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US-Streaming-Angebote: Netflix und Hulu im Vergleich

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Startseite des Video-Streaming-Diensts Netflix: Großes Angebot, aber manchmal unvollständig Zur Großansicht
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Startseite des Video-Streaming-Diensts Netflix: Großes Angebot, aber manchmal unvollständig

Mit welchem Bezahlangebot werden Serienfans glücklich - Hulu oder Netflix? Die US-Anbieter, die sich mit Tricks auch in Deutschland nutzen lassen, unterscheiden sich nicht nur in der Aufmachung und Bedienung.

Sind die Hürden beseitigt, die deutsche Serienfans von der Nutzung amerikanischer Streaming-Dienste abhalten, bleibt nur noch die Frage: Welcher Dienst ist besser, Netflix oder Hulu? Beide Anbieter haben ein großes Angebot an Filmen und Serien. Beide verschweigen geschickt, was sie nicht im Repertoire haben. Erst ein genauerer Blick offenbart ihre Unterschiede.

Hulu-Nutzer bekommen regelmäßig Werbung angezeigt. Mit einem kostenlosen Konto können Inhalte in geringer Auflösung angesehen werden. Ein kostenpflichtiger Premium-Zugang erweitert die Auswahl und ermöglicht HD-Videos. Die Werbeunterbrechungen bleiben, werden aber seltener. Netflix hingegen verzichtet auf Werbung, ist aber nur gegen Bezahlung nutzbar.

Während Netflix ausgewählte Serien und Film-Events und eine umfangreiche, aber nicht immer bis auf die letzte Staffel vollständige Online-Videothek bietet, versteht sich Hulu als Abbild der aktuellen Fernsehlandschaft. So sind einige neue Serien, wie beispielsweise "Hannibal", nur bei Hulu verfügbar - stets die drei zuletzt im US-Fersehen gesendeten Folgen. Aber auch TV-Shows wie die von Jay Leno oder John Stewart bietet nur Hulu zum Online-Sehen an. Seit Jahrzehnten laufende US-Klassiker wie "Saturday Night Live" sind darunter.

Daher eignet sich Hulu besonders, um ein Gefühl von amerikanischem Kabel-TV aufkommen zu lassen. Der Vorrat an ganzen Staffeln von Blockbuster-Serien ist jedoch eher enttäuschend. Hier kann nur Netflix klar punkten, zusätzlich gibt es ein britisches Angebot der Firma, das sich über ein US-Konto mit einem Trick nutzen lässt. Denn nur leicht zeitversetzt sind auch in Großbritannien Staffelpremieren wie die von "Breaking Bad" verfügbar.

Technik, Aussehen und Bedienung

Netflix bietet Profile an, so dass sich jedes Familienmitglied einloggen, Inhalte bewerten, vormerken und vorschlagen lassen kann. Hulu ist auf Einzelnutzer ausgerichtet. Beide Portale zeigen Vorschläge an, die sie aus dem Sehverhalten der Nutzer berechnen. Hier hat Netflix sein Interface nicht überladen und deutlich besser umgesetzt.

Die Qualität der Streams beider Portale ist durchgehend gut. HD-Inhalte lassen sich bei einer schnellen und nicht begrenzten Datenverbindung flüssig abrufen. Bei Netflix müssen Nutzer aber oft auf einen Trick zurückgreifen, um den Player zur HD-Ausgabe zu zwingen. Hulu liefert mit einem einfachen Klick die Inhalte in guter Auflösung. Zudem funktionieren Hulus Angebote auf allen Computer-Betriebssystemen und Browsern problemlos und setzen keine ungewöhnlichen Plug-ins voraus. Das ist eine Schwäche von Netflix: Das Angebot der kalifornischen Firma benötigt Microsofts Silverlight-Plug-in. Das ist auf Macs und Windows-Rechnern schnell installiert. Linux-Nutzer beschweren sich jedoch, dass sie derzeit nur über Umwege Netflix-Inhalte auf ihren Bildschirm holen können. Doch sogar diese Notlösungen laufen erstaunlich stabil.

Was kosten die amerikanischen Angebote?

Oberflächlich betrachtet sind die Premium-Zugänge für Netflix und Hulu mit jeweils 7,99 Dollar (etwa 6 Euro) pro Monat gleich teuer - und sogar günstiger als deutsche Alternativen. Auf Nutzer außerhalb der USA kommen jedoch zusätzliche Kosten zu. So wird ein sogenannter VPN-Zugang benötigt, der den eigenen Internetverkehr über amerikanische Server leitet und damit verschleiert, dass sich ein deutscher Zuschauer dahinter verbirgt. Hinzu kommen Kosten für eine Prepaid-Kreditkarte, um die Angebote überhaupt bezahlen zu können (wie genau das funktioniert, können Sie hier nachlesen). Die Aufschläge durch die Kartenverkäufer betragen 15 bis 38 Prozent. Zusammen mit einem VPN-Dienst kosten die Zugänge daher insgesamt ab 12 Euro pro Monat.

