Ampya ProSiebenSat.1 startet eigenen Musikservice im Netz

Der Medienriese macht jetzt auch im Internet Musik: ProSiebenSat.1 hat einen eigenen Musikdienst gestartet und will Spotify, Simfy, Deezer, Rdio und anderen ähnlichen Diensten Konkurrenz machen.

Musik-Streaming-Dienst Ampya (Screenshot): "Spotify die Stirn bieten"
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Musik-Streaming-Dienst Ampya (Screenshot): "Spotify die Stirn bieten"


München - Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 baut sein Musikgeschäft aus und will sich jetzt ein großes Stück vom wachsenden Markt mit Musik-Abos im Internet sichern. Am Montag hat das Unternehmen seinen neuen Dienst, Ampya gestartet. Das soll eine Art Rundumservice für Musik sein: Über die Plattform seien mehr als 20 Millionen Songs, 57.000 Musikvideos und 100.000 Radiostationen verfügbar, teilte die Sendergruppe mit. Mit so vielen abrufbaren Audiotiteln spielt das neue Angebot in der gleichen Liga wie die etablierten Rivalen Spotify und Simfy. Erst vor knapp einer Woche hatte Napster bekanntgegeben, es werde seine Präsenz in Europa massiv zubauen.

Im Vergleich zu anderen Diensten will Ampya ein Komplettangebot samt journalistischer Einbettung sein. Die Redaktion berichte tagesaktuell aus der Musikwelt, teilte das Unternehmen mit. Der Nutzer könne seine eigenen Musiklisten anlegen und erhalte auf Basis dessen, was er hört, personalisierte Empfehlungen. Außerdem biete Ampya als einziger Streaming-Dienst auch Musik-Clips. Eine Verknüpfung mit sozialen Netzwerken wie Facebook soll ebenfalls möglich sein.

"Wir wollen Spotify die Stirn bieten", sagte Manuel Uhlitzsch, Geschäftsführer der Betreiberin Magic Internet Musik GmbH. Zwei Jahre hätten rund 60 Software-Entwickler und über 20 Redakteure an der Entwicklung der Plattform gearbeitet.

Das werbefreie Angebot kostet einen Monatsbeitrag

Der neue Dienst wird vorläufig als Testversion angeboten und soll mit einer kostenlosen, werbefinanzierten Variante erste Nutzer locken, um sie dann später für kostenpflichtige Abonnements zu gewinnen. Neben dem kostenlosen Angebt ist Ampya für ein monatliches Abo für knapp fünf Euro ohne Werbung verfügbar; wer den Dienst auch offline und auf mobilen Geräten nutzen will, soll dafür fast zehn Euro zahlen. Das entspricht ziemlich genau dem Angebot von Spotify.

Mit Musik- und Casting-Shows ist die Sendergruppe bereits seit geraumer Zeit im Musikgeschäft unterwegs. Mit Starwatch Entertainment hat die Gruppe auch ein eigenes Unterhaltungs- und Musiklabel. Außerdem betreibt das Unternehmen mit MyVideo eine Entertainment-Plattform, die neben Fernsehserien auch mehr als 50.000 Musikvideos anbietet. Der Videodienst hat nach Angaben des Unternehmens 7,3 Millionen Nutzer. Für ProSiebenSat.1 ist das Zubrot mit Videos, Spielen, Musik und Handel im Internet der stärkste Wachstumstreiber.

juh/dpa/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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datyogi 10.06.2013
1. Mehrwert?
Wo isn hier der Mehrwert, außer das man Videos teilen kann?
Japana 10.06.2013
2. und mit Maxdome
ist deren Video On Demand-Plattform auch nicht ganz klein und unbekannt ;-)
amaret 11.06.2013
3. Oi...
Die drosselkomm wird den Vormarsch von diesen Diensten verhindern... Nur spotify muss sich da keine Sorgen machen
Pinny3 12.06.2013
4. Drosselkom wird's schon richten
Zitat von amaretDie drosselkomm wird den Vormarsch von diesen Diensten verhindern... Nur spotify muss sich da keine Sorgen machen
Genau - ein Hoch auf die Drosselkom. Denn die weiß, was gut für uns ist.
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