"Silk scheint sehr schnell zu sein und ungefähr so geschützt wie ein Badezimmer ohne Tür", fasst "ZDNet" den ersten Eindruck von dem neuen Browser zusammen, der erstmals mit Amazons Android-Kindle Fire ausgeliefert wird. Bei Datenschützern und Lobbyisten sorgt Silk bereits vor dem Verkaufsstart des Tablets für Sorgenfalten.
Kurz zum Hintergrund: Mit Silk ist die Internetnutzung deshalb so schnell, weil sich Amazon zwischen den Nutzer und die Seite, die er ansurft, schaltet. Der Silk-Nutzer kommuniziert also beispielsweise gar nicht direkt mit SPIEGEL ONLINE, sondern mit Hochleistungs-Cloud-Servern von Amazon. Diese sollen aus dem Verhalten der Nutzer lernen, Muster erkennen und so zum Beispiel die Seite bereits im Hintergrund laden, die nach der Startseite eine Webangebotes häufig als nächstes aufgerufen wird. Details zum neuen Browser und seiner Funktionsweise finden Sie in diesem Artikel.
Nicht allen gefällt die Beschleunigung, die Amazon damit in sein neues Tablet eingebaut hat. Denn für die Analyse von Daten braucht es vor allem umfangreiche Datensätze. "ZDNet"-Autor Steven J. Vaughan-Nichols warnt in seinem Artikel mit dem Badezimmervergleich vor allem deshalb vor Silk, weil solche auf US-basierten Cloud-Servern gespeicherten Datensätze US-Recht unterliegen - was im Übrigen auch Auswirkungen auf europäische Nutzer haben kann. Auch wenn Amazon also beteuert, die Informationen seien sicher, kann ein Gericht ganz schnell die Herausgabe der Daten anweisen.
Amazon versichert anonyme Sammlung
"Sie glauben, dass Google AdWords und Facebook Sie beobachten? Dieser Service wird garantiert über alles Bescheid wissen, das Sie im Web tun", warnt Chester Wisniewski von der Computersicherheitsfirma Sophos.
Die Diskussion um Privatsphäresorgen bei Silk dürfte deswegen wohl gerade erst am Anfang sein. Wie sie sich entwickelt, hängt auch davon ab, wie Amazon die Funktionsweise und Auswirkungen des neuen Browsers kommuniziert. "Sie müssen die Leute über diese grundlegende Änderung im Browsen informieren", verlangt der frühere Webentwickler Aaron Brauer-Rieke von der US-Verbraucherschutzorganisation Center for Democracy and Technology (CDT) laut "Computerworld".
Auch die US-Internet-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat angekündigt, die Silk-Entwicklung beobachten zu wollen. Eine Vertreterin sprach gegenüber "Computerworld" von Bedenken bezüglich der Privatsphäre. "Der Browserverlauf enthält sehr heikle Informationen, einschließlich Daten über Interessen, Sorgen und das Privatleben."
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