Besonders Netflix ist sehr großzügig mit dem eingeräumten Testzeitraum. Einen kostenlosen Monat lang können sich Kunden entscheiden, ob sie das Angebot weiter nutzen wollen. Es lohnt sich vor allem zu recherchieren, ob die vorrätigen Filme den eigenen Wünschen entsprechen. Hulu lässt seinen Nutzern nur eine Woche Zeit, sich an den Service zu gewöhnen und zu orientieren. Das Konto sei jederzeit kündbar, schreiben beide Dienste auf ihrer Seite. Da aber oft monatlich abgerechnet wird, sind die Kündigungen erst nach Ablauf eines Nutzungsmonats wirklich abgewickelt.

Für Kunden, die wissen, dass sie längere Zeit den Streaming-Dienst nicht nutzen wollen, bietet Hulu an, das Konto von einer Woche bis zu drei Monaten ruhen zu lassen. Netflix gibt nur an, dass auch nach Kündigung die Konten durch einen "Restart" wieder aktiviert werden können. Technisch gesehen sind damit Pausen buchbar, allerdings nur monatsweise. Bei beiden Diensten müssen, noch bevor Kosten entstehen, Kreditkarten oder auch Paypal-Daten hinterlegt werden. Lediglich der kostenlose Hulu-Standardzugang lässt sich über eine VPN-Verbindung ohne Rechnungsdaten eingeschränkt nutzen.

Für wen ist welches Angebot geeignet?

Für Serienfans, die bei den neuesten Folgen auf dem Laufenden bleiben wollen, ist Hulu die bessere Wahl. Vor allem TV-Show-Liebhaber werden die Zusammenstellung mögen. Allerdings strapaziert der Dienst die Geduld seiner Kunden: Die müssen die wiederkehrenden Werbeeinblendungen ertragen. Es sind viele aktuelle Serien verfügbar, doch nicht alle Blockbuster. "Breaking Bad" beispielsweise führt Hulu überhaupt nicht.

Für Familien, die einen gemütlichen Fernsehabend mit Filmen oder ausgewählten Serien verbringen wollen, eignet sich Netflix. Besonders die komfortable Bedienung und die Suche nach vollständigen Staffeln, für das Sehen-am-Stück ("binge watching") macht Freude. Aber auch Netflix-Eigenproduktionen wie "House of Cards" oder zeitlich begrenzt verfügbare Premieren wie "Breaking Bad" überzeugen.

Richtigen TV-Junkies, denen TV-Shows ebenso am Herzen liegen wie die neuesten Filme und Serienfolgen, bleibt nur eine Wahl: Beide Angebote abonnieren.

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Hulu vs Netflix
brenfan 21.08.2013
Hulu hat ein schwaches Filmangebot ist aber UNSCHLAGBAR wenn es um alte US Serien geht. (Nur mal so als Geheimtip, wenn ihr mal wieder so richtig ablachen wollt, ohne jeglichen Anspruch, schaut euch ein paar alte US Comedy Serien an. "Green Acres" z.b.). Diese alten Srien sind umsonst, man muss nur einen Hulu Account haben. Netflix hat ein prima Filmangebot, wirklich gut. Aber man kann auch direkt zu den TV Stionen gehrn, zb. CBS.com. Allerdings gilt natürlich, wie für alle Optionen, ohne US-VPN geht gar nix.
2. Legalität?
Johann O. 21.08.2013
Wollte mal nachfragen ob durch das gerade erlassene Urteil Craigslist vs. 3taps, in dem verändern der IP als Verstoß gegen den Computer Fraud and Abuse Act gewertet wird, man sich nun auch auf diesem Wege strafbar macht? Ein kleines Follow-Up wäre super.
3. optional
rotchenko 21.08.2013
ich habe keine US-Kreditkarte gebraucht und man braucht auch keinen VPN zu bezahlen. Aber gut, dass der Spiegel nicht alle Geheimnisse ausplaudert ;)
4. VPN nicht nötig
liany 21.08.2013
Die Ländersperre von Hulu und Netflix lassen sich auch einfacher umgehen, dazu braucht man nicht extra einen teuren VPN Account, das ist rausgeschmissenes Geld. Mit den richtigen DNS Einträgen funktioniert's auch. Und das völlig kostenlos. Einfach nach zB "netflix dns trick" googlen und man wird fündig. Für Netflix muss man natürlich trotzdem noch zahlen aber man braucht keinem zwielichtigem VPN Anbieter sein Geld sinnloserweise hinterherwerfen.
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