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Alternativ-Browser: So schnell arbeitet Opera auf dem iPhone

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Nun also doch: Apple lässt für das iPhone den ersten Alternativ-Browser mit eigener Darstellungstechnik zu. Der norwegische Web-Darsteller Opera Mini ist erheblich schneller als Apples Eigenentwicklung Safari.

Auf dem Weg in den App Store: Opera will auf das iPhone Fotos

Mit dieser Geschwindigkeit haben Sie noch nie eine Internetseite auf dem iPhone abgerufen: Ein, zwei Sekunden und schon ist die komplette Netzwelt-Ressortseite aufgebaut. Mit dem norwegischen Alternativ-Browser Opera geht das rasend schnell. Wir haben dieselbe Seite parallel von einem iPhone mit Apples eigenem Browser Safari abgerufen - bis hier etwas zu sehen war, vergingen drei, vier Sekunden mehr. Und die Seite war dann noch immer nicht komplett aufgebaut. Wer nach unten scrollt, sieht mit dem Safari-Browser noch leere Flächen, weil Inhalte nachgeladen werden. Opera stellt die Seite komplett dar.

Opera zufolge ist der Mini-Browser bis zu sechsmal schneller als Safari. Der Trick: Opera Mini leitet alle Web-Seiten-Aufrufe über eigene Server. Die bearbeiten die Seiten für Opera-Mini auf und schicken sie dann komprimiert auf das Handy. Dem Hersteller zufolge soll dadurch nicht nur die Geschwindigkeit verbessert, sondern vor allem das Datenaufkommen verringert werden. Man bekomme dadurch "mehr Web pro Megabyte", erklärt Opera.

Diese Technik könnte erklären, warum Apple den Opera Mini zugelassen hat. Eigentlich lässt Apple keine Fremd-Browser zu, die nicht auf der Webkit-Technik beruhen, die auch der Apple-eigene Web-Darsteller Safari nutzt. Nun wird Opera Mini wohl die Datenaufbereitung auf den Opera-Servern erledigen und auf dem iPhone selbst Webkit nutzen, um das Plazet von Apples Software-Zulassungsstelle zu erhalten. Oder aber Opera Mini arbeitet mit eigener Darstellungstechnik auf dem iPhone, wird aber wegen der Server-Arbeit gar nicht im technischen Sinne als Browser gewertet, weil die Daten von Opera-Servern kommen und nicht aus dem Web.

Wie auch immer Opera es geschafft hat, einen Alternativ-Browser durch Apples Zulassungsstelle zu kriegen: Es hat sich gelohnt.

Die Vorteile:

  • Auf der Startseite des Browser kann man neun Web-Seiten zur Schnellauswahl speichern - in einer Sekunde hat man die wichtigsten Seiten aufgerufen.
  • Die Browser-Tabs - also mehrere parallel geöffnete Web-Seiten - sind im Opera-Browser erheblich leichter und schnell zu bedienen als im Safari-Browser: Man sieht in einer kleinen Leiste die Voransicht der geöffneten Seiten, springt mit einem Klick hinüber und sieht die Seite sofort komplett.
  • Opera Mobile lässt sich erheblich besser konfigurieren als der Safari-Konkurrent: Man kann einstellen, ob Fotos auf Web-Seiten überhaupt und wenn ja, in welcher Qualität geladen werden sollen. Das spart Daten und - bei Nicht-Flatrate-Verträgen - Geld.
  • Lesezeichen aus Opera Mini lassen sich über den Dienst Opera Link synchronisieren. Apple bietet für Safari einen vergleichbaren Dienst - kostenpflichtig als Teil von Mobile Me. Kostenlos kann man mit dem Apple-Browser Lesezeichen nur synchronisieren, indem man das Telefon am Heimcomputer anschließt und iTunes anwirft.
  • Web-Seiten werden nicht nur erheblich schneller geladen als mit Safari, auch der Zoom wirkt fixer.

