Angeklickt Die Rückkehr der fliegenden Toaster

Geröstetes Brot im Anflug: Die legendären Flying Toaster im Webbrowser

Geröstetes Brot im Anflug: Die legendären Flying Toaster im Webbrowser

Von


Diese fliegenden Toaster haben Zehntausende durch den Alltag begleitet: Ein legendärer Bildschirmschoner aus der Hochzeit der Heimcomputer ist wiederauferstanden - im Browser. Heute ist er noch genauso schön surreal wie damals.

Wir schreiben das Jahr 1989. Heimcomputer sind jetzt so richtig populär, doch die Technik birgt Tücken. Zum einen wissen viele Besitzer der neuen Rechner gar nicht so recht, was sie mit den wundersamen Maschinen anfangen sollen. Manche Computer scheinen auch gnadenlos übermotorisiert zu sein. So wie Apples Macintosh IIci, der mit sagenhaften 25 Megahertz getaktet war.

Damals schien das viel zu sein. Gleichzeitig machte ein anderes Thema die Anwender nervös: In die seinerzeit üblichen Röhrenmonitore würden sich sogenannte Geisterbilder einbrennen, wenn ein und dasselbe Bild zu lange unverändert auf dem Bildschirm steht, hieß es. Die große Zeit der Bildschirmschoner begann.

Es war eine Zeit, die den Software-Hersteller Berkeley Systems zugleich berühmt und reich machte. Die Firma kam als erste auf die Idee, die bewegten Bildschirmschutzbilder zu Geld zu machen, veröffentlichte 1989 die Software After Dark für Mac-Computer und landete damit einen Hit.

Der Grund für den Erfolg: Statt einfach nur Fotos über den Bildschirm wandern zu lassen oder animierte Schriftzüge anzuzeigen, passierten bei After Dark völlig absurde Dinge: Schwärme geflügelter Toaster flogen über den Bildschirm, begleitet von gerösteten Toastscheiben. Zwar konnte man sich auch einen sternenklaren Nachhimmel oder einen Schwarm Fische anzeigen lassen, doch wer Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger durch modern ausgestattete Büros ging, sah dort an inaktiven PC und Macs meist die berühmten Toaster durch die Gegend fliegen.

Heute braucht man keinen Bildschirmschoner mehr

Während die heute schlicht wirkenden Animationen damals manchen Rechner an seine Grenzen brachten, sind sie für heutige Rechner ein Klacks. Um zu zeigen, dass das mit vergleichsweise einfacher Programmiertechnik möglich ist, hat der Software-Entwickler Bryan Braun aus Washington die alte Technik in einem Webbrowser nachgebaut.

In seinem Blog erklärt Braun ausführlich, wie er zuerst die Toaster und dann den Toast zum Fliegen brachte. Und weil er gerade dabei war, beließ er es nicht bei Frühstücksutensilien, sondern übertrug gleich noch ein Dutzend weiterer After-Dark-Bildschirmschoner in den Browser.

Wer alt genug ist, um beim Betrachten dieser kleinen Demonstrationen nostalgisch zu werden, kann sich die Flying Toasters hier anschauen, das Browserfenster auf volle Bildschirmgröße aufziehen und an alte Zeiten denken. Reicht das noch nicht aus, kann man sogar eine kostenfreie Neuauflage der alten Software für Mac OS X 1.7 und 10.8 installieren. Für Windows haben wir leider kein Pendant gefunden.

Wirklich nötig dürfte ein Bildschirmschoner bei den heute üblichen Flachbildschirmen ohnehin kaum sein. Sie arbeiten ganz anders als die Röhrenmonitore von damals. Den gefürchteten Einbrenneffekt gibt es bei ihnen nicht mehr. Sie können nach langer Daueranzeige desselben Bildes höchstens Geisterbilder anzeigen, die aber nach einiger Zeit von selbst wieder verschwinden.

Mehr zum Thema


Diskutieren Sie mit!
4 Leserkommentare
The_Hobbit 17.03.2014
BolleBollwitz 17.03.2014
Tevsa 18.03.2014
berufskonsument 19.03.2014

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.