E-Book-Handel in Europa EU nimmt Amazon ins Visier

Gibt es unzulässige Absprachen mit Verlagen? Die EU-Kommission will überprüfen, ob der Online-Händler Amazon sich einen Wettbewerbsvorteil beim Verkauf von E-Books verschafft hat.

Amazon-Logo: Der Online-Händler beherrscht den E-Book-Markt in Europa
AFP

Amazon-Logo: Der Online-Händler beherrscht den E-Book-Markt in Europa


Die EU will den E-Book-Handel des Online-Kaufhauses Amazon genauer unter die Lupe nehmen. Laut der EU-Kommission besteht der Verdacht, dass es bestimmte Klauseln in den Verträgen zwischen Amazon und den Verlagen gebe, die den Wettbewerb beeinträchtigen. Diese Absprachen würden letztlich den Kunden schaden, heißt es in Brüssel.

Der Erfolg von Amazon bei E-Books sei an sich noch kein Problem, stellte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager klar. "Dennoch ist es meine Pflicht sicherzustellen, dass Amazons Absprachen mit den Verlagen nicht schädlich sind für die Verbraucher, indem sie andere Händler von Innovationen und einem effektiven Wettbewerb mit Amazon abhalten."

Demnach sind Verlage dazu verpflichtet, Amazon darüber zu informieren, welche Konditionen sie mit Wettbewerbern abmachen. Für Amazon müssten sie dann mindestens ebenso gute Konditionen garantieren. Die Untersuchung solle zeigen, ob diese Bedenken gerechtfertigt seien, sagt Vestager.

Amazon verteidigt die Vereinbarungen und bezeichnet die Klauseln als zulässig. Man sei überzeugt, dass "unsere Vereinbarungen mit den Verlagen legal und im besten Interesse unserer Leser sind". Dies werde das Unternehmen der Kommission deutlich machen und während der Untersuchung mit der Behörde zusammenarbeiten.

Amazon ist der Platzhirsch beim Handel mit E-Books

Die Kommission will zunächst die Märkte für englisch- und deutschsprachige Bücher unter die Lupe nehmen. Amazon ist nach EU-Angaben der größte Anbieter elektronischer Bücher in Europa. In Deutschland machten von Amazon und anderen Händlern verkaufte E-Books vergangenes Jahr rund 4,3 Prozent des Buchmarkts aus. Diese Zahl des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bezieht sich auf den Publikumsmarkt, also ohne Schul- und Fachbücher.

Amazon ist nicht das erste US-Unternehmen, dass die Kommission genauer überprüft. Auch Apple, Starbucks und Google stehen unter Beobachtung der EU. Während es bei Apple und Starbucks um fragwürdige Steuerpraktiken geht, könnte Google eine Milliardenstrafe drohen, weil der US-Konzern laut EU die eigenen Shopping-Angebote in den Suchergebnissen bevorzuge.

jbr/Reuters/AFP/dpa

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insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
pevoraal 11.06.2015
1. wann merkt es endlich jemand
das Konzerne dieser Grösse nicht mehr kontrollierbar sind und ein sehr merkwürdiges Rechtsempfinden haben.
bumminrum 11.06.2015
2. unseriöse Geschätsgebaren
Da nutzt Amazon seine Marktmacht aber gnadenlos aus. Wie soll sich dagegen ein kleiner Händler wehren? Einfach nur rücksichtslos!!
rudolfo.karl.von.wetterst 11.06.2015
3. es sind die, die diesen artikel
... lesen und weiter die ebooks von amazon weiter lesen, die das weiter unstützen mal umdenken das ist die einzige mögliche antwort
nageleisen 11.06.2015
4. Die EU ist ein korrupter Haufen unter deutscher Kontrolle
Nicht Blatter hätte zurücktreten müssen, sondern die EU.
josifi 11.06.2015
5.
Zitat von rudolfo.karl.von.wetterst... lesen und weiter die ebooks von amazon weiter lesen, die das weiter unstützen mal umdenken das ist die einzige mögliche antwort
Ich stehe dazu... Amazon hat für mich sehr viele Vorteile, die ich gerne nutze.
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