Allerdings merkt man Opera Mini an vielen Stellen an, dass die Software eben erst veröffentlicht wurde. Einige Mankos:

  • Bei einigen Web-Seiten wird die Mobilversion geladen, obwohl diese Option in den Einstellungen von Opera Mini deaktiviert wurde.
  • Man kann Web-Angebote aussuchen, in denen man markierte Textfragmente auf Seiten suchen will. Die Auswahl beschränkt sich allerdings auf Google, Ebay, Amazon, Leo und Wikipedia - Alternativ-Suchmaschinen wie Bing ignoriert Opera.
  • Der fixe Zoom skaliert Web-Seiten nicht graduell wie der Safari-Browser: Es gibt nur einige Zoomstufen ohne Zwischenschritte, was bei einigen Layouts ärgerlich ist.
  • Einige Web-Seiten stellt Opera Mini merkwürdig dar, berichten Nutzer der Software in den Kommentaren im App Store - wir konnten das bislang nicht feststellen, aber auf einigen Angeboten können wohl Fehler auftreten, da Opera mit einer eigenen Technik arbeitet.
  • Einige fürs iPhone optimierte Seiten (wie der Google Reader) liefern im Opera-Browser nur die normale Mobilseite aus. Die ist bei Google Reader zum Beispiel aber leider im Vergleich zur iPhone-Version nahezu unbenutzbar.
  • Das ist nicht Opera anzulasten, aber ein Manko: Man kann Opera Mini nicht zum Standard-Browser des iPhones machen, mit dem alle Aufrufe von Web-Seiten aus anderen Anwendungen heraus abgewickelt werden.
  • Ein grundlegendes Problem: Sollten einmal die Opera-Server lahmen oder gar ausfallen, betrifft dies alle Seitenaufrufe mit dem Opera-Browser. Man ist von der Opera-Infrastruktur abhängig und leitet alle Web-Anfragen über die Server des Anbieters, was auch Datenschutz-Fragen aufwirft.

Fazit: Opera Mini bereichert die Web-Erfahrung auf dem iPhone ungemein. Noch ist die Alternativ-Software aber nicht so weit, dass sie Apples Standard-Browser Safari völlig ersetzen kann.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
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1. "Anzeige", "entgeltliche Einschaltung" oder "Werbung"
HariboHunter, 13.04.2010
Wieviel bekommt der Spiegel eigentlich fuer die viele i-Werbung jeden Tag. Und sollte diese nicht als solche gekennzeichnet werden? Apple nervt.
2. ...
wex 13.04.2010
Es wird doch nicht nur über Apple berichtet, siehe die Meldung z.B. über Kin One und Kin Two von MS und außerdem geht es in diesem Artikel hauptsächlich um Opera.
3. --
taiga, 13.04.2010
Zitat von HariboHunterWieviel bekommt der Spiegel eigentlich fuer die viele i-Werbung jeden Tag. Und sollte diese nicht als solche gekennzeichnet werden? Apple nervt.
Irrtum – du nervst, Gummibärchen.
4. Weltverschwöhrung
bfz 13.04.2010
Zitat von HariboHunterWieviel bekommt der Spiegel eigentlich fuer die viele i-Werbung jeden Tag. Und sollte diese nicht als solche gekennzeichnet werden? Apple nervt.
Immer wieder geil sowas. Schon mal daran gedacht das der Spiegel über das berichtet was die Leute lesen wollen? Und selbst wenn es so wäre. Niemand zwingt Sie es zu lesen, sie können die Seite sogar komplett verlassen! So hammer kann das mit der Freiheit sein.
5. Opera ist halt ein ordentlicher Browser
NackteElfe 13.04.2010
Es ist halt nun mal so, dass Opera in vielen Dingen Safari überlegen ist (auch im Desktop-Bereich)... Soll man den Browser jetzt etwa absichtlich schlecht schreiben?
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