißt es: "Alles was Sie dazu benötigen, ist ein Internet-Anschluss, gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift und keine Scheu vor Erotik. Sie können ganz einfach und bequem von zu Hause arbeiten, circa 15 bis 20 Stunden die Woche. Bezahlt wird pro erfolgreicher Anmeldung eines neuen Nutzers ---Zitatende---
5. ...
bissig 02.12.2013
Da muss ich doch glatt an die Reportage denken, die ich hier letztens gesehen habe, wonach 95% aller Profile bei solchen Börsen gefaked sind. D.h. der Algorithmus hilft den Betrügern, die Schein-Profile einstellen, um die Leute zu irgendwelchen Hotlines zu ködern, sich gegenseitig das Geld aus der Tasche zu ziehen. Hat doch mal was Gutes. Ansonsten denke ich, dass diejenigen, die keine Zeit haben oder sich keine Zeit nehmen, privat einen Partner zu finden, auch keine Zeit haben dürften, sich um diesen zu kümmern. Es sei denn, es beschränkt sich auf Einrichten der Upper-Class-Lifestyle-Wohnung und den Besuch öffentlicher/selbstvermarktungsrelevanter Events. Sicher dürften einige ihr Glück bei solchen Börsen finden, aber das liegt dann weniger an der Qualität, sondern an der Masse (Statistik eben) und etwas Glück.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: